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Party.San Open Air 2026

Alle Fotos: Nova Rizal / Bericht: Katja Richter Drei Tage Metal, 55 Bands, 26 Grad am Tag, 11 Grad

Party.San Open Air 2026

Alle Fotos: Nova Rizal / Bericht: Katja Richter

Drei Tage Metal, 55 Bands, 26 Grad am Tag, 11 Grad beim Headliner und die Erkenntnis, dass zwei Euro Becherpfand heutzutage fast schon als Sozialleistung durchgehen.

Das Party.San Open Air 2026 ist Geschichte – und hat einmal mehr bewiesen, dass es nicht nur die Bands sind, die dieses Festival besonders machen.

Es ist die Atmosphäre. Diese ganz eigene Mischung aus Campingplatz, Metal-Gemeinschaft, Staub, Bier, viel zu kurzen Nächten und Menschen, die freiwillig am frühen Nachmittag zu Grindcore in der Sonne stehen. Wer das Party.San kennt, weiß, was gemeint ist. Wer es nicht kennt, wird es wahrscheinlich erst verstehen, wenn er zum ersten Mal morgens um zehn Uhr vor einer Bühne steht und sich fragt, warum er das eigentlich freiwillig macht.

Die Antwort lautet meistens: Weil es Spaß macht.


Mittwoch – Das Festival beginnt, bevor es offiziell beginnt

Traditionell startete unser Party.San bereits am Mittwoch mit der Preparty im Zelt. Dort gab es diesmal wieder reichlich Klassiker der Rock- und Metalgeschichte. Songs, bei denen man nicht erst anhand von drei Gitarrenriffs und einem gutturalen Geräusch erraten musste, was gerade läuft. Stattdessen wurde ordentlich mitgesungen.

Und genau das zeigte auch, was an den folgenden Abenden im Partyzelt teilweise fehlen sollte: echtes Mitsing-Potenzial.

Leider war um 2 Uhr bereits Feierabend und wir wurden mehr oder weniger freundlich aus dem Zelt komplimentiert. Das ist eindeutig zu früh. Andererseits könnte man dem Veranstalter zugutehalten, dass er offenbar nur unser Bestes will. Vielleicht lautet die interne Strategie: „Die Jungs müssen morgen fit sein.“

Eine durchaus vernünftige Theorie.

Wir selbst waren natürlich trotzdem der Meinung, dass 2 Uhr ungefähr die Uhrzeit ist, zu der ein Festivalabend gerade erst interessant wird.

Donnerstag – Esmiralda schießt das Festival frei

Am Donnerstag war es dann endlich so weit. Um 13:15 Uhr eröffnete traditionell Esmiralda, die Kanone des Party.San, das Festivalgelände.

Bei angenehmen Temperaturen von ungefähr 26 Grad konnte das Festival kaum besser starten. Die Sonne schien, die Temperaturen waren erträglich und noch ahnte niemand, dass es am Abend deutlich kälter werden würde.

Mainstage und Tentstage – der Nachmittag beginnt

Auf der Mainstage eröffneten Sarcator den musikalischen Teil des Tages. Der schwedische Nachwuchs brachte bereits am frühen Nachmittag eine ordentliche Portion Thrash und Black Metal auf die Bühne. Ein durchaus ambitionierter Start für eine Uhrzeit, zu der andere Menschen noch überlegen, ob sie zuerst Kaffee oder Bier trinken.

Im Tentstage begann der Tag mit Morbus Dei. Damit war auch auf der kleineren Bühne von Anfang an klar, dass es hier nicht zum Aufwärmen mit leichter Kost gehen würde. Die Band passte mit ihrem düsteren Sound hervorragend in das Umfeld des Festivals.

Danach übernahmen auf der Mainstage 200 Stabwounds. Der Name klingt bereits nach einer ziemlich schlechten Diagnose, musikalisch wurde es entsprechend brutal. Ihr Death Metal war genau die Sorte Sound, bei der der Nacken schon arbeitet, während der Rest des Körpers noch gar nicht richtig wach ist.

Im Zelt machten währenddessen Rats of Gomorrah weiter. Die Band brachte eine düstere und aggressive Atmosphäre ins Tentstage. Wer hier auf freundliche Lagerfeuerromantik gehofft hatte, war definitiv falsch abgebogen.

Mit Iotunn wurde es auf der Mainstage anschließend etwas atmosphärischer. Die Band brachte mehr Melodie und epische Elemente in das ansonsten sehr extreme Programm. Eine angenehme Abwechslung, bevor der Nachmittag wieder deutlich brutaler werden sollte.

Im Zelt standen parallel Messticator auf der Bühne. Musikalisch blieb es dort weiterhin roh und direkt. Genau diese Mischung aus kleinen, intensiven Auftritten und den größeren Namen auf der Mainstage macht den Reiz des Tentstage aus.

Misery Index – einer der Höhepunkte des Festivals

Dann kam Misery Index – und für mich einer der ersten ganz großen Höhepunkte des Festivals.

Die Band lieferte kompromisslosen Death Metal mit ordentlich Druck. Technisch präzise, brutal und trotzdem so direkt, dass man gar keine Möglichkeit hatte, einfach nur herumzustehen.

Für mich ganz klar einer der besten Auftritte des gesamten Party.San 2026.

Währenddessen ging es im Zelt mit Todomal weiter. Die Band sorgte für eine weitere Portion dunkler und schwerer Klänge. Wer nach Misery Index eine musikalische Verschnaufpause suchte, fand sie hier allerdings eher nicht.

Danach standen auf der Mainstage Sadistic Intent. Die Kalifornier gehören zu den klassischen Vertretern des Death Metal und brachten entsprechend die nötige Portion Old-School-Gefühl mit. Ein Auftritt, der hervorragend in das kompromisslose Programm des Donnerstags passte.

Im Zelt folgten Begging for Incest. Allein der Bandname dürfte dafür sorgen, dass man beim Erzählen zu Hause lieber nicht zu viele Details nennt. Musikalisch blieb es jedenfalls passend düster und extrem.

Pungent Stench kehren zurück

Mit Schirenc plays Pungent Stench ging es auf der Mainstage anschließend tief in die österreichische Death-Metal-Geschichte. Der Name Pungent Stench dürfte bei vielen älteren Festivalbesuchern sofort Erinnerungen auslösen. Der Auftritt bot entsprechend die Gelegenheit, diesen besonderen Sound noch einmal live zu erleben.

Parallel dazu ging es im Tentstage mit Evoken in eine ganz andere Richtung. Doom Metal war angesagt – langsam, schwer und atmosphärisch. Nach dem bisherigen Tagesprogramm wirkte das fast wie eine musikalische Entschleunigungstherapie.

Auf der Mainstage folgte anschließend Lamp of Murmuur. Der Sound bewegte sich nun deutlich in Richtung atmosphärischerem Black Metal. Dunkelheit und Stimmung standen hier stärker im Vordergrund als reine Geschwindigkeit.

Im Zelt sorgten Sear Bliss anschließend für einen weiteren atmosphärischen Abschluss. Die Band verbindet Black Metal mit melodischen und teilweise ungewöhnlichen Elementen. Damit war das Tentstage-Programm für den Donnerstag musikalisch noch einmal etwas abwechslungsreicher.

Sventevith und Moonspell

Mit Sventevith wurde es auf der Mainstage weiter schwarz und atmosphärisch. Die polnische Band passte damit hervorragend in den späteren Abend. Nach dem brutalen Start des Tages hatte sich das Programm mittlerweile deutlich in Richtung dunklerer und stimmungsvollerer Klänge bewegt.

Danach übernahmen Moonspell. Die Portugiesen brachten ihre Mischung aus Gothic, Dark Metal und Metal mit atmosphärischer Note auf die Bühne. Ein guter Übergang vom düsteren Festivalabend zum letzten großen Act des Tages.

Testament – Thrash zum Abschluss

Um 23:45 Uhr gehörte die Mainstage schließlich Testament.

Die Thrash-Metal-Veteranen waren ein würdiger Abschluss für den ersten großen Festivaltag. Nach mehr als zehn Stunden Musik dürfte allerdings auch beim Publikum langsam der Akku leer gewesen sein.

Die Band hatte trotzdem die undankbare Aufgabe, noch einmal alles aus den verbliebenen Energiereserven herauszuholen.

Und draußen waren mittlerweile nur noch ungefähr 11 Grad.

Willkommen auf dem Party.San.


Freitag – Death Metal und ein kaputtes Keyboard

Der Freitag begann nicht unbedingt sanfter.

Mit Guttural Slug stand eine Band auf dem Programm, die diese Aufgabe geradezu perfekt erfüllte. Brutal Death am frühen Nachmittag ist schließlich die musikalische Antwort auf Kaffee: schnell, bitter und möglicherweise nicht für jeden Magen geeignet. Wer danach noch müde war, hatte wirklich alles versucht.

Im Zelt eröffneten währenddessen Nail by Nail den Festivaltag. Die Band sorgte dafür, dass auch dort früh wieder Bewegung aufkam. Für alle, die nicht den Weg zur Mainstage antreten wollten, gab es also direkt eine Alternative.

Danach folgten auf der Mainstage A Canorous Quintet. Die Schweden stehen für melodischen Death Metal und brachten damit etwas mehr Struktur und Melodie in den Freitag. Ein schöner Kontrast zum vorherigen Grindcore-Gewitter.

Im Zelt übernahmen Endonomos. Die Band blieb der dunkleren Ausrichtung des Tentstage treu. Ein weiterer Beweis dafür, dass die kleinere Bühne keineswegs nur als Wartezimmer für die Mainstage dient.

Wormed – Technik statt Mittagsschlaf

Mit Wormed wurde es auf der Mainstage anschließend technisch anspruchsvoll. Hier bekam man Death Metal geboten, bei dem offenbar niemand beschlossen hatte, dass ein Gitarrenriff kompliziert genug sein könnte. Die Musik richtet sich an alle, die bei einem normalen Gitarrensolo denken: „Da geht doch bestimmt noch mehr.“

Im Zelt folgte währenddessen Crawl. Schwedischer Death Metal der alten Schule passte hervorragend in das Programm. Roh, dreckig und ohne unnötigen Firlefanz.

Danach kamen auf der Mainstage Sorcerer. Die Band brachte eine Portion Doom und klassischen Heavy Metal in den Freitag. Nach dem bisherigen Death-Metal-Programm war das eine willkommene stilistische Abwechslung.

Jungle Rot – direkt, dreckig und großartig

Dann kam Jungle Rot.

Für mich ebenfalls ein ganz klares Highlight. Die Band spielte ihren Death Metal so direkt und dreckig, wie man es sich auf dem Party.San wünscht.

Keine unnötigen Umwege, einfach Druck aufbauen und das Publikum mitnehmen.

Im Zelt ging es währenddessen mit Death Worship weiter. Der Name ließ bereits erahnen, dass hier niemand plötzlich akustische Lagerfeuermusik erwarten musste. Musikalisch passte die Band perfekt in die dunkle Ausrichtung des Zeltes.

Auf der Mainstage folgte Afsky. Die Band brachte wieder eine deutlich atmosphärischere und melancholischere Seite des Black Metal ins Programm. Gerade dieser Wechsel zwischen Brutalität und Atmosphäre macht eine gute Running Order aus.

Im Zelt standen danach Lucifer’s Child auf der Bühne. Der Black Metal der Griechen passte hervorragend in den späteren Nachmittag. Düster, intensiv und mit genügend Atmosphäre, um das Zelt ordentlich in Beschlag zu nehmen.

Deceased und Wolves in the Throne Room

Mit Deceased wurde es auf der Mainstage wieder klassischer und härter. Die Mischung aus Death und Thrash Metal passte hervorragend zum Festival. Eine Band, die musikalisch irgendwo zwischen Nackenbrecher und Old-School-Fanservice angesiedelt ist.

Danach folgten Wolves in the Throne Room. Jetzt wurde es wieder atmosphärischer und teilweise fast hypnotisch. Eine schöne Abwechslung zu den vielen klassischen Death-Metal-Attacken des Tages.

Im Zelt übernahmen Asagraum. Black Metal blieb damit auch auf der kleineren Bühne ein wichtiger Bestandteil des Freitags. Der Auftritt passte hervorragend in die dunkle Abendstimmung.

Sacred Reich und Alcest

Mit Sacred Reich kam anschließend eine echte Thrash-Institution auf die Mainstage. Nach dem vielen Death und Black Metal tat etwas klassischer Thrash richtig gut. Die Band brachte eine andere Art von Energie ins Publikum und sorgte für einen willkommenen Stilwechsel.

Im Zelt übernahmen derweil Fleshcrawl. Die Band stand für klassischen Death Metal und bildete damit einen schönen Gegenpol zum experimentelleren Programm der Mainstage.

Danach folgte Alcest. Die Franzosen brachten ihre ganz eigene Mischung aus Black Metal, Post-Metal und Shoegaze auf die Bühne. Plötzlich war weniger rohe Gewalt und mehr Atmosphäre angesagt.

Dark Funeral – zurück in die Dunkelheit

Mit Dark Funeral wurde es anschließend wieder schwarz.

Die Schweden lieferten den erwartbaren schnellen und finsteren Black Metal. Viel Dunkelheit, viel Geschwindigkeit und eine Atmosphäre, bei der wahrscheinlich selbst die Sonne freiwillig Feierabend gemacht hätte.

Und dann war es Zeit für den letzten großen Auftritt.

Amorphis – kaputtes Keyboard, trotzdem großartig

Um 23:45 Uhr betraten Amorphis die Mainstage.

Kurz vor dem Auftritt ging allerdings das Keyboard kaputt. Ersatz wurde organisiert, war offenbar aber nicht ganz so gut eingestellt wie das ursprüngliche Instrument. Dadurch klang das Keyboard stellenweise ungewohnt und einige Besucher störten sich daran.

Mich persönlich hat das überhaupt nicht gestört.

Für mich war Amorphis trotzdem großartig. Die Band machte das Beste aus der Situation und lieferte einen starken Auftritt ab.

Für mich blieb der Auftritt eindeutig ein Highlight.


Samstag – Der Körper sagt nein, die Running Order sagt weiter

Samstagmorgen.

Der Rücken schmerzt, die Füße kündigen eine Gewerkschaftsgründung an und trotzdem geht es weiter.

Auf der Tentstage begann das Programm bereits um 10 Uhr mit Gorefunest.

Gorefunest – Guten Morgen, hier ist Gore

Während normale Menschen am Samstagmorgen vielleicht gemütlich frühstücken, standen auf dem Party.San bereits Besucher vor der Bühne und ließen sich Gore Metal um die Ohren hauen.

Das ist entweder verrückt oder einfach die Definition von Festival.

Um 11 Uhr folgten For Victory.

For Victory – Wer liebt schließlich keinen Bolt Thrower?

Das Zelt war für diese frühe Uhrzeit beeindruckend voll. Der Grund dafür lag allerdings auf der Hand: Wer liebt schließlich keinen Bolt Thrower?

For Victory bringen den Sound der britischen Death-Metal-Legenden so überzeugend auf die Bühne, dass sich erstaunlich viele Menschen bereits am Samstagvormittag aus ihren Schlafsäcken geschält hatten.

Offenbar funktioniert Bolt Thrower auch als Wecker.

GUT – Grindcore zum Mittag

Auf der Mainstage folgte um 12 Uhr GUT.

Damit war auch die traditionelle Grindcore-Portion des Festivals korrekt platziert. GUT gehören zu den deutschen Grind-/Goregrind-Institutionen und lieferten genau das, was der Veranstalter angekündigt hatte: kompromissloses Geballer, schwarzen Humor und musikalische Grenzüberschreitungen.

Wenn man wissen möchte, wie man aus drei Minuten Musik möglichst viel Chaos produziert, ist GUT eine gute Adresse.

Im Zelt ging es anschließend mit Baxaxaxa weiter. Der Name klingt bereits nach einer verschlüsselten Botschaft aus dem tiefsten Black-Metal-Untergrund. Musikalisch blieb es entsprechend düster.

Auf der Mainstage folgten Gates of Ishtar. Die Schweden brachten melodischen Death Metal in den Samstag. Nach dem Grindcore-Gewitter von GUT war das fast schon wieder strukturierte Musik.

Im Zelt sorgten Bloody Vengeance für den dunklen Gegenpol. Die Band blieb der extremen Ausrichtung der Tentstage treu. Damit war auch am Samstag die Auswahl zwischen den Bühnen alles andere als einfach.

Mit Internal Bleeding wurde es auf der Mainstage wieder brutal. Die New Yorker gehören zu den bekannten Namen des Brutal Death Metal und ließen entsprechend wenig Platz für musikalische Gemütlichkeit. Wer bis dahin noch keinen Nackenschmerz hatte, bekam hier die letzte Chance.

Im Zelt standen Temple of Dread auf der Bühne. Die deutsche Death-Metal-Band setzte auf einen klassischen, schweren Sound. Damit gab es dort genau die richtige Alternative zum Brutal-Death-Geballer der Mainstage.

Mit Hexvessel änderte sich die Stimmung auf der Mainstage deutlich. Atmosphärische und psychedelische Elemente sorgten für eine musikalische Verschnaufpause. Eine willkommene Abwechslung für alle, deren Nacken inzwischen dringend Urlaub beantragt hatte.

Im Zelt übernahmen Impurity. Der brasilianische Black Metal passte hervorragend in die dunklere Welt der Tentstage. Roh, finster und kompromisslos blieb die Bühne damit ihrem Stil treu.

Danach folgten auf der Mainstage Acranius. Brutaler Death Metal stand wieder auf dem Programm. Nach Hexvessel war das ein ziemlich deutlicher Schritt zurück Richtung Abrissbirne.

Im Zelt sorgten Celeste für einen kompletten Gegenentwurf. Die Franzosen verbinden Post-Black-Metal mit Hardcore- und Sludge-Einflüssen und erzeugten damit eine deutlich beklemmendere Atmosphäre. Ein Auftritt, bei dem weniger das klassische Headbangen und mehr das Eintauchen in die Musik im Mittelpunkt stand.

Mit In the Woods… wurde die Mainstage wieder experimenteller. Progressive und atmosphärische Elemente sorgten für Abwechslung. Nach drei Tagen Extrem-Metal war das genau die Art von Band, die noch einmal einen anderen Blickwinkel auf das Genre eröffnete.

Im Zelt spielten Sunken. Auch hier stand Atmosphäre im Vordergrund. Damit war das Tentstage erneut die richtige Adresse für alle, die dem Dauerfeuer der Mainstage für eine Weile entkommen wollten.

Mit Firespawn wurde es auf der Mainstage wieder dunkler und härter. Die Band verbindet verschiedene Spielarten des extremen Metal und brachte damit ordentlich Energie in den Samstagabend. Der Festivalakku wurde dadurch nicht geschont – aber wer wollte am dritten Tag auch noch Energie sparen?

Im Zelt übernahmen Tulus. Die norwegischen Black-Metal-Veteranen sorgten dort für einen würdigen Abschluss des Tentstage-Programms. Dunkel, atmosphärisch und passend zur späten Stunde.

Auf der Mainstage folgte Groza. Der intensive Black Metal passte perfekt zur langsam einsetzenden Dunkelheit. Der Samstagabend wurde damit immer schwärzer.

Danach standen Murder Squad auf der Bühne. Der Name versprach bereits wenig Harmonie und die Musik hielt sich ebenfalls nicht lange mit Höflichkeiten auf. Ein kompromissloser Auftritt auf dem Weg zum Endspurt.

Mit Wolfbrigade kam noch einmal eine kräftige Portion Crust und Hardcore auf die Mainstage. Nach drei Tagen Death und Black Metal war dieser Stilwechsel eine echte Wohltat. Die Schweden brachten ordentlich Energie mit und sorgten dafür, dass noch einmal Bewegung ins Publikum kam.

Danach wurde es mit Marduk richtig schwarz. Die schwedische Black-Metal-Institution gehört zu den großen Namen des Genres und lieferte genau die Art von kompromisslosem Sound, die man von ihr erwartet. Schnell, kalt und finster – damit war der Weg zum Finale frei.

Hypocrisy – das perfekte Finale

Um 23:45 Uhr betraten schließlich Hypocrisy die Mainstage.

Für mich war das der perfekte Abschluss eines ohnehin starken Festivals. Die Schweden verbinden Härte, Melodie und Atmosphäre auf eine Weise, die hervorragend als letzter großer Auftritt funktioniert.

Nach drei Tagen Death Metal, Black Metal, Grindcore, Thrash, Doom und vielen weiteren Spielarten war Hypocrisy genau der richtige Schlusspunkt.

Für mich neben Misery Index, Jungle Rot und Amorphis eines der großen Highlights des Festivals.

Und dann war tatsächlich Schluss.

Drei Tage Metal, unzählige Stunden Musik, wenig Schlaf und vermutlich mehr Bier als Wasser später stand man plötzlich wieder vor dem Campingplatz und fragte sich, warum man eigentlich nicht einfach noch eine Woche Urlaub genommen hatte.


Festivalgelände – Schatten ist Luxus

Auch abseits der Bühnen gab es in diesem Jahr einige positive Veränderungen.

Besonders angenehm fiel der überdachte Essensbereich auf. Das klingt zunächst nach einer Kleinigkeit, war bei rund 26 Grad aber tatsächlich ziemlich wertvoll. Schattenflächen sind auf dem Party.San traditionell eher rar gesät.

Der überdachte Bereich wurde deshalb schnell zu einem beliebten Rückzugsort.

Essen, trinken, kurz durchatmen – und dabei nicht langsam selbst zum Grillgut werden.

Manchmal sind es eben die kleinen Dinge, die ein Festival besser machen.

Auch die zwei Duschcamps waren wieder ein Pluspunkt. Die Shower & Shit Flat Rate kostete dieses Jahr allerdings bereits 15 Euro.

Nicht ganz günstig, aber nach drei Tagen Festival durchaus eine Investition in die soziale Verträglichkeit.


Getränke – erstaunlich vernünftig

Bei den Getränkepreisen kann sich das Party.San weiterhin sehen lassen:

  • Bier: 4,50 €
  • Whisky-Cola: 6,00 €
  • Cola/Fanta/Apfelschorle: 3,00 €
  • Wasser: 2,00 €
  • Becherpfand: 2,00 €

Gerade das Becherpfand finde ich persönlich sehr gut.

Auf vielen Festivals sind mittlerweile drei Euro Standard. Zwei Euro wirken dagegen fast schon wie ein Entgegenkommen des Finanzamtes.

Natürlich hat man nach drei Tagen trotzdem einen Haufen Pfandbecher in der Tasche und fühlt sich kurz wie ein Kleinkreditinstitut. Aber immerhin eines mit fairen Konditionen.


Das Partyzelt – drei Uhr ist nicht das Ende der Nacht

Beim Sound der eigentlichen Bands gab es dagegen kaum etwas auszusetzen.

Mainstage und Tentstage waren soundtechnisch gut. Instrumente und Gesang waren ordentlich zu hören und auch bei den extremen Musikrichtungen funktionierte der Sound gut.

Anders sah es leider im Partyzelt aus.

Donnerstag und Freitag lief das Zelt immerhin bis 3 Uhr morgens. Das ist grundsätzlich schon eine gute Sache – schließlich ist der letzte Headliner nicht automatisch das Signal, dass ein Metal-Fan plötzlich schlafen möchte.

Allerdings könnte man meiner Meinung nach ruhig darüber nachdenken, das Partyzelt noch länger offen zu lassen.

Schließlich sind Metaller nicht unbedingt dafür bekannt, beim Alkohol nach der ersten Runde höflich „Nein, danke“ zu sagen und um Mitternacht ins Bett zu gehen. Wenn man dieses Klischee schon bedienen muss, dann bitte wenigstens mit einer entsprechend langen Öffnungszeit des Partyzelts.

Gerade nach einem langen Festivaltag gehört das gemeinsame Feiern für viele Besucher einfach dazu.

Leider war der Sound dort deutlich schwächer als auf den Festivalbühnen.

Noch mehr fehlte es allerdings am Mitsing-Potenzial.

Natürlich liefen auch bekannte Songs, aber gerade Donnerstag und Freitag hätte ich mir deutlich mehr Klassiker aus Rock und Metal gewünscht, bei denen wirklich das komplette Zelt mitsingen kann.

Die Preparty am Mittwoch hat gezeigt, dass das hervorragend funktioniert.

Nach einem langen Festivaltag möchte man irgendwann schließlich nicht mehr analysieren, welchem Subgenre der gerade laufende Song zuzuordnen ist.

Man möchte den Arm um den Nebenmann legen und einfach grölen.

Mehr Mitsing-Klassiker und eine längere Öffnungszeit würden das Partyzelt meiner Meinung nach deutlich aufwerten.


Fazit – Party.San bleibt Party.San

Das Party.San Open Air 2026 war wieder einmal ein Festival, bei dem die positiven Eindrücke deutlich überwiegen.

Die Atmosphäre war wie immer außergewöhnlich. Genau diese Mischung aus Musik, Camping, alten Bekannten und neuen Bekanntschaften macht das Festival für mich besonders.

Das Wetter spielte hervorragend mit. Tagsüber waren rund 26 Grad angenehm, abends wurde es allerdings empfindlich kalt – bis hin zu etwa 11 Grad beim Headliner.

Der überdachte Essensbereich war eine echte Verbesserung, die Duschcamps waren praktisch und die Getränkepreise blieben erfreulich vernünftig. Auch das Becherpfand von zwei Euro ist im Vergleich zu vielen anderen Festivals angenehm.

Musikalisch bot die Running Order eine beeindruckende Mischung aus Death Metal, Black Metal, Grindcore, Thrash, Doom und vielen weiteren Spielarten.

Eine kleine Kritik gibt es natürlich trotzdem. Das Partyzelt könnte beim Sound und vor allem beim Mitsing-Faktor noch deutlich zulegen. Und wenn man schon bis 3 Uhr geöffnet hat, darf man sich meiner Meinung nach ruhig fragen, warum um diese Uhrzeit eigentlich schon Schluss sein muss.

Vielleicht ist die Antwort aber auch ganz einfach:

Der Veranstalter weiß, dass Metaller trinken.

Der Veranstalter weiß, dass Metaller feiern.

Und der Veranstalter weiß vermutlich auch, dass ein erheblicher Teil des Publikums am nächsten Morgen trotzdem wieder um zehn Uhr vor der Bühne stehen wird.

For Victory hat schließlich bewiesen, dass man mit dem richtigen Soundtrack sogar einen Festivalmorgen überlebt.

Am Ende bleibt deshalb genau das, was ein gutes Festival hinterlassen sollte:

Drei Tage Metal, wenig Schlaf, kalte Nächte, warme Tage, jede Menge gute Musik, faire Getränkepreise, eine außergewöhnliche Atmosphäre und genug Erinnerungen, um bis zum nächsten August davon zu erzählen.

Bis 2027!