PANDEMONIUM – „Bones Will Rise from the Ground Live“ (Compilation)

PANDEMONIUM – „Bones Will Rise from the Ground Live“ (Compilation)

📁 Allgemein, Reviews 🕔30.Dezember 2018
PANDEMONIUM – „Bones Will Rise from the Ground Live“ (Compilation)

PANDEMONIUM – „Bones Will Rise from the Ground Live“ (Compilation)

Label: Old Temple

Laufzeit: 61:55 min

VÖ: 06.03.2015

Genre: grandioser Black Death Metal voller Epik und Gewalt

Manchmal fällt mir zufällig eine Scheibe in die Hände, die bei Veröffentlichung entweder gar nicht wahrgenommen oder aber sträflich unterbewertet wurde. Im Fall der 2015 aufgelegten Zusammenstellung „Bones Will Rise from the Ground Live“ der polnischen PANDEMONIUM hat das wahrscheinlich mehrere Gründe. Neben dem wenig originellen Namen (auf Metal Archives gibt es derer allein acht) ist es wohl auch die Tatsache, dass „Bones Will Rise from the Ground Live“ zunächst kein harmonisches Gesamtbild abgibt. Neben einem neuen Lied („In Lord We Trust“) gibt es drei recycelte Stücke sowie mit „Equimanthorn“ ein Cover von Bathory, bevor schließlich neun Liveaufnahmen eines Konzertes aus dem Jahr 2005 folgen.

Und doch fängt das Werk nach anfänglicher Skepsis im Lauf der Zeit stetig an zu wachsen, wird größer, schwerer, böser, großartiger. Da ist diese Liveatmosphäre, die abgesehen von den deutlich zu leisen Gitarren alles das atmet, was ein Konzert in einem kleinen Klub atmen muss. Schweiß, Dunst, Dunkelheit, Bier, ein feiernde Masse, eine so enthusiastische wie hoch konzentrierte Band. Von einem wuchtigen Schlagzeug unentwegt nach vorne getrieben, präsentiert die Band eine äußerst authentische Werkschau ihres damaligen Schaffens, wütend, brutal, tight. Das ist eine erdige, dreckige Mischung aus Black und Death Metal, hart und vorwärts stürmend, aber immer wieder aufgebrochen von schwerem Groove und erhabener Melodik.

Da sind aber vor allem das neue und die beiden vom großartigen 2012er Album „Misanthropy“ bekannten und veredelten Lieder. Hier wird eine Aura erschaffen, die mitreißt und begeistert, vor allem aber tief im Herzen berührt. Das ist dunkel, episch und weit, das erzeugt Gefühle von Größe und Macht. Vor allem die Riffs erschaffen mit ihrer epischen und mystischen Schwere meterdicke Schichten aus Wüstensand, Sturm und Nacht und erinnern in ihrer Melodik an archaische Zeiten, an längst vergangene Reiche voller Grausamkeit und Gewalt, an Sklaverei, Tod und Verderben. Das wird unterstützt durch orientalische Rhythmiken, weiblichen Gesang („Only The Dead Will See The End Of War“) und ein Schlagzeug, das mit seinem machtvollen und von perkussiven Elementen durchzogenen Spiel eine massive Undurchdringlichkeit erbaut. Darüber thront ein Gesang, der aggressiv und voluminös seine Botschaften in die Dunkelheit hinaus reklamiert, der selbstbewusst und energetisch agiert. Das alles erzeugt bei einem so erdigen und dunklen wie kraftstrotzenden und transparenten Sound eine Musik, die packt, umarmt, die einen Sog erschafft hinein in einen Kosmos magischer Unendlichkeit.

Fazit: PANDEMONIUM haben uns mit „Bones Will Rise from the Ground Live“ viel mehr geschenkt als ein reines Produkt für Fans. Das ist großartige Musik, die so unbarmherzig nach vorne preschen kann wie sie mit dunkler Melodik berührt. Wer Bands wie Behemoth oder Triptykon, aber auch die epischen Immortal und im Midtempo walzenden Vader mag, der wird auch PANDEMONIUM lieben. Und mit „In Lord We Trust“ ist auch schon der Vorgeschmack auf das folgende Album „Nihilist“ (2017) enthalten. Aber das ist schon wieder eine neue, wunderbare Geschichte.

Liederliste:

1. In Lord We Trust (5:05)
2. Only The Dead Will See The End Of War (6:19)
3. Misanthropy (4:19)
4. Equimanthorn (3:46)
5. Hellspawn (2:59)
6. Hagia Sophia-Ningishida (Live) (6:02)
7. Nar Mattaru (Live) (5:16)
8. Dingir Xul (Live) (3:10)
9. Gat Etemmi (Live) (3:25)
10. Whispered in the Dark (Live) (5:17)
11. Memories (Live) (4:26)
12. Ritual Combat (Live) (3:54)
13. Unholy Existence (Live) (3:41)
14. The Maze Of The Rituals (Live) (4:16)

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