MONSTROSITY – „Screams from Beneath the Surface“
Genre: Eine wahre American Death Metal Legende! Lee Harrison – im Übrigen ein mehr als grandioser Schlagzeuger – hält
Genre: Eine wahre American Death Metal Legende!
Lee Harrison – im Übrigen ein mehr als grandioser Schlagzeuger – hält das Monster MONSTROSITY seit 1990 am Leben. Neben Gitarrist Matt Barnes sind Mister Mark Van Erp am Bass wieder und Mister Ed Webb am Gesang neu dabei. Dass die Mischung passt und die Atmosphäre innerhalb der Band offensichtlich stimmt, ist eindrucksvoll am neuen Album „Screams from Beneath the Surface“ zu hören. Satte nahezu acht Jahre hat es gedauert, um den Nachfolger von „The Passage of Existence“ zusammenzuzimmern. Und, das vorweg: Von Altersmilde oder Verschleißerscheinungen keine Spur, im Gegenteil! Das Ding ist ein echter Hassbrocken, der nicht nur vom großartigen musikalischen und handwerklichen Können der Herren geprägt ist, sondern auch von Mut und ungestümer Leidenschaft zeugt.
Mutig ist es, ein Album mit einem Lied wie „Banished to the Skies“ zu beginnen. Mit schwerem Groove darf sich hier ein gewaltiges Riffgebirge langsam und stetig aufbauen, bei aller unerbittlichen Härte geprägt von epischer Opulenz und zutiefst melancholischer Dunkelheit. Das ist die pure Schönheit des Death Metal, gegossen in sieben Minuten menschlicher Existenz. Aber auch für alle Geschwindigkeitsfetischisten und schnörkellosen Traditionalisten gibt es genug Hörstoff. „The Colossal Rage“ oder „Blood Works“ hauen mit zackigem Anlauf und voller Wucht ordentlich auf die Fresse. Insgesamt lebt „Screams from Beneath the Surface“ dabei – selbstverständlich stets innerhalb der Genregrenzen – von Abwechslung und Ideenreichtum. Das zeigt sich nicht nur in den unterschiedlichen Grundtempi der Lieder, sondern auch durch gekonnt eingesetzte Tempowechsel innerhalb dieser selbst. Dabei klingt das nie nach Stückwerk, sondern steht jederzeit im Dienste der Musik und hält diese frisch und unverbraucht. Paradebeispiel ist das abschließende „Veil of Disillusion“, das die nahezu perfekte Symbiose aus Emotionen und technischer Finesse darstellt: monströs pumpender Bass, Schlagzeugbreaks zum Niederknien, und wahnsinnige Gitarrensoli aus der Hölle. Dazu passt sich Mister Ed Webb am Gesang hervorragend in die Band ein. Stimmlich nicht weit weg vom Vorgänger Mike Hrubovcak setzt er mit seinem dunklen, aber äußerst aggressiven Growlen Akzente und vermag sowohl den schnellen Bangern als auch den zähfließenden Fleischwalzen genau das zu geben, was sie brauchen: mal die schiere Wut, schonungslos ehrlich herausgebellt („The Atrophied“), mal die pure anklagende Verzweiflung („The Dark Aura“). Und schließlich sind da als Sahnehäubchen die grandiosen Soli eines Mister Barnes, die den Stücken immer wieder diese Prise Aberwitz, Unberechenbarkeit und Manie einhauchen, die eben Songs aus der Masse guter Death Metal Songs herausstrahlen lassen mit der hellen Flamme des Genies. Das alles wird mit einem fetten, dunklen, aber dennoch transparenten Sound veredelt, der die Stimmung der Musik hervorragend trägt und bei aller modernen Energie die Aura von Dreck und Wut nicht vernachlässigt.
Fazit: MONSTROSITY legen mit „Screams from Beneath the Surface“ ein Album vor, dass nichts weniger iost als ein großartiges Referenzwerk die Vereinigung verschiedener Welten des Death Metal: Emotionen und technische Klasse, Melancholie und Aggression, Moderne und Tradition, Skalpell und Mottek, Raserei und zähfließende Massivität. Vor allem aber ist das ehrlich, mitreißend und randgefüllt mit echter, unverfälschter Liebe zum Death Metal. Und mehr darf ja wohl auch nicht erwartet werden. Also: Kaufen. Genießen. Rübe schütteln. Danke, meine Herren!
Liederliste:
- Banished to the Skies (6:40)
- The Colossal Rage (3:24)
- The Atrophied (5:28)
- Spiral (3:15)
- Fortunes Engraved in Blood (3:33)
- Vapors (3:24)
- The Thorns (3:54)
- Blood Works (3:17)
- The Dark Aura (4:08)
- Veil of Disillusion (5:17)
Label: Metal Blade Records
Laufzeit: 42:20 min
VÖ: 13.03.2026
Quelle & © Bilder/Info/Clips: Monstrosity / Metal Blade Records



