METAMORPHER – „Becoming“ (EP)

METAMORPHER – „Becoming“ (EP)

📁 Reviews 🕔20.September 2018
METAMORPHER – „Becoming“  (EP)

METAMORPHER – „Becoming“

Label: Timezone Records

Laufzeit: 18:59 min

VÖ: 21.09.2018

Genre: Progressive Power Metal

METAMORPHER wissen, was sie wollen. Und können das, was sie wollen, auch noch verdammt gut. Hier sind unbestritten keine jungen Hüpfer zu hören, sondern hoch professionelle, gestandene Musiker, die ihre Instrumente exzellent beherrschen und zudem beim Sound keine Kosten und Mühen gescheut haben. Denn ein Dan Swanö ist garantiert nicht für die berühmten Peanuts zu haben. Dafür gibt es aber auch einen über alle Zweifel erhabenen modernen Sound, soll heißen: mächtig druckvoll, voluminös, kompakt, transparent, fein ziseliert, ausgewogen.

Zu hören gibt es Power Metal mit progressivem Einschlag im besten Sinne. Die drei langen Songs sind anspruchsvoll strukturiert, nehmen aber dennoch zu jeder Sekunde den Hörer bei der Hand und begleiten ihn auf einem klaren und nachvollziehbaren Weg. Getragen werden die Lieder zunächst von einem so akzentuierten wie wuchtigen Schlagzeugspiel, das sich jederzeit in den Dienst der Musik stellt. Dies gilt ebenso für den Bass, der besonders im letzten Stück „House In The Fields“ mit einem wunderbar entspannten Basslauf zu begeistern weiß. Auf diesem Fundament können die Gitarren mit treibenden, abwechslungsreichen Riffs und melodiösen Leads glänzen, die immer wieder überraschende Wendungen nehmen, von Ausflügen in den Thrash bis hin zu tief in die Musik eingebetteten unsagbar fetten Grooveparts. Und als Sahnehäubchen gibt es geschmackvolle Soli, die sich perfekt in die Lieder einfügen und diese zusätzlich veredeln. Und dann kommt da der Herr Michael Junker mit einer wirklich dynamischen, kraftvollen und energetischen Stimme, die aufgrund ihrer rauen und rockigen Grundstimmung den Liedern nochmal einen richtigen Punch verpasst. Der Herr kann singen, und das macht er mal emotional und mitreißend, mal aggressiv und machtvoll, und zu jeder Sekunde spürt man das große Selbstbewusstsein und dieses untrügliche Gefühl, sich seiner Sache sehr sicher zu sein. Und dies darf Herr Junker auch, denn diese vitale Stimme darf in Strophen wie Refrains durch ihre fassbaren und eingängigen Gesangslinien brillieren, welche die Musik umarmen, zusammenhalten, erstrahlen lassen. Das ist ganz große Kunst! Und das größte Kompliment, das ich den Herren machen kann: Ich merke zu keiner Sekunde, wie lang die Lieder sind, so kurzweilig, interessant, packend und eindringlich fliegen sie an mir vorüber, der wunderbare Refrain in „Like A Mantis“, das Solo in „Limbic“, oder die völlig kitschfreie Gitarrenmelodie in „House In The Fields“.

Fazit: METAMORPHER legen mit „Becoming“ einen ganz gewaltigen Appetithappen besten Prog Power Metals vor. Für Liebhaber von Symphony X, Pagan’s Mind, Allen Lande und Konsorten ist das hier Pflicht. Und ich bin gespannt, nein, ich freue mich, was uns METAMORPHER auf einem ganzen Album an komplexem, leidenschaftlichem und verdammt fett rockendem Metal präsentieren werden. Bis dahin gilt: Ungeduldig warten und sich ja nur nicht vom selbst ernannten „Ambient“ abschrecken lassen, von dem ich gerne mal wissen möchte, wer diese hanebüchene (Und das ist ein Euphemismus!) Selbstbeschreibung verbrochen hat.

Liederliste:

1. Like A Mantis (6:51)
2. Limbic (5:28)
3. House In The Fields (6:40)

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