Metal Church (USA) – Live At Rock Hard 2016
Metal Church beweisen mit „Live at Rock Hard 2016“, dass eine Band nicht zwingend brandneues Material braucht, um auf
Metal Church beweisen mit „Live at Rock Hard 2016“, dass eine Band nicht zwingend brandneues Material braucht, um auf der Bühne frisch, kraftvoll und gefährlich zu klingen. Der Mitschnitt vom Rock Hard Festival fängt die US-Metal-Veteranen in einer erstaunlich druckvollen Verfassung ein – irgendwo zwischen routinierter Professionalität und echter Spielfreude. Ein knappes Jahr zuvor war Mike Howe (R.I.P.) gerade erst wieder frisch zur Band dazu gestossen.
Schon die ersten Songs machen klar, wohin die Reise geht: fette Gitarren, treibendes Schlagzeug und die markante Stimme von Mike Howe, die rau, klar und gleichzeitig angenehm ungeschliffen aus den Boxen kommt. Besonders stark ist, dass die Band nicht versucht, ihre Klassiker künstlich zu polieren. Stattdessen klingen Stücke wie „Fake Healer“, „Badlands“ oder „Watch the Children Pray“ direkt und lebendig. Die Gitarrenarbeit steht dabei natürlich im Mittelpunkt. Kurze Soli, harte Riffs und melodische Leads wechseln sich ab, ohne dass der Sound überladen wirkt.
Die Setlist ist ein gelungener Mix aus verschiedenen Karrierephasen. Natürlich konzentriert sich die Band auf ihre bekanntesten Songs, doch auch jüngere Stücke fügen sich problemlos ein. Gerade dadurch entsteht ein abwechslungsreicher Konzertfluss, der nie den Eindruck erweckt, hier würde lediglich ein Pflichtprogramm abgespult. Das Publikum ist ebenfalls deutlich zu hören und sorgt für die passende Festivalatmosphäre. Man bekommt das Gefühl, mitten in der Menge zu stehen, auch wenn der Sound insgesamt erfreulich sauber bleibt.
Ganz ohne kleine Schwächen kommt der Mitschnitt allerdings nicht aus. An manchen Stellen wirkt die Produktion etwas trocken, und die Übergänge zwischen den Songs könnten mehr Dynamik vertragen. Außerdem fehlt gelegentlich ein wenig die rohe Unberechenbarkeit, die einen wirklich legendären Live-Mitschnitt auszeichnet. Metal Church liefern eher eine souveräne als eine chaotische Show. Wer die Tour damals erleben durfte, weiß wovon hier die Rede ist.
Fazit: Trotzdem ist „Live at Rock Hard 2016“ ein überzeugendes Dokument einer Band, die ihren Stil kennt und ihn mit Nachdruck ausspielt. Wer klassischen, riffbetonten Metal mag, bekommt hier eine starke Mischung aus Härte, Melodie und Konzertfeeling. Kein überlebensgroßes Live-Meisterwerk, aber ein ehrlicher, druckvoller Mitschnitt, der Lust darauf macht, Metal Church selbst einmal vor der Bühne zu erleben.
- Fake Healer
- In Mourning
- Start The Fire
- Reset
- Gods Of Second Chance
- Date With Poverty
- No Tomorrow
- Watch The Children Pray
- No Friend Of Mine
- Killing Your Time
- Beyond The Black
- Badlands
- The Human Factor
- Interview (Nur auf DVD)
Label: MIG Music
VÖ: 09.10.2026
Laufzeit: 82:01 Min
Herkunft: USA
Stil: US Metal



