LACRIMAS PROFUNDERE, Wisborg – Hannover, Subkultur am 04.11.2019

LACRIMAS PROFUNDERE, Wisborg – Hannover, Subkultur am 04.11.2019

📁 Allgemein, Live, Musik, Reviews 🕔11.November 2019
LACRIMAS PROFUNDERE, Wisborg – Hannover, Subkultur am 04.11.2019

Den Nachholtermin für die abgesagte Show aus dem Januar, als Lacrimas Profundere (zusammen mit Ewigheim) für das MusikZentrum in Hannover gesetzt waren, aber kurzfristig canceln mussten, haben die Gothic-Rocker nun erfolgreich hinter sich gebracht. Zum Wohle der anwesenden Fans; leider waren es nämlich nicht annähernd so viele, wie man für eine Show von Lacrimas Profundere gewohnt sein mag. Ob es daran lag, dass es ein Montag war, mag ich eher bezweifeln. Vielleicht sind viele einfach nur müde von dem Megaangebot der zahlreichen Konzerte in Hannover und Umkreis. Doch da stellt sich schon die Frage, warum die Fans bereit sind Unsummen für Megakonzerte auszugeben, aber eben nicht die Clubatmosphäre vorziehen; den wahren Sound, das besondere Feeling eben. Zumal an diesem Abend auch noch eine heimische Band als Support mit von der Partie gewesen ist, WISBORG aus der Hannover-Nordstadt. Allein dieses Duo hätte schon ihre Freunde, Familie und Co. ziehen müssen. Doch nun, etwas mehr als um die 50 Fans hatten dennoch sichtlich Spaß und Freude mit beiden Bands an diesem Subkultur-Abend.


WISBORG haben zum Glück (auch) die Gitarren für sich sprechen lassen. Zwar kam der Bass & Drums aus der Dose, aber daran gewöhnte man sich durchaus schnell. Das gewisse WGT-Feeling war sofort spürbar, denn die Loops/Synth-Klänge gehören eben zu dieser Band dazu, wie zu den berühmt, berüchtigten Festivals dieser Szene. Und auch wenn das „heimische“ Publikum etwas brauchte, so zündeten die Songs nach einer guten Viertelstunde dann doch. Etwas Sisters of, eine Prise OUL, dazu ein bisschen Drab Majesty und gewissen Type-O-look: dieses Duo sollte man im Auge behalten, vor allem für die nächsten Wave-Metal-Abende in den Discotheken als für Shows bei den „schwarzen“ Festivals á la M´er Luna, WGT-Treffen usw. Bin gespannt, was das Duo aus der kommenden Tour ab Januar als Support von Eden weint im Grab macht.

Das Intro erklingt und bereits jetzt geht Julian wie von der Tarantel gestochen zu Werke –der hyperaktive Typ schlechthin. Stimmlich passt er sowieso hervorragend in diese Band, das grenzt schon an Wunder, dass es Oli schafft immer wieder derartige Talente an Land zu ziehen.
Die anderen LACRIMAS PROFUNDERE-Herren sind ebenso auf volle Power eingestellt. Konzentriert, rockig und eben mit viel Spaß an der Freud dabei. Das merkt man der Truppe, auch nach so vielen Shows und Jahren im Geschäft an. Auch der neuen Livebasser Ilker (von Freedom Call) fügt sich sehr gut ins Team ein. Auch wenn man vielleicht die zweite Gitarre im Liveset bei dem ein oder anderen Song vermisst, so ist es am heutigen Abend nicht wirklich schlimm, es trübt nicht wirklich die Stimmung. Denn, der Sound passt, druckvoll und gut abgemischt, ob bei den wenigen, ruhigeren Momenten oder eben dem heftigen Goth-Rock. Auch die „Rocksau“ Julian kommt mit seiner Stimmgewalt, zwischen clean, düster-hart sehr gut zur Geltung – und natürlich ist sein Stageacting, trotz der kleinen Bühne, absolut genial – als ob er vor tausenden von Fans singen/spielen würde. Er lässt heute niemanden im Publikum aus, um den nicht einzubeziehen oder anzuschauen. Zum Ende hin mischt er sich sogar unter die Fans. Professioneller und rockiger geht es eben nicht. Ja, L.P. kommen an diesem Abend sogar noch deftiger rüber, als es vielleicht sonst der Fall mal gewesen sein mag, da wird auch mal die Doublebass-Attacke ausgepackt (bei u.a. „The Letter“) oder eben gegrowlt. Obwohl es kein Manko gibt, was die Show anbelangt, so darf man durchaus erwähnen, dass es schade ist keinen Song des Vorgängerwerkes „Hope Is Here“ im Set positioniert zu haben. Zudem gab es vom aktuellen, sehr gelungenen Werk „Bleeding the Stars“ gerademal vier Songs. Dennoch, die gut 80 Minuten an einem Montag-Abend in einem kleineren Club sind ein besonders cooler und gelungener Grund, um mal wieder das zu fühlen & erleben wofür man eben Fan ist. So etwas bekommt man nicht erzählt, gebrannt oder gestreamt, da muss man mit dabei gewesen sein.

Setlist von Lacrimas Profundere in Hannover:
(Titel/Album)
Dead To Me (Antiadore)
Her Occasion of Sin (The Grandiose Nowhere)
Like Screams in Empty Halls (Bleeding the Stars)
Remembrance Song (Antiadore)
Again It’s Over (Filthy Notes For Frozen Hearts)
My Release in Pain (Antiadore)
Celestite Woman (Bleeding the Stars)
Antiadore (Antiadore)
A Sigh (Antiadore)
The Kingdom Solicitude  (Bleeding the Stars)
The Letter (The Grandiose Nowhere)
To Bleed or Not to Be (Ave End)
Father of Fate (Bleeding the Stars)
Zugabe:
My Velvet Little Darkness (Filthy Notes For Frozen Hearts)
A Pearl (Songs for the Last View)
Ave End (Ave End)

Also, hier die weiteren Termine der LACRIMAS PROFUNDERE-Shows 2019 mit u.a. als Support von The 69 Eyes:

Die weiteren Bilder des Abends, wie immer in der Galerie:

LACRIMAS PROFUNDERE – Hannover, Subkultur am 04.11.2019

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