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Kamelot (USA) Dark Asylum

Mit „Dark Asylum“ veröffentlichen Kamelot ihr 14. Studioalbum und setzen die Zusammenarbeit mit Produzent Sascha Paeth fort. Das lose

Kamelot (USA) Dark Asylum

Mit „Dark Asylum“ veröffentlichen Kamelot ihr 14. Studioalbum und setzen die Zusammenarbeit mit Produzent Sascha Paeth fort. Das lose Konzept behandelt eine Person, die in der psychiatrischen Einrichtung RavenHill mit manipulierten Erinnerungen, einer beschädigten Identität und verschiedenen Formen psychischer Kontrolle konfrontiert wird. Musikalisch verbindet die Band Symphonic und Power Metal mit progressiven Rhythmen, akustischen Passagen und vereinzelten Folk-Einflüssen. Die 15 Titel sind insgesamt geschlossener angeordnet als auf „The Awakening“, greifen aber häufig auf bekannte Strukturen zurück.

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Hört hier „Dark Asylum“ von Kamelot über die offizielle YouTube-Playlist.

Direkter Einstieg mit starken Refrains

Das kurze „Sanctorium“ führt mit gesprochenen Stimmen, Synthesizern und Orchestrierungen in das Konzept ein. Der eigentliche Auftakt folgt mit „Ashen World“. Alex Landenburg spielt einen druckvollen Rhythmus, Thomas Youngblood kombiniert schwere Riffs mit melodischen Leads und Tommy Karevik wechselt zwischen ruhigem Gesang und hohen, kraftvollen Passagen. Ignacia Fernández ergänzt den Song mit zusätzlichen atmosphärischen Stimmen. Der Titelsong setzt stärker auf Stakkato-Riffs, Klavier und einen sehr eingängigen Refrain. Gerade diese Zugänglichkeit steht allerdings etwas im Widerspruch zur psychologisch belastenden Handlung. Beide Stücke zeigen dennoch früh, dass Kamelot diesmal wieder größeren Wert auf klar erkennbare Gitarrenmelodien legen.

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Schaut hier das offizielle Musikvideo zu „Ashen World“ mit Ignacia Fernández.

Gaststimmen sorgen für klare Kontraste

Auf „Sanctuary“ treffen drei deutlich unterschiedliche Stimmen zusammen. Karevik übernimmt den erzählerischen Schwerpunkt, Clémentine Delauney setzt melodische Akzente und Fernández steuert harschen Gesang bei. Die Wechsel sind nachvollziehbar arrangiert und geben dem Stück eine Dynamik, die über den eher konventionellen Refrain hinausgeht. Nach dem kurzen Zwischenspiel „Nocte Veritas“ folgt „One Last Masquerade“ mit Tobias Sammet. Durch dessen unverwechselbare Stimme erinnert die Nummer zeitweise an Avantasia, bleibt mit Palotais Keyboards und Youngbloods Gitarrenspiel aber als Kamelot-Song erkennbar. Die akustisch geprägte Ballade „Ivy, My Dear“ behandelt Liebe, Erinnerung und Trennung. Kareviks zurückhaltender Gesang und Sean Tibbetts’ präsenter Bass verhindern, dass das Stück zu überladen wirkt.

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Schaut hier das offizielle Musikvideo zu „Sanctuary“ mit Clémentine Delauney und Ignacia Fernández.

Die zweite Hälfte bietet die größere Bandbreite

„Godlike Alchemy“ verbindet einen kompakten Refrain mit Stop-and-go-Rhythmen, orchestralen Einsätzen und einem schweren Breakdown. Inhaltlich geht es darum, die Fähigkeit zur Veränderung nicht bei äußeren Einflüssen, sondern bei sich selbst zu suchen. „The Sleeping Mind (Orphic Paradigm)“ fällt durch progressive Rhythmik und ein starkes Gitarrensolo auf. „Kaleidoscope“ bleibt melodischer, folgt aber einem vertrauten Aufbau. Die Ballade „Enigma (Think of Me)“ gibt Karevik viel Raum, fällt mit fast fünf Minuten jedoch etwas zu lang aus. Stärker ist „Cassandra’s Disease“, das mit härteren Gitarren und Gothic-Elementen die zunehmende Unsicherheit der Hauptfigur beschreibt. Das vollständig auf Isländisch gesungene „Beneath the Moon (Tunglið)“ setzt mit Violine und akustischer Begleitung einen deutlichen Kontrast. „The Puppet King“ beendet die eigentliche Handlung mit hohem Tempo, bevor das instrumentale „Sanctum Requiem“ musikalische Motive des Beginns aufgreift.

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Schaut hier das offizielle Lyric-Video zu „Godlike Alchemy“.

Aufwendig produziert, stellenweise zu glatt

Sascha Paeth und Kamelot produzieren das Album, während Jacob Hansen für Mix und Mastering verantwortlich ist. Schlagzeug, Gesang, Keyboards und Orchestrierungen sind klar getrennt und besitzen ausreichend Druck. Die Rhythmusgitarren geraten in den umfangreicher arrangierten Refrains allerdings mehrfach in den Hintergrund. Karevik liefert eine technisch starke und abwechslungsreiche Leistung, die besonders in „Ashen World“, „Ivy, My Dear“ und „Cassandra’s Disease“ überzeugt. Die zahlreichen Gastauftritte sind sinnvoll verteilt und verändern den Charakter der jeweiligen Songs. Weniger überzeugend ist die wiederkehrende Struktur aus zurückhaltender Strophe, zunehmender Orchestrierung und großem Refrain. Dadurch klingen einige Stücke ähnlicher, als es das Konzept verlangt.

Unser Fazit

„Dark Asylum“ ist ein geschlossenes und sorgfältig produziertes Kamelot-Album mit starken Gesangsleistungen, gelungenen Gastbeiträgen und mehreren sehr guten Refrains. „Ashen World“, „One Last Masquerade“, „Ivy, My Dear“ und „Cassandra’s Disease“ gehören zu den überzeugendsten Songs. Ähnliche Strukturen und die teilweise sehr glatte Produktion begrenzen den Überraschungseffekt. Innerhalb des vertrauten Symphonic-Metal-Stils präsentiert sich die Band jedoch fokussierter und abwechslungsreicher als auf dem direkten Vorgänger.

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