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Joanne Shaw Taylor (UK) – The Trouble With Love

Joanne Shaw Taylor – "The Trouble With Love": Bluesrock mit offenem Herzen

Joanne Shaw Taylor (UK) – The Trouble With Love

Joanne Shaw Taylor war noch nie eine Gitarristin, die sich mit bloßer Fingerakrobatik zufriedengab. Zwar kann sie ihr Instrument zweifellos virtuos bedienen, doch entscheidend ist bei ihr stets, was hinter den Tönen steckt. Auf „The Trouble With Love“, ihrem neuen Studioalbum, rückt diese emotionale Seite noch stärker in den Mittelpunkt. Die am 23. Oktober über Journeyman Records erscheinende Platte wurde erneut von Kevin Shirley produziert und zeigt Taylor so persönlich, verletzlich und vielseitig wie selten zuvor.

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Thematisch kreist das Album – wenig überraschend angesichts seines Titels – um die unterschiedlichen Gesichter der Liebe. Taylor erzählt von Leidenschaft und Verlust, von toxischen Dynamiken, Selbstzweifeln und Heilung. Dabei bleibt sie nicht ausschließlich im klassischen Bluesrock verhaftet. Zwischen bluesiger Erdigkeit, kraftvollen Rockmomenten und soulgetränktem Pop entsteht ein abwechslungsreiches Klangbild, das der emotionalen Spannweite der Songs gerecht wird.

Besonders eindrucksvoll ist „This Is Who I Am“, Taylors Neuinterpretation des Songs von Celeste. Während das Original bereits durch die Thriller-Serie „The Day of the Jackal“ bekannt wurde, verleiht Taylor dem Stück eine deutlich persönlichere Note. Ihre warme, leicht angeraute Stimme trägt den Song zunächst mit bemerkenswerter Zurückhaltung. Erst nach und nach baut sich die Spannung auf, bis ein leidenschaftliches Gitarrensolo die angestaute Emotion freisetzt. Aus einer ohnehin starken Komposition wird so ein stilles, aber kraftvolles Manifest über Selbstannahme und Verletzlichkeit.

Auch die übrigen Vorabveröffentlichungen machen deutlich, wie breit Taylor ihr musikalisches Spektrum auslegt. Der Titeltrack „The Trouble With Love“, gemeinsam mit Joe Bonamassa aufgenommen, lebt von der explosiven Chemie zweier herausragender Bluesgitarristen. „What Good Is My Love?“ mit Orianthi schlägt dagegen leisere, schmerzhaftere Töne an und beschäftigt sich mit unerwiderten Gefühlen. „Hell Or High Water“ bringt schließlich eine trotzige Blues-Gospel-Energie ins Spiel und klingt wie ein musikalischer Befreiungsschlag.

Im Vergleich zu „Black & Gold“ wirkt „The Trouble With Love“ direkter und weniger auf makellose Virtuosität bedacht. Die Gitarre bleibt zwar ein zentrales Ausdrucksmittel, doch sie dient stets dem Song. Taylor spielt nicht, um zu beeindrucken, sondern um innere Zustände hörbar zu machen. Genau darin liegt die große Stärke des Albums.

Fazit: Nicht jeder Moment ist vollkommen überraschend, und manche Arrangements bewegen sich recht deutlich innerhalb vertrauter Bluesrock-Muster. Doch Taylors Stimme, ihre glaubwürdige Interpretation und die starke Produktion verhindern, dass die Platte beliebig klingt. „The Trouble With Love“ ist ein reifes, emotional offenes Album – und ein weiterer Beleg dafür, dass Joanne Shaw Taylor zu den interessantesten Stimmen des modernen Bluesrock gehört.

Label: Journeyman Records

VÖ: 23.10.2026

Laufzeit: 41:04 Min.

Herkunft: UK

Stil: Blues Rock

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