IMMORTAL – Northern Chaos Gods

IMMORTAL – Northern Chaos Gods

📁 Allgemein, Musik, Reviews 🕔18.Juli 2018
IMMORTAL – Northern Chaos Gods

Immortal (N) „Northern Chaos Gods“
Spielzeit: 42 Min.
VÖ: 6.7.2018
Genre: Black Metal

Können sich so viele Käufer des neuen, seit Jahren heiß ersehnten Albums von IMMORTAL wirklich irren? Gerade mal eine Woche auf dem Markt und schon Platz 2 in den Charts!(?)
Ja, jetzt wir jeder Metalfan sagen, dass Charts Mist sind und alles nur Mainstreamkacke usw. Sicher, wer braucht schon wirklich Charts oder Verkaufszahlen, die Fans sicherlich weniger. Aber Lables, Manger und die Bands – durchaus. Von daher darf man sich doch schon fragen, wie es dazu kommen kann, dass ausgerechnet eine Band wie Immortal neben den üblichen HipHop/Rap- und Schlager-Formationen oder eben Metallica-/AC/DC-Konsorten die Charts beherrschen (- und nun womöglich auch eine ECHO-Veranstaltung aufgewühlt hätten, wenn es die noch gäbe:-))?!
Keine Frage, Black Metal ist ja schon lange salonfähig, da müssen wir uns in der Metalszene nichts vormachen. Aber, wenn eine Band wie IMMORTAL nach gut einer Woche bereits auf Platz 2 der Verkaufscharts in Deutschland (nicht Norwegen!) einsteigt, dann ist es doch ein weiterer Beweise dafür, wer tatsächlich noch Alben kauft – und auch hört! Ja, das ist Mainstream. Doch schadet es uns wirklich, wenn das Ergebnis sich sehen und hören lassen kann? Nicht wirklich. Eine Band wie Immortal lässt so etwas sowieso eher kalt; im wahrsten Sinne des Worte. Denn, die Käufer/Fans/Besitzer des neuen Albums sollen Recht behalten, das Werk ist ein eiskaltes Gewitter!

Fragen, die sich wohl jeder im Vorfeld gestellt hatte, wie u.a. Wie werden Immortal ohne Abbath klarkommen? Wird der Gesang und die Gitarrenarbeit, nach gut 20 Jahren Abstinenz von Demonaz, wirklich noch was taugen?
Fragen über Fragen, die schon mit dem ersten Track des Albums ins Abseits gestellt werden. Man wird förmlich weggeblasen mit dem Titeltrack. Beweis genug, dass sich die lange Wartezeit gelohnt hat und man Abbath nicht wirklich vermisst. Es geht ordentlich zur Sache, keine Verschnaufpause (und wenn, dann nur mit u.a. „Where Mountains Rise“ oder dem 9-minütigen „Mighty Ravendark“, die etwas Midtempo-Sons of Northern Darkness-Zeiten bieten).
Kalt, dunkel und brachial. Horgh macht seinen Job einmal mehr hervorragend und trotz etlicher Blastbeats, die gezielt eingesetzt werden, darf er auch mal typisch Midtempo-Death-Metal-like agieren; Peter Tägtgren, der diesmal nicht nur die fette Produktion übernommen hat, sorgt für die druckvollen Bassparts und Demonaz liefert absolut brachiale Riffs hin, die sich gewaschen haben. Dazu der fiese Gesang, als ob sich die alten Herren nochmal in ihrer Jugend wiederfinden würden, aber eben mit einigen Jahre Erfahrung im Business. (Und endlich auch mal wieder ein schlichtes, passend schwarzes Coverartwork, ohne (Comic-)Schnick-Schnack im Schnee & böser Miene!)

Ok, ganz neu und megaüberraschend ist es nicht, denn man merkt sofort den Songs an: wo Immortal draufsteht, ist auch Immortal drin! Und das obwohl es eben eine neue/alte Formation ist. Es ist allemal ein abgrundtiefes, dunkles Werk, welches zu überzeugen weiß und das obwohl die Herren schon einige Jahre auf dem Buckel haben. Soll heißen, die jungen Black Metal-Bands können/dürfen sich gehörig einmal mehr verbeugen – und etwas abschauen.

Ja, eine solche Antwort, nach so vielen Jahren Pause und diese ganzen Probleme in der Band (die man zwischen Abbath und Demonaz gelesen haben mag) habe ich nicht erwartet. Doch nun steht für mich fest: durch den Split zwischen Abbath und Demonaz haben wir viel mehr davon, nämlich zwei sehr gute Bands am Start! Fehlt nur noch, dass sich die beiden wieder lieb haben und sogar gemeinsam auf Tour gehen. Tja, wenn es bei den Albumcharts so weitergeht, dann wird nur die €-Summe für eine gemeinsame Tournee die beiden wieder zusammenbringen; klaro!

Doch bis dahin: DEVILS HORNS UP – der Black-Metal-Winter ist mitten im Juli da!!!

 

 

 

Line-Up „Northern Chaos Gods“:
Demonaz (Vocals und Gitarre)
Horgh (Schlagzeug)
Peter Tägtgren (Session Bass)

Tracklist:

1 – Northern chaos gods 4:25
2 – Into battle ride 3:50
3 – Gates to blashyrkh 4:38
4 – Grim and dark 5:27
5 – Called to ice 5:06
6 – Where mountains rise 5:51
7 – Blacker of worlds 3:43
8 – Mighty ravendark 9:14

 

 

Diesen Artikel in einem Sozialen Netzwerk teilen

Ähnliche Artikel

Nazareth (SCO) – Tattooed On My Brain

Nazareth (SCO) – Tattooed On My Brain

Gerade erst ist die üppige Box pünktlich zum 50. Geburtstag erschienen und schon steht mit „Tattooed On My Brain“ das

Weiterlesen