Hittman – Destroy all Humans

Hittman – Destroy all Humans

📁 Allgemein, Musik, Reviews, Tipp der Redaktion 🕔26.September 2020
Hittman – Destroy all Humans

…und ich hatte schon bei Fifth Angel Angst. Konnte das gutgehen? Nach so vielen Jahren ein Comeback Album einer solch legendären Band? Fifth Angel? Was hat das denn alles mit der neuen Hittman zu tun, komm zum Punkt Alter! Gemach mein ungestümer Freund, die Parallelen sind nämlich frappierend: Zwei gefeierte Werke in grauer Vorzeit. Beide Debuts deutlich heavier als der Nachfolger. Während Fifth Angel beim zweiten Opus mehr in Richtung Melodic Rock tendierten, zog es Hittman auf die progressivere Seite. Beides sorgte bei Fans der Erstlinge nicht für ungeteilte Begeisterung.

Und um nun endlich die Katze aus dem Sack zu lassen: Das aktuelle Album von Hittman ist genauso eine faustdicke Überraschung wie vor einiger Zeit das Oevre, dass Fifth Angel mit „The Third Secret“ vorgelegt haben. Unfassbar, was die Scharfschützen da nach 27 Jahren aufs Band (oder heute wohl eher die Festplatte) gebannt haben. Anders als Fifth Angel, die ihren neuen Output doch sehr metallisch und damit eher in Richtung Debut geschustert haben, pendeln Hittman so dermaßen gekonnt zwischen ihren beiden Frühwerken, dass es einem schwindelig wird. Mal ist es heavy und straight und megamelodisch wie auf dem Erstling, dann blitzen wieder Queensryche-artige Harmonien des zweiten Albums „Vivas Machina“ auf. Das Ganze wirkt trotzdem komplett wie aus einem Guss und hat nie Flickwerkcharakter oder wirkt unentschlossen. Im Gegenteil, alle Stärken der Band werden genauso gekonnt wie beherzt ausgespielt. Wer wie ich das große Glück hatte, diese Ausnahmemusiker mal live zu erleben weiß, was für ein Potential in dieser Band steckt. Komplett ohne Altersmilde zeigen diese Könner, was heute noch in ihnen steckt: Offensichtlich noch mehr als früher. Ich mag hier keinen Song herausheben, dazu ist dieses Hammerteil einfach viel zu stark und homogen. Wer auch nur einen Funken Sympathie für die Band und ihr Frühwerk hat wird das Teil ohnehin lieben. Es ist wie einen guten alten Freund wieder mal zu treffen. Die Freude ist groß und kurz nach dem Intro ist alles wie früher oder besser. Ja, ich gebe zu: Ich bin in keinster Weise neutral. Ich bin ein riesiger Fan dieser Kapelle und will das auch gar nicht verheimlichen. Aber seht es doch mal so: Dementsprechend hoch waren meine Erwartungen an das, was da kam. Und sie wurden noch übertroffen. Auch ein Gütesiegel, wenn auch ein sehr subjektives. Wenn ich auf ganz hohem Niveau jammern will, dann nur darüber, dass die Spielzeit mit gut 42 Minuten gerne noch um den ein oder anderen Song hätte erweitert werden können. Aber besser „all Killer, no Filler“ als noch zig schwache Bonustracks. Herr Doktor, es ist ein Meisterwerk. Definitiv jetzt schon auf meiner Liste für das Album des Jahres.

TRACKLIST

  1. Destroy All Humans (7:32)
  2. Breathe (4:20) 3. The Ledge (4:29)
  3. Code of Honour (5:20)
  4. Total Amnesia (4:18)
  5. 1000 Souls (4:00)
  6. Out in the Cold (4:29)
  7. Love, ‚The Assassin‘ (7:45)

Label: No Remorse Records

VÖ: 25.09.2020

Laufzeit: 43:12 Min.

Herkunft: USA

Stil: Hardrock

 

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