Herumor (D) – Eine Liebe nicht weniger tief (Zwielichtgeschichten I)

Herumor (D) – Eine Liebe nicht weniger tief (Zwielichtgeschichten I)

📁 Allgemein, Musik, Reviews 🕔29.November 2020
Herumor (D) – Eine Liebe nicht weniger tief (Zwielichtgeschichten I)

Asp Spreng kennt man in der schwarzen Szene schon lange, hat sich als genreübergreifender Künstler schon lange etabliert. Doch auf sein neues Projekt, das sich völlig anders darstellt, als ASP, haben seine Fans lange warten müssen. Nun liegt das Debüt von Herumor endlich vor.

Nicht nur musikalisch zeigt sich der Songwriter von einer anderen Seite, sondern auch weniger dunkel und im Schauerroman verhaftet als bei seiner anderen Band. HERUMOR bewegt sich im Zwielicht, der Dämmerung und dem impressionistischen Fleckenspiel von ewigen Wäldern und geheimnisvollen Anderswelten. Hier geben weniger die vertrackt-verschachtelten Erzählzyklen den Ton an, vielmehr bekommt man mit jedem einzelnen Lied die perfekte musikalische Phantastik-Kurzgeschichte. Der Hörer erfreut sich dabei an Erzählungen von Elfen, Trollen, Nymphen, durch die Wälder streifenden, geheimnisvollen Knochenmännern und allerlei anderen Fabelwesen. Das Ziel sei, so Mastermind Asp, dem Hörer mit jedem einzelnen Song eine kleine, intensive Reise zu bieten, ein mentales Kurzabenteuer, um dem Alltag zu entfliehen und durch diesen Miniatururlaub gestärkt dem täglichen Einerlei zu begegnen. Dabei versteht er es, auch in den weniger ausführlichen Songtexten große Tore zu Universen zu öffnen, die Geschichten im Subtext mit Tiefe und einer reichen Umwelt zu versehen. Das Debut-Album von HERUMOR baut auf der reichhaltigen Erfahrung von jemand, dem das Geschichtenerzählen im Blut liegt und der für „Eine Liebe nicht weniger tief“ aus dem Vollen geschöpft hat. Vielleicht gerade deswegen, weil für die musikalischen Kurzgeschichten ein Konzentrat geliefert werden muss, das schnell auf den Punkt kommen, rasch zum Kern vorstoßen muss, um den Hörer genussvoll in die Fremde zu locken. Doch Vorsicht: Was sich nach einer Märchenstunde anhört, ist durchaus sehr erwachsen gehalten und kein reiner Kinderkram. Musikalisch hat er es geschafft, dem Kitsch zu entrinnen und nicht abzudriften in die Tiefen des süßlich-bitteren Melodrams. Das Album ist mehr, als einfach nur ein neues Werk des Ausnahmekünstlers Spreng. Es ist ein Album, das den Hörer auf seine ganz eigene Reise mitnimmt, das Land der Elfen vor dem geistigen Auge entstehen lässt und dadurch zum Verweilen in einer Zauberwelt einlädt.

Fazit: Ein tolles und unerwartetes Werk eines Ausnahmekünstlers.

  1. Zwielichtgestalten
  2. Der Knochenmann, das Vöglein und die Nymphe
  3. Rüstzeug
  4. Die Ballade vom „Treuen Troll“
  5. Windrad
  6. Nie am Tage
  7. Achte meiner Liebe nicht
  8. Schneekönigin, wohin
  9. Happy End für alte Knochen

Label: Trisol Music Group

VÖ: 20.11.2020

Laufzeit: 59:57 Min.

Herkunft: Deutschland

Stil: Folk Rock

Webseite: http://www.herumor.com/

Instagram: nicht vorhanden

 

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