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Deafcon 5 – „F.E.E.L.”

Deafcon…wer? Mir ist die Hamburger Progressive Kapelle noch nicht untergekommen, dabei handelt es sich bei „F.E.E.L.“ schon um ihr

Deafcon 5 – „F.E.E.L.”

Deafcon…wer? Mir ist die Hamburger Progressive Kapelle noch nicht untergekommen, dabei handelt es sich bei „F.E.E.L.“ schon um ihr drittes Album, produziert vom Mastermind der Italienische Progster DGM, Simone Mularoni. Und der stimmtauch, der Sound. Fett, druckvoll und trotzdem transparent bekommt die anspruchsvolle Musik von Deafcon 5 so genügend Luft um sich feinnervig zu entwickeln. Progressive Rock oder Metal ist ein weites Feld, in dem Sich Bands von Spock’s Beard bis Meshuggah oder Mastodon tummeln. Also mal etwas konkreter, Herr Rezensent! Nun, was da auf meine Lauscher trifft, hat Anklänge an die besseren Bands der Progressive Welle der 1990er Jahre. So kann man hier eine Prise Royal Hunt hören, dort einen Hauch Conception und bei härterer Gangart auch mal ein Savatage Aroma vernehmen. Die Referenzen sind also gar nicht mal schlecht, vor allem dann, wenn die Musik wie hier trotzdem eine eigene Handschrift hat und meilenweit weg ist von einfallsloser Kopiererei. Genretypisch ist der Hang zu Songs in Überlänge, dynamischen Passagen, die sich von ätherisch ruhig gerne mal hin zu einem furiosen Brett steigern. Hier muss ja auch der musikalische Ausdruck dem doch recht anspruchsvoll gewählten Thema dieses Konzeptalbums gerecht werden: Die Gefühlswelt der Menschen. Das klappt auch ziemlich gut, denn man kann dem Album durchaus eine hohe Dynamische Bandbreite und emotionale Dichte bescheinigen. Ich persönlich tue mich dabei mit der Stimme vom Vokalisten Michale Gerstle etwas schwer. Der beherrscht zwar durchaus sein Metier, doch sein Gesangsstil bricht für meinen Geschmack doch ziemlich mit der Stilistik der Musik. So eine Stimme würde ich eher im Blues Rock oder Hardrock verorten und stimmig finden. Das allerdings ist wie so oft rein subjektiv und kann ja auch als Eigenständigkeit oder -willigkeit positiv gelesen werden.

Fazit: Ein interessantes und anspruchsvolles Progressive Rock Album mit hoher atmosphärischer Dichte und guten Songs. Eine saubere Produktion und viele gute Ideen. Und eine Stimme die zumindest polarisiert. Alles gut gemacht und wert, sich selbst ein Bild davon zu machen.

 

Tracklist:

  1. Uprising
  2. Straight between the Eyes
  3. Ruthless
  4. My unwanted Bride
  5. Surprise
  6. Dawn
  7. White House Madness
  8. The Journey

Label: Dr Music Records

VÖ: 09.10.2020

Laufzeit: 56:01 Min.

Herkunft: Deutschland

Stil: Progressive Metal

 

https://www.deafcon5.de/