Dead Anarchy (SE) – Evil Within
Dead Anarchy legen 2026 los, als hätten sie direkt morgens schon Benzin statt Kaffee getrunken: Die neue Single „Evil
Dead Anarchy legen 2026 los, als hätten sie direkt morgens schon Benzin statt Kaffee getrunken: Die neue Single „Evil Within“ ist am 20.02.2026 über Tripaway Music erschienen – und macht ab der ersten Sekunde klar, dass die Schweden null Bock auf Kompromisse haben. Zwischen schmutzigem Rock ’N’ Roll, kernigem Heavy Rock und einer schön rotzigen Punk-Kante geht der Track sofort nach vorne. Mit Mike C. (Vocals), Martin (Drums), Mike O. (Gitarre) und Mattias (Gitarre) ist außerdem eine Truppe am Start, die reichlich Erfahrung auf dem Buckel hat – inklusive Tour-Stopps mit Carcass, Entombed, Napalm Death, Michael Monroe und Nazareth. Und genau so klingt „Evil Within“ auch: live-tauglich, kantig, direkt in die Magengrube.
Schwedischer Abriss mit Punk-Biss: So knallt „Evil Within“ rein
Die ersten Sekunden machen direkt Nägel mit Köpfen: Dead Anarchy wollen hier niemanden sanft an die Hand nehmen – die wollen dich überrollen. „Evil Within“ fährt ein druckvolles, schnörkelloses Grundriff auf, das Rock ’N’ Roll, Heavy Metal und Punkrock nicht einfach nur zusammenkippt, sondern ziemlich elegant miteinander verzahnt. Genau da liegt die Stärke des Songs: Das wirkt nie zusammengebastelt, sondern wie ein kompakter Schlag vor die Brust.
Vor allem die Rhythmusfraktion macht richtig Laune. Martin hält das Uptempo stramm und treibt den Song kompromisslos nach vorne, während Mike O. und Mattias an den Gitarren nicht nur auf Krawall setzen, sondern das Ganze sauber strukturieren. Übergänge, Akzente, kleine Reibungen – alles sitzt. „Evil Within“ rennt also nicht einfach blind los, sondern setzt gezielt Reize: Hooks, rhythmische Verschiebungen, Gitarrendetails. Das klingt angenehm ungekünstelt, aber jederzeit kontrolliert. Mehr Clubschweiß als Studio-Politur – mit der Präzision einer Band, die weiß, was sie live kann.
Rauer Gesang, dunkler Druck und Soli mit Haltung
Ein dicker Pluspunkt ist das Soundbild. Dead Anarchy setzen auf eine dunkle, rußige Produktion, die ordentlich Druck macht, ohne im Matsch zu versinken. Gitarren, Bassfundament und Drums greifen sauber ineinander und bauen genau die bedrohliche Stimmung auf, die ein Titel wie „Evil Within“ braucht. Statt steriler Härte gibt’s hier organische Kante – mit Ecken und Kanten, genau wie es sein soll. Das gibt der Single Profil und hebt sie angenehm von austauschbarer Streaming-Ware ab.

Im Zentrum steht Mike C., dessen rauer Shout-Gesang die Nummer nicht nur trägt, sondern regelrecht anschiebt. Hier wird nichts geschniegelt, nichts glattgebügelt – jede Zeile hat Biss. Gleichzeitig hört man aber auch klar, dass hinter der rohen Energie ein gutes Gespür für Songwriting steckt: Die Vocallines funktionieren nicht nur über Attacke, sondern auch über Wiedererkennungswert. Genau deshalb bleibt „Evil Within“ hängen und ist mehr als nur ein kurzer Adrenalinkick. Die Gitarrensoli setzen dem Ganzen am Ende die passende Krone auf: technisch sauber, melodisch wirksam und mit Charakter statt Hochglanz-Fassade.
Worum geht’s? Eher innerer Druck als äußere Monster
Auch ohne ausführlich erklärten Lyrics-Background lässt sich „Evil Within“ ziemlich schlüssig als Song über innere Abgründe lesen: aufgestaute Wut, Zerrissenheit, destruktive Impulse, Selbstsabotage. Schon der Titel deutet an, dass das Bedrohliche hier nicht von außen kommt, sondern im eigenen Inneren sitzt. Und genau das stützt die Musik mit Nachdruck: das drängende Tempo, die düstere Klangfarbe und der aggressive Vortrag wirken wie das akustische Bild eines Zustands kurz vor der Eskalation.
Stark ist dabei vor allem, dass Dead Anarchy das Thema nicht verkopft ausbuchstabieren, sondern körperlich spürbar machen. „Evil Within“ erklärt nicht viel – der Song entlädt sich einfach. Dieser kontrollierte Kontrollverlust gehört zu den großen Qualitäten guter Heavy-Rock-Nummern, und genau da treffen die Schweden ins Schwarze. Die Punk-Schlagseite verstärkt das noch: Probleme werden hier nicht geschniegelt analysiert, sondern mit Lautstärke, Tempo und Attitüde in den Raum gefeuert. Das gibt dem Track Glaubwürdigkeit und Wucht.
Zwischen Motörhead-DNA und eigener Handschrift
Ja, die Motörhead-Referenz liegt nahe – und das ist hier ganz klar als Kompliment gemeint. Diese Mischung aus dreckiger Rock-’N’-Roll-Attitüde, metallischem Punch und punkigem Biss ist kaum zu überhören. Aber Dead Anarchy liefern eben keine lieblose Retro-Kopie. Die Band nimmt diesen Spirit und packt ihn in ein modernes, eigenständiges Profil, gespeist aus Szene-Erfahrung, Live-Praxis und einem guten Gespür für Songdynamik. Dass frühere Veröffentlichungen wie „Sonic Reducer“, das Misfits-Cover „Attitude“ oder „No Enemies“ bereits Aufmerksamkeit erzeugt haben, passt im Rückblick ziemlich gut ins Bild. „Evil Within“ zieht diese Linie hörbar schärfer.
Auch der Veröffentlichungsfluss der letzten Jahre bekommt damit mehr Kontur: Nach mehreren Singles im Jahr 2024 und dem eher einzeln stehenden „Southbound“ (2025) setzen Dead Anarchy mit „Evil Within“ wieder ein deutliches Statement. Und zwar eins, das nicht nach kurzlebigem Streaming-Futter klingt, sondern nach einem Song, der auf der Bühne genauso zündet wie auf Kopfhörern. Genau da liegt das Potenzial der Schweden: rohe Energie plus kompositorisches Gespür – ohne die eigene Kante zu verlieren.
Unsere Wertung:
9 von 10 Punkte!
Unser Fazit:
„Evil Within“ ist eine druckvolle, stark arrangierte Single mit markantem Gesang, dunklem Sound und genau der richtigen Portion Dreck unter den Fingernägeln. Dead Anarchy zeigen einmal mehr, dass Kompromisslosigkeit und gutes Songwriting wunderbar zusammengehen. Wer auf harte Riffs, Punk-Biss und ehrliche Rock-’N’-Roll-Energie steht, sollte den Track definitiv auf dem Schirm haben.

Tracklist
01. Evil Within
Credits
Interpret: Dead Anarchy
Titel: Evil Within
Herkunft: Schweden
Format: Single
VÖ: 20. Februar 2026
Genre: Heavy Rock | Rock ‚N‘ Roll
Label: Tripaway Music


