CHYROC – „Squaring The Circle“

CHYROC – „Squaring The Circle“

📁 Reviews 🕔04.Juni 2018
CHYROC – „Squaring The Circle“

CHYROC – „Squaring The Circle“

Label: Eigenveröffentlichung

Laufzeit: 56:51 min

VÖ: 05.05.2018

Genre: ein echtes Hitalbum zwischen Hardrock, Melodic Rock und AOR

Die Hannoveraner CHYROC treiben sich schon seit gefühlten 30 Jahren in der hannoverschen Musikszene herum. Nun haben sie ihre insgesamt dritte Scheibe „Squaring The Circle“ auf die Welt losgelassen. Und vorweg: Die ist ihnen mehr als eindrucksvoll gelungen.

CHYROC liefern uns in den 11 Stücken hochklassigen Hardrock, der sich zwischen härteren Rockern („Saints And Angels“), melancholischen Rocksongs („Endlessly“, „Cry For The Moon“), gefühlvollen Rockballaden („Above The Stars“, „Loved And Lost“) und bestem Robin-Beck-Gute-Laune-Rock („Nothing Is Done“) bewegt. Dabei vereint alle Lieder eines: ihre wunderbar eingängigen, einprägsamen, ansteckenden Refrains, mit denen CHYROC eine Referenz für den Begriff „catchy“ abliefern. Das alles erinnert mich immer wieder an die ganz Großen des Genres, an Desmond Childs Solowerk „Discipline“, an Cinderella, an Pretty Maids, an Journey – Ihr wisst, was ich meine.

CHYROC sind dabei der beste Beweis für eine Band, die – wahrscheinlich war Aristoteles doch ein Rocker – eben mehr ist als die Summe ihrer Teile. Auf der Basis grundsoliden musikalischen Handwerks und routinierten instrumentalen Schaffens erschaffen die Herren mitreißende und berührende Musik. Zusammengehalten wird das alles von dem zumeist in mittleren und höheren Lagen agierenden Gesang, der die Lieder mit kraftvollen und raumgreifenden Strophen oder markanten und eingängigen Refrains voller Melodie und Emotion bestimmt. Dazu gibt es immer wieder wunderbar melodische Soli, die sich perfekt in die Lieder einpassen, die Stimmung tragen und nie zum reinen Selbstzweck verkommen. Immer wieder werden die Songs zudem mit Keyboards, akustischen Intermezzi und mehrstimmigen Gesängen veredelt. Man merkt zu jeder Sekunde, dass die Herren viel Zeit in ihre Lieder gesteckt haben, dass all dies erstanden ist aus kompositorischem Können und purer Leidenschaft, Herzblut und Hingabe. Hier sitzt jeder einzelne gespielte wie weggelassene Ton, und aus all diesen Händen, Füßen, Saiten, Becken, Fellen, Fingern, Augen, Lungen formen sich schließlich diese wunderbar eingängigen und sich im Schädel gnadenlos festkrallenden Seelenschmeichler. Dabei gelingt es CHYROC in ihren Kompositionen, Gefühle nie in Kitsch abgleiten zu lassen und bei aller Melancholie am Ende der Nacht in uns das Gefühl einer Morgendämmerung voller Hoffnung und Licht zu erzeugen.

Die komplett in Eigenregie erstellte Scheibe weist dabei einen basischen Sound auf, der sich mit einer raumgreifenden Wärme und Natürlichkeit und seiner über der Musik schwebenden Stimme ganz dem Anspruch an Eingängigkeit und Gefühl unterordnet. Dies geht dann eben etwas zu Lasten von Härte und Aggressivität, den rockigeren Stücken („Saints And Angels“, „We Were – We’ll Be“, „When The Sinners Smiles“) hätte auf jeden Fall bei den Gitarren deutlich mehr Bissigkeit gut zu Gesicht gestanden.

Und dann kommt da zum Finale noch eine faustdicke Überraschung. Stellt Euch einfach vor, Doomsword, Primordial und Virgin Steele treffen sich im Proberaum und hauen nach etlichen Bieren mal so richtig einen dicken Brocken raus. Heraus käme so ein epischer Brecher wie „Bringer Of Evil“, getragen von düster-galoppierenden Riffs, einem nach vorne drückenden Schlagzeug, einer schweren Orgel und einem über hymnischen Chören marschierenden kraftvoll-narrativen Gesang.

Fazit: CHYROC liefern mit „Squaring The Circle“ ein Album voller Hits. Die Mischung aus amerikanischem Hardrock und bestem AOR braucht sich in seiner kompositorischen Klasse nicht hinter den Großen des Genres verstecken und wird jeden Fan melodischer härterer Rockmusik restlos begeistern. Ich kann daher nur raten, nein, befehlen: Antesten!

Die Scheibe gibt es bei der Band für schlappe 12 Euro plus Versand unter: mailorder@chyroc.de.

1. Saints And Angels (5:00)
2. We Were – We’ll Be (5:39)
3. Endlessly (4:28)
4. Cry For The Moon (6:00)
5. Spread Your Wings (4:57)
6. Insania (4:18)
7. Loved And Lost (4:30)
8. When The Sinners Smiles (5:28)
9. Above The Stars (4:43)
10. Nothing Is Done (4:02)
11. Bringer Of Evil (7:46)

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