BLACKEST DAWN – „The New Guard“

BLACKEST DAWN – „The New Guard“

📁 Allgemein, Reviews 🕔26.April 2019
BLACKEST DAWN – „The New Guard“

BLACKEST DAWN – „The New Guard“

Label: Kernkraftritter Records

Laufzeit: 34:50 min

VÖ: 07.12.2018

Genre: Brutal Modern Death Metal – was für ein brutaler Abriss!

BLACKEST DAWN aus Magdeburg werfen mit „The New Guard“ ihr drittes Album mit ordentlich Schmackes tief hinein in das Haifischbecken des Death Metal. Und oh Mann, was ist das für ein fieses, brutales, intensives Brett geworden!

Instrumental ist das alles hochklassig dargeboten. Bestimmt wird die Musik dabei von den Riffs. Die sind verdammt hart, verdammt eingängig, verdammt fett! Die Herren Graf und Kroll sägen, shreddern, wüten und kreischen auf ihren Gitarren, dass es eine wahrhaft mächtige Freude ist. Dazu schleift Herr Garz seinen Bass mit einem fiesen Grinsen über den blutigen Beton. Die Herren Jüdes und Mühlenberg am Gesang geben alles, sie rotzen, brüllen, schreien, growlen, röhren ihre so blutigen wie eindeutigen Texte angepisst, kraftvoll und proklamierend hinaus in den Äther. Dabei ergänzen sich beide Stimmen gut und werfen sich geschickt die Bälle zu. Das gefällt. Beherrscht wird die Musik jedoch vom Schlagzeug. Herr Stach ist ein Meister seines Fachs. Das ist in den schnellen Parts, ob Doubelbasstornado, ob Blastbeatattacke, ob Ufftagalopp, ob wahnsinnige Breaks, so unglaublich tight und präzise wie es in den schwer schleppenden Parts walzt und groovt. Dazu gibt es eine famose Beckenarbeit. Und das passiert alles bei Geschwindigkeiten, bei denen manche nicht mal eine Triangel bedienen können. Der pure Wahnsinn.

Zu hören gibt es modernen Death Metal im besten Sinne, soll heißen: Das ist druckvoll produziert, das ist technisch höchst anspruchsvoll, steckt voller unbändiger Energie und ist so durchdacht wie mitreißend. Die sechs Herren erzeugen eine musikalische Wucht, die zumeist in brachialem Raketentempo über uns Hörende hereinbricht, gerne aber auch in einem feisten Panzergroove alles zu Staub zermalmt. Dabei werden die verschiedenen Teile und Tempi durch großartige Breaks zusammengehalten und miteinander verschmolzen. So ergeben sich Stücke, die bei aller kompositorischen Komplexität jederzeit strukturiert und nachvollziehbar bleiben. Gerade mit massiven Moshparts gelingt es BLACKEST DAWN, das pure Getrümmer aufzubrechen und so stets für Überraschung und Frische zu sorgen („Raped by the Grace of God“, „Torture Killer“, „Rotten to the Core“). Mir gefallen BLACKEST DAWN dann am besten, wenn sich die Herren etwas zurücknehmen und Herr Stach nicht jede Lücke zuballert. Dann, wenn es atmet („Night will fall“) oder einfach mal stoisch voranpreschen darf („Pissing Blood and Razorblades“), entfalten die Lieder eine eindringliche Intensität. Höhepunkt ist das abschließende „Into Fire We Will Follow“, in dem sich Gewalt und Gefühl zu einer großartigen Hymne vereinen. Diesen Weg sollten BLACKEST DAWN weiter beschreiten.

Fazit: BLACKEST DAWN ist mit „The New Guard“ ein Album gelungen, dass Freunde modernen technischen Death Metals begeistern wird. Wer solche Ikonen wie Kataklysm, Krisiun, aber auch Heaven Shall Burn oder Carnifex mag, der wird auch BLACKEST DAWN lieben. Das ist die pure Energie, Leidenschaft und Hingabe. Hier gibt es nur einen Befehl: Hören!

Liederliste:

1. Raped by the Grace of God (4:18)
2. Motherfucking Die (3:29)
3. Crystal Sky and Broken Teeth (2:44)
4. Night Will Fall (4:10)
5. Rotten to the Core (3:27)
6. Among the Believers (4:06)
7. Pissing Blood and Razorblades (3:16)
8. Torturekiller (4:02)
9. Into Fire We Will Follow (5:18)

Quelle Bild: www.kernkraftritter-records.de

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