Bericht: Spidergawd „EU Album Tour 2026“, Support Håndgemeng, 24.04.2026, Musikzentrum Hannover
Håndgemeng Um 20:00 Uhr eröffnet die 2017 in Norwegen gegründete Band Håndgemeng pünktlich den Abend. Nachdem Sie die Bühne
Håndgemeng
Um 20:00 Uhr eröffnet die 2017 in Norwegen gegründete Band Håndgemeng pünktlich den Abend. Nachdem Sie die Bühne betreten haben, begrüßt uns Sänger Hellvis Presley, der oben herum mit nur einer Lederweste über dem volltätowierten bunten Oberkörper recht leicht bekleidet war, freudig mit den Worten: „Hannover, you look so beautiful… you are so beautiful!“.
Ihre Musik ist solide gemacht, ohne Schnörkel und aufwendige Bühnenshow und sie spielen ganz Old-School ohne Instrumentensender. Das Quintett erinnert mich ein bisschen an Kyuss, Turbonegro und Monster Magnet mit einer Prise Motörhead. Sie spielen hauptsächlich Songs der aktuellen Platte „Satanic Panic Attack“ (2025) – ein Album über die Angst und die Massenhysterie der 1980er über die schädlichen Einflüsse von Metal-Musik… wir können uns alle noch gut dran erinnern, oder? Eigentlich fehlt da nur noch das Schallplatten rückwärts hören 😉
Wenn man sich die Videos der Band anschaut, dann muss man heftig schmunzeln – so werden mit einer ordentlichen Portion Humor von Corpsepaint, über satanische Rituale mit Gliedmaßen-Abgehacke und jede Menge Alkohol und Drogen alle gängigen Metalklischees bedient. Jedenfalls haben sie nicht nur in Ihren Videos, sondern auch live heute hier jede Menge Spaß und das Publikum nickt anerkennend mit und zwischen den Songs gibt es auch gut Applaus für die Norweger.
Abschließend zum letzten Song „Medieval Knievel“ werden mit dem Publikum noch „Hail Satan“ Rufe geübt, bevor die 30 Minuten dann auch schon zu Ende sind. Wer vom Gitarrensound her Stoner-Metal mag, sollte sich diese Band definitiv mal anhören.
Setlist:
Horse (named death)
Earthwoman
Apocalypse Rock
Down below
Satanic Panic Attack
Medieval Knievel
Spidergawd
Pünktlich um 21:00 Uhr betreten Spidergawd zur klassischen Musik von Strawinskys Feuervogel die Bühne und bekommen von den mittlerweile 300 Anwesenden im Musikzentrum zu Recht schon eine große Portion Applaus. Gegründet im Jahr 2013, als Nebenprojekt der beiden Motorpsycho Musiker Bent Saether (nicht mehr dabei) und Kenneth Kapstad, kann Ihr Stil irgendwo zwischen Hard Rock und Heavy Metal mit ein bisschen Bluesrock, Stoner Rock und Psychedelic Rock eingeordnet werden. Dabei sind die Einflüsse von Thin Lizzy, Judas Priest und Motörhead unüberhörbar. Ihr letztes achtes Album durchbricht zwar mit dem Titel „From Eight to Infinity“ die Betitelung mit römischen Zahlen, aber wartet auch wieder mit einem sehr schönen künstlerischen Cover-Artwork auf.
„The Grand Slam“ ist der erste Song des Abends, den Rolf Martin Snustad mit seinem Saxophon beginnt. Beeindruckend anzuschauen ist das, da ein Saxophon als vollwertiges Instrument einer Metal-Band eher ungewöhnlich ist – aber leider hört man ihn wenn die ganze Band spielt nicht mehr – aber vielleicht ging es auch nur mir so?
Das Publikum liebt die Band, geht von Anfang an mit und so gibt es zu den eingängigen Melodien jede Menge Mitsing- und Mitklatschrefrains, wobei viele der Fans sowieso sehr textsicher zu sein scheinen. So liefern sie einen Song nach dem anderen ab und bei der Ansage eines ihrer älteren Songs „Heaven comes tomorrow“ beeindruckt Sänger und Gitarrist Per Borten mit einer fast fehlerfreien längeren Ansage auf Deutsch.
Der nächste Song „200 Miles High“ beginnt mit einer sehr schönen Sologitarre, bei dem Hallvard Gaardlos später ein Bass-Solo zum Besten geben darf. Überhaupt darf jeder (außer Kenneth Kapstad an den Drums) mal einen Song singen und/oder hat einen kleinen Solopart, was absolut zum abwechslungsreichen Programm der Band beiträgt. Es folgt „The Hunter“ mit klassisch galoppierenden Gitarren und auch hier wird sich beim Gesang abgewechselt.
Nach dem großartigen „Stranglehold“ folgt mit „Ritual Supernatural“ noch ein sehr guter eingängiger Mitsingsong mit tollen zweistimmigen Gitarrenparts, die auch in anderen Songs der Band häufig zu finden sind. Wie schon erwähnt, singt fast jeder einmal einen Song, so dass auch Gitarrist Brynjar Takle Ohr den Song „Ghost of Eirik Raude“ singt. Selbst Rolf Martin Snustad schultert bei dem Lovesong „Yours truly“ sein Saxophon und übernimmt den Leadgesang – kurzweiliger kann es fürs Publikum gar nicht sein!
Vor dem Song „Heritage“ bedanken Sie sich ausgiebig bei allen, auch bei Håndgemeng. Es wird lauthals mitgesungen und die ersten Reihen sind permanent in Bewegung. Als danach erst alle außer Rolf Martin Snustad von der Bühne gehen dachte man kurz, es ist schon vorbei. Dann füllt sich aber die Bühne langsam wieder und Per Borton geht durch das Publikum am Merchstand vorbei doch wieder auf die Bühne zurück, um mit „All and everything“ den wirklich gelungenen Abend abzurunden. Chapeau!
Setlist:
Der Feuervogel (Strawinsky)
The Grand Slam
Revolution
Is this Love..?
Narcissus Eye
Heaven Comes Tomorrow
200 Miles High
The Hunter
Stranglehold
Ritual Supernatural
Winter Song
The Ghost of Eirik Raude
Yours Truly
Your Heritage
All and Everything
Bericht verfasst von Sandra Barclay.
Mehr Bilder des Abends findet ihr hier.











