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Tony Iommi (UK) – From The Dark

Tony Iommi – "From the Dark": Ein Meister kehrt ins Zwielicht zurück

Tony Iommi (UK) – From The Dark

Tony Iommi muss niemandem mehr beweisen, dass er einer der wichtigsten Gitarristen der Rockgeschichte ist. Als Gründungsmitglied von Black Sabbath hat er den Heavy Metal nicht nur mitbegründet, sondern ihm gleich eine eigene Sprache gegeben: schwer, düster, bedrohlich und trotzdem erstaunlich melodisch. Auf „From the Dark“ zeigt sich nun, dass diese Sprache auch nach mehr als sechs Jahrzehnten noch nichts von ihrer Wirkung verloren hat.

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Schon der Titel ist Programm. „From the Dark“ klingt nicht nach sonnigem Alterswerk und auch nicht nach einem Versuch, vergangene Glanztaten zu kopieren. Stattdessen führt Iommi seine Hörerinnen und Hörer zurück in jene musikalische Dunkelheit, aus der sein Stil einst entstanden ist. Die Gitarren stehen klar im Mittelpunkt: wuchtige Riffs, zähe Grooves und diese unverwechselbaren, leicht unheilvollen Melodiebögen, die sofort nach Iommi klingen. Selbst wenn die Arrangements stellenweise moderner ausfallen, bleibt der Kern seiner Musik angenehm klassisch.

Besonders stark ist, wie selbstverständlich Iommi zwischen Härte und Atmosphäre wechselt. Ein Moment lang drückt die Gitarre mit gewaltiger Kraft nach vorn, im nächsten öffnet sich ein melancholischer Zwischenraum. Diese Dynamik verhindert, dass das Album zu einer bloßen Sammlung von Riffs wird. „From the Dark“ besitzt vielmehr eine eigene Stimmung, die sich langsam entfaltet. Man muss sich auf die Platte einlassen, statt sie nebenbei laufen zu lassen.

Natürlich ist Iommis Sound eng mit seiner persönlichen Geschichte verbunden. Nach dem schweren Arbeitsunfall, bei dem er die Spitzen zweier Finger verlor, entwickelte er eine besondere Spieltechnik – und damit einen Klang, der später Generationen von Metal-Gitarristen prägen sollte. Auf „From the Dark“ wird diese Geschichte nicht ausgestellt, aber sie ist in jedem Ton spürbar. Die Musik wirkt konzentriert, körperlich und zugleich erstaunlich abgeklärt. Iommi spielt nicht, um technische Grenzen zu demonstrieren. Er spielt, um Atmosphäre zu schaffen.

Im Vergleich zu den frühen Black-Sabbath-Klassikern ist das Album weniger roh. Die Produktion klingt differenziert und gibt den einzelnen Instrumenten genügend Raum. Trotzdem bleibt die Musik erdig und direkt. Gerade die Gitarren besitzen genug Gewicht, um auch bei hoher Lautstärke nicht an Wirkung zu verlieren. Fans der alten Sabbath-Schule werden sich deshalb schnell zurechtfinden, während jüngere Hörer einen guten Eindruck davon bekommen, warum Iommi bis heute als stilbildende Figur gilt.

Ein weiterer Pluspunkt ist die emotionale Reife des Albums. Iommi blickt hörbar auf eine außergewöhnliche Karriere zurück – auf Black Sabbath, seine Zusammenarbeit mit Ronnie James Dio, seine Soloarbeiten und die späten Erfolge mit dem Album „13“, dem letzten Studioalbum von Black Sabbath. Diese Erfahrungen machen „From the Dark“ nicht nostalgisch, sondern souverän. Die Platte will keine Zeit zurückdrehen. Sie zeigt vielmehr, dass Iommis musikalische Handschrift auch in der Gegenwart funktioniert.

Ganz ohne Schwächen ist das Album allerdings nicht. Einige Stücke orientieren sich sehr deutlich an bekannten Iommi-Mustern, und nicht jede Idee bleibt gleichermaßen im Gedächtnis. Wer eine radikale Neuerfindung erwartet, dürfte enttäuscht sein. Doch das wäre vermutlich auch die falsche Erwartung. „From the Dark“ lebt nicht vom Überraschungseffekt, sondern von Qualität, Charakter, Konsequenz und natürlich diesen schweren, drückenden Riffs vom Altmeister.

Unterm Strich ist „From the Dark“ ein überzeugendes Album eines Musikers, dessen Einfluss kaum zu überschätzen ist. Tony Iommi bleibt seinem Stil treu, ohne sich darin zu verlieren. Die Platte ist dunkel, schwer und melodisch – genau so, wie man es von ihm erwartet, aber keineswegs lieblos oder routiniert. Ein starkes Spätwerk und eine Erinnerung daran, dass manche Gitarrenriffs nicht altern, sondern zu zeitlosen Signaturen werden. Einen großen Anteil am Gelingen hat dabei Jorn Lande mit seiner kraftvollen Stimme.

1. Over The Violent Sun
2. Black Times
3. World Alone
4. Beyond The Dead
5. Stormwatcher
6. Death Wake
7. Return Of The Arbalist
8. Legacy

Deluxe CD bonus tracks
9. Scent Of Dark
10. Deified

Label: BMG

VÖ: 23.10.2026

Laufzeit: 33:23 Min.

Herkunft: UK

Stil: Heavy Metal

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