NEUROSIS – An Undying Love for a Burning World
NEUROSIS (USA) „AN UNDYING LOVE FOR A BURNING WORLD“Spielzeit: 64 Min.VÖ: 20.03.26Genre: Neurosis Sludge-Post-MetalLabel: Neurot Recordings Reviewverfasser: George von
NEUROSIS (USA) „AN UNDYING LOVE FOR A BURNING WORLD“
Spielzeit: 64 Min.
VÖ: 20.03.26
Genre: Neurosis Sludge-Post-Metal
Label: Neurot Recordings
Reviewverfasser: George von D.
Ein neues Album von NEUROSIS war sicherlich auf keiner Bingo-Karte des Jahres 2026, nicht einmal des verrücktesten Fans der Gruppe.
Vor allem, nach all dem, was sich rund um die persönlichen Angelegenheiten des Sängers und Gitarristen Scott Kelly abgespielt hat, müsste man sich mit der Tatsache abfinden, dass das Post-Metal-Mauseoleum neben ISIS nun auch für Neurosis als letzte Ruhestätte dienen würde.
Wie viele Schläge könnte ein durchschnittlicher Fan des Genres noch ertragen?
Doch dann passiert das Unglaubliche! Das Mastermind von Isis, Aaron Turner (Gitarre/Gesang), füllt die große Lücke, die der Frührentner Scott Kelly hinterlässt, und schreit zusammen mit dem (quasi) Hauptsongwriter des Kollektivs, Steve Von Till (Gitarre/Gesang), in Sekunde eins: „We are Torn Wide Open“ … für das Intro des neuen NEUROSIS-Werkes: AN UNDYING LOVE FOR A BURNING WORLD
Mirror Deep lässt den Hörer sofort erkennen, wohin diese neue musikalische Erkundung führen wird. Verzweifeltes Gebrüll aus dem tiefsten Hades, verpackt mit atemberaubend verzerrten Harmonien. Die Geschwindigkeit erhöht sich dezent und sackt unvermutet wieder ab, und so hat man nicht realisiert, wann First Red Rays eingetroffen ist. Langsame Passagen voller Schwermut werden zwischendurch eingeblendet und die doomartige Richtung bleibt treu.
Blind Zwischen Noah Landis Synthesizer, dem tiefgestimmten höllischen Bass von Dave Edwardson und den neuen singenden Duett-Gitarren von Von Till und Turner.
Der Letztere hinterlässt seinen atemberaubenden Stempel weiterhin auf dem Seething and Scattered und Drummer Jason Raeder sorgt für einen anschließenden Höhepunkt, der bis zum nächsten Song Untethered andauert.
Das eine Lied fließt zu dem nächsten, als wäre es ein einzelnes Epos. Eine Erkundung voller Liebe und Genugtuung in den letzten Atemzügen einer brennenden Welt.
In the Waiting Hours läuft schon, doch … >Wie ist es möglich, fast eine Stunde allein mit meinen Kopfhörern verbracht zu haben?<, fragt sich der Autor. Last Light klingt wie der ewige Kampf des Feuers vor dem Erlöschen und die Sänger erinnern uns mit jeder Zeile daran, öfters in den tiefen Spiegel unseres Ichs reinzuschauen.
Die Amerikaner Steve Von Till (Gitarre/Gesang), Dave Edwardson (Bass), Jason Roeder (Drums), Noah Landis (Keyboards) und nun auch Aaron Turner (Gitarre/Gesang) sind wieder da! Ohne Vorankündigung. Ohne Pre-Promotion. Sie sind wieder da als neues altes Kollektiv … als Faust ins Gesicht des Mainstreams.
Neurosis macht nach wie vor das, was viele Bands zwischen Interviews, Fotoshooting und Backstage-Make-up schon längst vergessen haben. Sie teleportieren den Hörer an unbekannte Orte und erleichtern seinen Werdegang auf diesen schwergängigen Pfaden.
Für diejenigen da draußen, für die NEUROSIS bis heute unbekannt oder unentdeckt war: Seid willkommen auf neuen musikalischen Wegen, die mit eurer Melancholie und gleichzeitigem Zorn kompatibel sein werden.
NEUROSIS überzeugen mit einem überraschenden Meilenstein, sogar mit einem Albumtitel, der keinen Zweifel für einen Fehlkauf lässt: AN UNDYING LOVE FOR A BURNING WORLD!
Weil während Texte in Kunst und/oder Literatur über die Endlichkeit aller Dinge, die wir kennen, und über das –Nichts ist für die Ewigkeit– preisen, gibt es die, denen die Unsterblichkeit bewusst ist, sie bewahren und gar verbreiten. So wie Liebe unsterblich sein kann … Sie ist eh ein Symptom des Universums.
Reviewverfasser: George von D.

TRACKLIST
1. We Are Torn Wide Open
2. Mirror Deep
3. First Red Rays
4. Blind
5. Seething and Scattered
6. Untethered
7. In the Waiting Hours
8. Last Light
Reviewverfasser: George von D.
Quelle & © Bilder/Clips: Neurot Recordings



