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Abstract Absorption (UK) Ad Majorem Sathanae Gloriam

Ein einzelner Gitarrenton, knapp 35 Minuten Spielzeit und eine schottische Kirche als Resonanzkörper: Abstract Absorption verlangt seinem Publikum auf

Abstract Absorption (UK) Ad Majorem Sathanae Gloriam

Ein einzelner Gitarrenton, knapp 35 Minuten Spielzeit und eine schottische Kirche als Resonanzkörper: Abstract Absorption verlangt seinem Publikum auf „Ad Majorem Sathanae Gloriam“ einiges ab. Hinter dem Projekt steht der schottische Multiinstrumentalist Snow, der jahrzehntelang als klassisch ausgebildeter Paukist und Perkussionist mit Orchestern durch Europa reiste. Gesundheitliche Probleme führten ihn zurück zur Gitarre – und ausgerechnet dort entstand eine Musik, die Rhythmus nicht abschafft, sondern in Zeitlupe neu organisiert. Das Debüt wurde vollständig improvisiert, live und ohne nachträgliche Korrekturen eingespielt. Titel und Veröffentlichungsdatum verweisen auf das zwanzigjährige Jubiläum von Gorgoroths „Ad Majorem Sathanas Gloriam“. Musikalisch liegen zwischen beiden Werken jedoch Welten.

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Seht hier die vollständige Live-Performance von „Ad Majorem Sathanae Gloriam“ von Abstract Absorption.

Wenn Architektur zum zweiten Musiker wird

Snow spielt keine Riffs im klassischen Sinn. Er setzt massive, tief gestimmte Akkordblöcke in den Raum und verfolgt, wie Hall, Feedback und Obertöne sie verändern. Seine Leistung liegt deshalb weniger in demonstrativer Griffbrettakrobatik als in Kontrolle: Lautstärke, Anschlag, Pausen und Nachklang müssen so dosiert werden, dass aus statischer Schwere tatsächlich Bewegung entsteht. Besonders stark gerät dies, wenn der Gitarrenton aus einem beinahe sakralen Schwebezustand heraus anschwillt und sich in eine dröhnende Klangwand verwandelt.

Dabei verrät die Improvisation Snows Vergangenheit als Perkussionist. Obwohl weder Schlagzeug noch klarer Puls vorhanden sind, besitzen die Einsätze Gewicht und Timing. Akkorde werden nicht wahllos aneinandergereiht, sondern wie langsame Schläge platziert. Auch die leisen Passagen wirken nicht bloß als Verschnaufpause. Sie schaffen Kontrast und geben der natürlichen Akustik Gelegenheit, selbst zum Instrument zu werden.

Monolith mit offenen Flanken

Der Verzicht auf Schnitte ist zugleich Stärke und Schwäche. „Ad Majorem Sathanae Gloriam“ bewahrt die körperliche Spannung eines echten Live-Moments, lässt aber auch dramaturgische Leerstellen stehen. Vor allem im Mittelteil kreist Snow mitunter zu lange um ähnliche Resonanzen. Dort kippt Hypnose kurzzeitig in Stillstand, und ein gezielterer Wechsel der Klangfarbe hätte dem Stück zusätzliche Tiefe verliehen.

Wer jedoch bereit ist, sich auf Lautstärke, Wiederholung und minimale Verschiebungen einzulassen, erlebt eine bemerkenswert konzentrierte Performance. Die Nähe zu Sunn O))) ist offensichtlich, doch der Kirchenraum und Snows klassischer Hintergrund verleihen dem Werk eine eigene, beinahe liturgische Dramaturgie.

Unser Fazit

„Ad Majorem Sathanae Gloriam“ ist kein gewöhnliches Metal-Album, sondern eine Klanginstallation aus Verstärkung, Raum und Ausdauer. Snow beweist, dass musikalische Leistung nicht zwingend über Tempo oder Notendichte definiert werden muss. Seine kontrollierte Improvisation erzeugt enorme physische Präsenz und überzeugende Dynamik, auch wenn der ungeschnittene Ansatz einzelne Längen offenlegt. Ein kompromissloses Debüt, das weniger unterhalten als überwältigen will – und dieses Ziel größtenteils erreicht.

Abstract Absorption – Ad Majorem Sathanae Gloriam

Abstract Absorption bei Bandcamp

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