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Wormwood (SE) – Å

Zwei Songs, mehr als eine Viertelstunde Spielzeit und kein Gramm Leerlauf: Mit „Å“ verdichten Wormwood ihren atmosphärischen Extreme Metal

Wormwood (SE) – Å

Zwei Songs, mehr als eine Viertelstunde Spielzeit und kein Gramm Leerlauf: Mit „Å“ verdichten Wormwood ihren atmosphärischen Extreme Metal zu einem zweiteiligen Stadtporträt zwischen nordischer Schwermut und urbanem Verfall. Die Stockholmer verzichten auf EP-Füllmaterial und setzen stattdessen auf große Spannungsbögen, schneidende Härte und Melodien, die selbst im tiefsten Schwarz noch Licht durchlassen. Kurzformat ja – kleine Kunst nein.

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Seht hier den offiziellen Teaser zur EP „Å“ von Wormwood

Stockholm im Fieber

„YRA | EXTAS“ eröffnet den Zweiteiler mit genau jener Mischung, die Wormwood aus der Masse des melodischen Black Metal hebt. Kalte Gitarren, majestätische Melodiebögen und die raue Stimme von Nine zeichnen eine Stadt, die gleichzeitig rast und verfällt. Folk-Anklänge tauchen nicht als historischer Zierrat auf, sondern verstärken die typisch skandinavische Melancholie. Der Song wächst, bäumt sich auf und kippt immer wieder von kontrollierter Atmosphäre in aggressive Ausbrüche.

Dabei klingt die Band weder künstlich bombastisch noch absichtlich primitiv. Gitarren, Keyboards und Rhythmusgruppe greifen präzise ineinander, während die Komposition trotz ihrer Länge zielgerichtet bleibt. Wormwood erzählen nicht in Strophe, Refrain und Pflichtsolo, sondern in Szenen: Beton, Nachtlicht, Bewegung und innere Leere.

Ein Refrain wie ein Fiebertraum

„Purposeless Geometry“ setzt noch stärker auf Kontraste. Der beinahe eingängige, süßlich-unheimliche Einstieg könnte unter anderen Vorzeichen als düsterer Pop-Refrain funktionieren. Doch Wormwood ziehen den Hörer schnell tiefer in ein Geflecht aus harscher Intensität, elegischen Gitarren und filmischer Weite. Gerade diese Hook bleibt hängen, weil sie nicht als Fremdkörper wirkt, sondern als gespenstischer Ruhepunkt innerhalb einer ständig arbeitenden Komposition.

Die Härte bleibt stets präsent, bestimmt aber nicht allein das Bild. „Purposeless Geometry“ lebt von seiner Dynamik und davon, dass Schönheit hier nie Sicherheit bedeutet. Hinter jeder harmonischen Passage wartet bereits der nächste Riss im Asphalt. Der Mix von Sverker Widgren hält die Ebenen transparent, ohne den Songs ihre raue Kante zu nehmen.

Unser Fazit

„Å“ ist keine Zwischenmahlzeit, sondern ein konzentriertes Statement. Zwei überlange Stücke reichen Wormwood, um urbane Trostlosigkeit, nordische Melancholie, melodischen Black Metal und beinahe poppige Eingängigkeit zu einer schlüssigen Einheit zu verschmelzen. Der einzige echte Kritikpunkt liegt im Format: Sobald sich der Sog vollständig entfaltet hat, ist die EP bereits vorbei.

Statt die Wartezeit bis zum nächsten Album lediglich zu überbrücken, öffnen Wormwood ein eigenes Kapitel. Düster, emotional und mit zwei Refrains bewaffnet, die noch lange durch die Straßenschluchten Stockholms hallen.

Cover Artwork der EP Å von Wormwood

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