Bericht: NDR 2 Plaza Festival mit Peter Maffay, Roxette, BossHoss, Blue und ClockClock, Expo-Plaza Hannover, 29.05.2026
In Hannover startet die Festival und Open Air Saison traditionell mit dem zweitägigen Plaza Festival. Am Freitag steht der
In Hannover startet die Festival und Open Air Saison traditionell mit dem zweitägigen Plaza Festival. Am Freitag steht der NDR 2 als Pate zur Verfügung, am Samstag ist es N-Joy. Da für unsere Leser der Freitag der wichtigere Tag ist, beschränken wir uns schon seit Jahren auf den Besuch des NDR 2 Plaza Festivals. In diesem Jahr standen Peter Maffay, Roxette, Bosshoss, Blue und ClockClock auf dem Programm. Aber nicht nur Hannover folgt einer Tradition, sondern auch wir. Der Beginn des Festivals ist so früh, dass wir es meist erst zum zweiten bzw. dritten Act schaffen.
Aufgrund des Verkehrs an einem Freitag, Staus und Sperrungen waren wir in diesem Jahr sogar (fast) zu spät für Blue. Die letzten Songs konnten wir dann aber doch noch mitnehmen. Die britische Boyband Blue (Antony Costa, Duncan James, Lee Ryan, Simon Webbe) hatte ihre großen Erfolge Anfang der 2000er, löste sich aber dann 2004 auf. Boybands waren nicht mehr wirklich gefragt und Blue gehörten nie so richtig zur ersten Liga. Seit ein paar Jahren aber gibt es die Band wieder und so traten sie dann am Freitag auch vor ca. 14.000 Fans auf. Man merkte allerdings auch, dass die besten Jahre vorbei sind, denn so manches wirkte kraftlos und stellenweise auch ein wenig lustlos. Die Tanzeinlagen, eigentlich eines der wichtigsten Elemente derartiger Bands, wirkten spärlich und nur mit eingeschränktem Bewegunsradius. Ist es das Alter oder doch die Übersättigung? Letztlich egal, denn den Fans schien es gefallen zu haben, auch wenn das Interesse geringer war, als sicher vermutet.
Mit BossHoss stand dann ein kleines Highlight des Abends auf der Bühne. Seit 20 Jahren sind die Cowboys inzwischen auf den Bühnen der Republik unterwegs und ziehen ihr Ding durch. Dass dabei Johnny Cash ihr größtes Idol ist, kann man nicht übersehen und überhören.
Doch das Set startete die Band mit dem alten Willie Nelson Klassiker „On The Road Again“, der in guter BossHoss Manier vorgetragen wesentlich mehr Dampf auf dem Kessel hat als das Original. Alec Völkel und Sascha Vollmer sind eine gut geölte Maschine, die natürlich in ihrer Band die nötige Unterstützung haben und ihre Version des Country unter das dankbare Volk verteilten.
Wem es dann noch nicht warm genug war, durfte sich bei „Hey Ya“ noch ein wenig mehr Wärme durch die eingesetzten Pyros abholen. Die Band machte ihre Sache wie immer gut und zeigte, warum sich BossHoss so lange an der Spitze halten können. Mit „Jolene“, dem Dolly Parton Klassiker, brachten sie dann die Plaza auch so richtig zum kochen. Tanzbarer Country ist doch immer wieder schön.
Dann folgte Roxette oder viel mehr das, was davon noch übrig geblieben ist. Fotos durften wir leider keine machen, was aber auch nicht ganz so schlimm war. Einziges Urmitglied Per Gessle versuchte seine Sache gut zu machen, scheiterte aber immer wieder an dem eigenen Anspruch und so wirkte vieles müde und klang nach Dienst nach Vorschrift. Einen großen Anteil daran hatte Lena Philipsson, die in ihrer schwedischen Heimat wohl ein Star ist, hier aber (mich zumindest) nicht wirklich überzeugen konnte. Vor allem die Kraft in der Stimme, die bei den Songs von Roxette so wichtig ist, fehlte ihr fast komplett. Natürlich kann man eine dermaßen charismatische Sängerin wie Marie Fredriksson, die 2019 leider verstarb, nicht so einfach ersetzen. Wie unersätzlich manchmal eine ganz besondere Stimme sein kann, durfte man am Freitag erfahren. Mag sein, dass ich mit meiner Meinung alleine dastehe. Aber manchmal ist es besser eine Band, die einst für ihre Megahits bekannt war, nicht weiter fortzuführen. Schade eigentlich, denn über die einstige Größe von Roxette kann man nicht hinwegsehen.
Nach diesem, für meine Begriffe, Totalausfall sollte es mit Peter Maffay und seiner ausgezeichneten Band weiter gehen. Doch eine Unwetterwarnung führte zu einer Evakuierung des Geländes. Bereits früh genug angekündigt, wurden die Zuschauer dann geordnet in die angrenzende ZAG-Arena geleitet. Als kleine Wiedergutmachung und um die Zeit zu überbrücken tauchten dann Peter Maffay und Johannes Oerding auf, spielten zwei Songs und zeigten damit deutlich und eindrücklich was einen echten Profi ausmacht. Peter lässt seine Fans halt nicht im Regen stehen.
Gegen 21:30 Uhr war es dann aber soweit und die Veranstalter entschieden, dass es auf der Bühen wieder weitergehen darf. Mit Lederjacke und der unnachahmlichen Art, Fan nah und immer noch mit seiner ehrlichen Art, schaffte er es mit seiner Band das Publikum sofort auf seine Seite zu ziehen. Auch wenn er sich vom langen Tourgeschäft verabschiedet hat, sich seiner Tochter Anouk mehr widmet, kann er anscheinend doch nicht so ganz ohne die Bühne auskommen.
Einen alten Rocker hält es halt nicht am Ofen und auf der Couch. Mit „Kein Weg zu weit“ startete er dann auch in den Abend. Abgeklärt, locker und authentisch wie immer, präsentierte er sich dem Publikum. Nach dem ersten Song flog die Jacke in die Ecke und weiter ging es in dem nach wie vor anhaltenden Regen, von dem sich die Band aber nicht beeindrucken ließ. Peter bedankte sich auch ausdrücklich für das Durchhaltevermögen und zeigte sich davon begeistert und zugleich dankbar. Mit Johannes Oerding, erst kürzlich noch alleine mit seiner Band in Hannover, stand auch an diesem Abend wieder mit auf der Bühne und performte zusammen kit Peter „Liebe wird verboten“.
Am Ende waren alle glücklich und das NDR 2 Plaza Festival nahm ein versöhnliches Ende. Dankbar muss man Hannover Concerts gegenüber sein, die in Zusammenarbeit mit TOSA-Sercurity für die unkomplizierte und reibungslose Lösung der Evakuierung sorgte.











