MELINOE – Aus der Asche (EP)
MELINOE (D) – „Aus der Asche“Label: EigenveröffentlichungLaufzeit: 22:45 Min.VÖ: 29.11.2025Genre: Black Metal voller Schmerz und Melancholie Die Oberhausener MELINOE
MELINOE (D) – „Aus der Asche“
Label: Eigenveröffentlichung
Laufzeit: 22:45 Min.
VÖ: 29.11.2025
Genre: Black Metal voller Schmerz und Melancholie
Die Oberhausener MELINOE mäandern bereits seit 2021 durch den deutschen Underground, haben sich aber in der heutigen Besetzung erst 2024 gefunden. Die Herren Sturm, Anagnorisis, Zorn und Acherontios haben mit „Aus der Asche“ eine EP vorgelegt, auf der sie ihren Sound zelebrieren. Der verbindet nach eigener Aussage „kalte, skandinavisch geprägt Riffs mit düsterer Melancholie und atmosphärischer Dichte“. Dem hat der Rezensent im Grunde nichts hinzuzufügen – macht es aber dennoch, denn die Musik von MELINOE hat es mehr als verdient, etwas ausführlicher besprochen und zu werden, zumal „Aus der Asche“ bisher nicht die Aufmerksamkeit bekommen hat, die es zweifellos verdient.
Beherrscht werden die drei Lieder nebst Intro von den bekannten nordisch kaltflirrenden Gitarrenlinien, die hier zu mächtigen eisüberzogenen Riffgebirgen aufgeschichtet werden. Dieser Wintersturm aus manischer Unerbittlichkeit und zwingender Vehemenz verdichtet sich zu einem packenden musikalischen Mahlstrom, der unbarmherzig alles ergreift und langsam und unnachgiebig in ein tiefes Schwarz hineinzieht. MELINOE gelingt es, bereits mit dem ersten Riff mit ihrer Musik eine düstere Atmosphäre zu erschaffen, die einen nahezu hypnotischen Sog erzeugt. Dabei wird die Klippe der Monotonie gekonnt umschifft, denn bereits im eröffnenden „Melinoe“ wird der rasende Sturm unterbrochen von harten, präzise gespielten Midtemporiffs, die mit ihrem brachialen Groove der Musik eine gewalttätige Härte verpassen und zudem innerhalb der Songs für Spannung und eine gewisse Abwechslung sorgen. Dies setzt sich auch im folgenden Titeltrack sowie dem abschließenden „Hidden Words“ fort, in dem massive Death Metal Riffs für eine brutale Härte sorgen. Der Gesang passt sich als düsteres Keifen und Wüten, das sich immer wieder zu einem schmerzvollen Lamentieren und Klagen erhöht, gekonnt in die nihilistische Welt von MELINOE ein. Was besonders gefällt ist die Tatsache, dass die Texte – zumal diese bis auf das abschließende „Hidden Words“ in Deutsch daherkommen – jeweils gut zu verstehen sind und sich dadurch eine symbiotische Verbindung aus Musik und Text ergibt. Das verleiht der Musik zusätzliche Tiefe und Ernsthaftigkeit. Hervorzuheben ist zudem Acherontios am Schlagzeug, dem es hervorragend gelingt, die Musik eben nicht nur mit Blastbeats zuzuballern, sondern sich wie in „Aus der Asche“ auch mal gekonnt zurückhaltend einzubringen und den Liedern genau das zu geben, was sie brauchen.
Fazit:
MELINOE hinterlassen mit Ihrem Debüt „Aus der Asche“ einen beeindruckenden ersten Fußabdruck im Black Metal Underground. Das ist ein tonnenschwerer, böser, seelenvernichtender Brocken Wahnsinn und Unbarmherzigkeit. Die Musik ist eine vertonte Reise in menschliche Abgründe, in Ecken deines Geistes, die du nicht gerne besuchst. Es lohnt sich, die Augen zu schließen, die Arme auszubreiten – und sich dann fallenzulassen in das Schwarz von MELINOE. Es wird dich packen und verschlingen. Und mehr kann Musik nicht erreichen, als zu berühren und zu verführen. Glückwunsch meine Herren!
Wer MELINOE live erleben möchte, merkt sich den 27.06.2026 vor.
Dann werden die vier Herren als Teil der „Black Death RE-Surrection“ die Altstadtschmiede Recklinghausen in ein schwarzes Loch verwandeln. Also: Hingehen, genießen und den Underground unterstützen!
Liederliste:
- Prolog: Erwachen (2:00)
- Melinoe (6:44)
- Aus der Asche (6:53)
- Hidden Worlds (7:08)
Quelle & © Bilder/Info/Clips: Melinoe



