TEMPEST – „When Hate Has Dominion“

TEMPEST – „When Hate Has Dominion“

📁 Allgemein, Reviews 🕔13.Februar 2019
TEMPEST – „When Hate Has Dominion“

TEMPEST – „When Hate Has Dominion“

Label: Eigenproduktion

Laufzeit: 21:31 min

VÖ: 07.07.2018

Genre: Grandios fetziger Thrash Metal – so hart wie eingängig!

TEMPEST sind vier Herren aus Aachen, die mit dem im Juli 2018 veröffentlichten „When Hate Has Dominion“ ein erstes offizielles Lebenszeichen von sich gegeben haben. Und da mir die insgesamt sechs Stücke erst jetzt reingeschneit sind, gibt es eben erst jetzt eine Review. Aber schon mal vorab: Das ist ein verdammt fetter Batzen hochklassiger Thrash Metal geworden!

Dabei glänzt TEMPEST mit einem Thrash Metal, der nicht allein als rohes Geknüppel daherkommt, sondern großen Wert auf durchdachte und komplexe Strukturen legt. Aber keine Sorge, denn zuerst ist das ist alles verdammt aggro und tritt mächtig Arsch. Und genau so muss das! Bestimmt werden die Lieder von den Gitarren und dem Gesang. Die können aber nur so brillieren, weil Bass und Schlagzeug erstklassig abliefern. Herr Franyo ist ein Derwisch, der pausenlos mit seinem wuchtigen und druckvollen Schlagzeugspiel den Rest der Band vor sich her treibt. Dazu agiert er abwechslungsreich und variabel, vor allem die gekonnte Doublebass und das wunderbar prägnant eingesetzte Ridebecken wissen zu begeistern. Der Herr Kunze wiederum zockt einen DD Verni Gedächtnis-Bass. Das knurrt und knarzt wunderschön trocken, das ist stoische Kraft und breitbeiniges Grinsen, erst Recht, wenn in „Tempest“ der Spot allein auf den vier Saiten ruht. Bravo. Die beiden Herren Piris und Schäfer sind auf jeden Fall (Gitarren-) Zwillinge. Und die spielen beide schon seit ihrer Geburt, und das den ganzen Tag, denn woher sonst sollen diese Riffs kommen, diese eingängigen, brachialen, sägenden, alles zerfetzenden Riffs. Die sind so frisch und einprägsam wie stets überraschend und different, und ich kann mich an ihnen nicht satthören. Und dazu schütteln sich beide Herren schicke Soli aus den Händen, die sich stets in den Dienst der Lieder stellen und diese nochmals mit einer hinreißenden Melodik veredeln. Zusammengehalten wird das alles von der Stimme des Herrn Piris, der mit einem Gesang brilliert, der vor Kraft und Energie sprüht, wenn er auf dem Riff reitend die Worte hart und aggressiv in die Welt hinausspuckt, und ebenso in den Refrains melodische Eingängigkeit beweist. Dazu gibt es schließlich den passenden Sound, kompakt, dunkel, warm, natürlich, voluminös, und alles versehen mit einer schicken gewalttätigen, streitsüchtigen Patina.

Aus all diesem kraftstrotzenden Krawallieren erschaffen TEMPEST kompakte Songs, die von klaren Strukturen leben, von Nachvollziehbarkeit und Ideenreichtum. Vor allem aber wirkt das alles so durchdacht wie frisch, so geplant wie ungezähmt. Riffs, Tempowechsel, Strophen, Soli, all dies ist geschmackvoll und facettenreich zusammengefügt zu einem organischen Ganzen. Da prescht es in wildem Galopp voran („When Hate Has Dominion“, „No Chance to Live“), wälzt sich in schwerem Groove durch den Schlamm („Tempest“), oder baut sich lansgam zu einem mächtigen Banger auf („Dictocracy“). Und dann kommt da noch „Scorching Death“, und meine Fresse, ist das ein brachiales Monster, bestimmt von einem monströsen Riff und einem sich sofort brutal ins Ohr rammenden und dort für immer festbeißenden Refrain, ein echter Genrehit, und was für einer! Die Musik orientiert sich an solchen Heroen wie Testament, Heathen, Exodus und Onslaught – und muss sich hinter diesen Granden nicht verstecken. Dabei wird hier das Rad, besser: die Panzerkette des Thrash, nicht neu erfunden, aber das verlangt ja auch niemand. TEMPEST grenzen sich aber zu jeder Sekunde mit Ideen und Spielwitz ab und sind auf dem besten Weg zu einer eigenen Identität.

Fazit: TEMPEST liefern mit „When Hate Has Dominion“ ein Debüt, dass sie von jetzt auf sofort in der Spitzenliga des Thrash Metal etabliert. Ihre Musik ist so brutal wie eingängig und atmet zu jeder Sekunde Selbstbewusstsein, Leidenschaft und Liebe zu harter Musik. Großartig! Und nun, meine Herren: Her mit einem richtigen vollen Album!

Liederliste:

1. In Darkness It Dwells (Intro) (1:16)
2. No Chance to Live (4:06)
3. Scorching Death (3:57)
4. Tempest (4:07)
5. Dictocracy (3:46)
6. When Hate Has Dominion (4:19)

Quelle Bild: www.facebook.com/pg/tempestmetal

Diesen Artikel in einem Sozialen Netzwerk teilen