WARSENAL – “Feast Your Eyes”

WARSENAL – “Feast Your Eyes”

📁 Allgemein, Reviews 🕔18.November 2019
WARSENAL – “Feast Your Eyes”

WARSENAL – “Feast Your Eyes”

Label: Svart Records

Laufzeit: 36:31 min

VÖ: 15.11.2019

Genre: Oldschool Thrash Metal

WARSENAL sind ein kanadisches Powertrio in bester Krawalltradition. Mit „Feast Your Eyes“ legen sie nach ihrem Debüt „Barn Burner“ von 2015 nun ihren Zweitling vor. Zu hören gibt es den guten alten Thrash, wie wir ihn in den seligen Achtzigern lieben gelernt haben. Und weil ja alte Liebe bekanntlich nicht rostet, tummeln sich in letzter Zeit eine Menge junge Bands im großen Teich des Thrash, um uns mit dieser Art von Oldschool Metal zu erfreuen.

Die drei Herren Mat an Gitarre und Gesang, Vincent am Schlagzeug und Jeffrey Millaire am Bass eifern fleißig den großen Vorbildern nach. Das beginnt schon beim Sound, der weit entfernt ist von dem, was heute als modern bezeichnet wird. Das hier klingt basisch, reduziert und weitab der aktuell leider allzu oft zu Tode kompressierten sterilen Kraftmeierei. Dazu gibt es am Schlagzeug die üblichen hektischen Beats in zumeist schnellem Galopp, inklusive Breaks und Rhythmuswechseln an jeder Ecke. Und auch die wilden Riffs fehlen nicht, ungestümund  zügellos auf uns losgelassen wie eine Horde junger Hunde. Dazu gesellen sich ab und an schicke Flitzefingersoli. Auch hier ist also alles in Butter. Der Bass macht das, was er soll: rumpeln, pumpen, die Riffs umtosen. Passt. Und auch die Stimme erfüllt ausnahmslos unsere Erwartungen. Das ist aggressives Shouting, das kreischt, das wütet, das randaliert und sich gekonnt die Lunge aus dem Hals rüpelt. WARSENAL erinnern in ihrer klaren Haltung, ihrer entwaffnend ehrlichen Einstellung und rotzig impulsiven Machart dann an solche Helden wie Exciter, Megadeth, Whiplash, Nuclear Assault, Onslaught oder die herausragenden Landsleute von Razor.

Nun ja, soweit so gut. Leider sind nun aber jugendlicher Spielwitz, hohe Geschwindigkeit und energetisches Auftreten kein Garant für gute und mitreißende Musik. Es reicht eben nicht aus, eine Menge sägender Riffs gewalttätig auf die Schädel der Hörer zu schlagen und sich wild gestikulierend durch die Lieder zu prügeln, zu schreien, zu hetzen. Mir selbst fehlt es eindeutig an Eingängigkeit, an Ecken und Kanten, an Nachvollziehbarkeit. Ich verlange ja nicht unbedingt Hits, aber ein paar Melodien, Gitarrenleads und signifikante Riffs, die mir beim Namen WARSENAL durch den Kopf herumspuken, die hätte ich dann doch ganz gerne. So rauscht das alles im D-Zug-Tempo an mir vorbei und berührt mich nicht. Für mich tappen WARSENAL in die bekannte Falle des Oldschool, denn wer sich auf die Spuren der großen Alten begibt, der wird zwangsläufig an deren Meisterwerken gemessen. Und hier klafft leider noch eine große Lücke.

Fazit: WARSENAL legen mit “Feast Your Eyes” ein Album vor, das sich tief im Thrash Metal der Achtziger suhlt. Das ist bis oben angefüllt mit Tradition, was Sound, jagende Riffs und cholerischen Gesang angeht. Hier tropft aus jeder Pore der ungestüme Charme der guten alten Zeit. Leider fehlt es insgesamt noch deutlich am musikalischen Niveau, hier regiert mir noch zuviel die Eintönigkeit. Die Anlagen sind da, nur müssen diese noch besser zusammengesetzt werden. Ich drücke die Daumen und lege bis dahin „Violent Restitution“ auf.

Liederliste:

1. Forever Lost (5:16)
2. I Am the Blade (5:18)
3. Lords of Rifftown (3:49)
4. Insatiable Hunger (4:36)
5. Doomed from Birth (2:33)
6. You Better Run (3:39)
7. Burning Ships (3:29)
8. Feast your Eyes (3:42)
9. Crystal Whip (4:09)

Diesen Artikel in einem Sozialen Netzwerk teilen