Volbeat, “Rewind, Replay, Rebound World Tour”, Support Baroness & Danko Jones, 11.11.2019, Barclaycard-Arena, Hamburg

Volbeat, “Rewind, Replay, Rebound World Tour”, Support Baroness & Danko Jones, 11.11.2019, Barclaycard-Arena, Hamburg

📁 Allgemein, Live, Musik, Reviews, Tipp der Redaktion 🕔12.November 2019
Volbeat, “Rewind, Replay, Rebound World Tour”, Support Baroness & Danko Jones, 11.11.2019, Barclaycard-Arena, Hamburg

Die Dänen von Volbeat um Mastermind Michael Poulsen sind derzeit auf Tour und können auf riesige Erfolge zurückgreifen. Nicht umsonst schaffen sie es eine Halle wie die Barclaycard-Arena in Hamburg nahezu zweimal auszuverkaufen. Mit 10.500 Fans feierte die Band gestern ihren ersten Abend in der Hafenstadt. Während draußen der Vollmond bei herbstlichen Temperaturen seinen hellen Schein am Firmament zur Schau stellte, kochte die Halle und zeitweise war selbst das T-Shirt schon zu viel.

Doch bevor die Elvis-Rocker die Bühne betreten durften, gab es erstmal die Kanadier Danko Jones. Aufgrund des fantastischen Verkehrs in Hamburg blieb mir dieser Genuss leider verwehrt. 45 Minuten für 7 Kilometer sind nicht die besten Voraussetzungen pünktlich vor Ort zu sein. Sieben Songs gaben sie zum Besten und heizten die Halle schon mal ordentlich vor – wie mir berichtet wurde.

Weiter ging es mit Baroness. Einer Band, die anfangs nicht unbedingt zum energiegeladenen Rock der Hauptakteure zu passen schien. Doch wider Erwarten schafften es die Progressive-/Sludge-Metaler aus Savannah, Georgia tatsächlich die Anwesenden auf ihre Seite zu ziehen. Lange, ausgedehnte Solopassagen wechselten sich ab mit durchdringenden Momenten, in denen vor allem der Gesang von John Baizley tief berühren konnte. Gitarristin Gina Gleason, seit 2017 in der Band, bewies mit ihrer einerseits einfühlsamen als auch agressiven Spieltechnik, dass sie mit zu den besten Gitarristinnen der Welt gehört. Der Opener „Kerosene“ schaffte es schon die Fans zu überzeugen, was vor allem an der Performance lag. Baroness boten einen bunten Streifzug durch ihre bisherigen 5 Alben, wobei mit „Isak“ der älteste Song vom offiziellen Debüt „Red Album“ stammte. Natürlich stand das aktuelle Album „Gold & Grey“ mit 5 Songs deutlich im Vordergrund. Baroness, die ansonsten wohl eher einem anderen Publikum gegenüber stehen, gaben eine großartige Visitenkarte ab und man darf gespannt sein, ob sie durch diese Support-Tour auf der Karriereleiter weiter nach oben steigen.

 

Setlist Baroness:

Kerosene
March To The Sea
Borderlines
Tourniquet
Can Oscura
Front Toward Enemy
Throw Me An Anchor
If I Have To Wake Up (Would You Stop The Rain?)
Fugue
Shock Me
Isak
Take My Bones Away

Dann aber war es endlich soweit und die Dänen durften ran. Inzwischen von vielen Altfans als Schlager-Metal verschrien, zeigte sich die Band von ihrer besten Seite. Das Publikum setzte sich aus einem bunten Haufen der verschiedensten Altersklassen zusammen und hatte erwartungsgemäß einen hohen Frauenanteil zu verzeichnen. Zwei Intros ließ die Band erschallen wobei es mit „Born To Raise Hell“ von Motörhead und „Red Right Hand“ von Nick Cave wohl kaum unterschiedlichere Songs geben konnte und damit auf die Show einzustimmen vermochte. Der Vorhang fiel und mit dem treibenden „Leviathan“ eröffnete die Band ihren knapp zweistündigen Set.

Wer sich noch an die frühen Tage der Band erinnert, als sie noch in kleinen Klubs gespielt haben, dürfte überrascht gewesen sein über den Weg, den die Band inzwischen gegangen ist. Vor allem durch die phänomenale Lightshow, die Größe der Bühne mit einem zehn Meter langen Steg ins Publikum und einem mehr als amtlichen Sound stehen der Band absolute Profis zur Seite, die es verstehen Volbeat ins rechte Licht zu rücken. Dem Opener folgte Knall auf Fall der fast schon als Klassiker zu bezeichnende Kracher „Lola Montez“, was auch gleich von Fans gefeiert wurde. Volbeat zeigten sich in Spiellaune, konnten aber auch nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Band inzwischen wie eine gut geölte Maschine läuft. Das ändert aber nichts an der Performance, die agil, frisch und mehr als beeindruckend war.

Volbeat kommen ohne großen Firlefanz aus. Keine Pyros, lediglich bei dem Hit „For Evigt“ ein Konfettiregen – natürlich in den dänischen Nationalfarben. Die Band braucht auch keine großen Effekte, überzeugt einzig und allein mit ihrer Musik, die sich natürlich im Laufe der Jahre verändert hat. Doch was die Band hier ablieferte war großes Kino. „Sad Man’s Tongue“, mit einem „Ring Of Fire“ von Johnny Cash Mittelteil, war zwar der älteste Song, passte aber ausgezeichnet in die Setliste.

Ansonsten stand natürlich auch hier das aktuelle Album „Rewind, Replay, Rebound“ deutlich im Vordergrund. Ganze 7 Songs kamen dabei zum Zuge und erzeugten bei den meisten Fans fast schon Gänsehaut. Volbeat, wie man auch immer zu der Band stehen möchte, gilt es ja bei Metal-Fans häufig als verpönt wenn ihre Band zu viel Erfolg hat, lieferte perfekt ab und man kann sicher sein, dass der Weg weiter steil nach oben geht.

Vier Songs gab es dann noch im Zugabenblock, bevor die Fans in die kühle Hamburger Nacht entlassen wurden.

Weitere Bilder der Show findet ihr hier: https://www.metalglory.com/gallery/volbeat-rewind-replay-rebound-world-tour-support-baroness-danko-jones-11-11-2019-barclaycard-arena-hamburg/

Setlist Volbeat:

Leviathan
Lola Montez
Pelvis On Fire
Doc Holiday
Sorry Sack Of Bones
The Garden’s Tale
Sad Man’s Tongue
Black Rose
When We Were Kids
Slaytan
Dead But Rising
Fallen
Die To Live
Seal The Deal
For Evigt
Cloud 9
Lonesome Rider
Last Day Under The Sun
Zugabe:
The Devil’s Bleeding Crown
Let It Burn
I Only Want To Be With You
Still Counting

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