VOID – „Jettatura“

VOID – „Jettatura“

📁 Allgemein, Reviews 🕔03.Oktober 2018
VOID – „Jettatura“

 

VOID – „Jettatura“ (EP)

Label: Les Acteurs de l’Ombre Productions

Laufzeit: 35:23 min

VÖ: 05.10.2018

Genre: räudiger, gemeiner, dreckiger Black’N’Roll – Hurra!

At the end there is an English translation.

VOID kommen aus Frankreich – und sind mal ein richtig räudiger Haufen. Insgesamt fünf Herren beehren uns hier mit ihrem musikalischen Pfad zur Hölle, jeder von ihnen gibt als Namen einen schicken eigenen Buchstaben an, mehr gibt es nicht zu erfahren. Und mehr brauche ich auch nicht, denn VOID lassen ihre Musik sprechen. Und da gibt es einen Bastard aus Black Metal und Rock’n’Roll, und zwar einen der ganz fiesen, dunklen, niederträchtigen, boshaften, garstigen Sorte. Das beginnt schon beim Sound, der roh, dreckig, grob und auf eine herrliche Weise unkultiviert und archaisch daherkommt. Die Gitarren sägen fies, aufmüpfig, selbstbewusst, und mäandern zwischen primitiven, aber eingängig-wirkungsvollen Riffs und dem für Black Metal typischen, auf bevorzugt norwegischen, Schnee bedeckten Gipfeln, in eisigem Sturm mit glühenden Fingern geschrubbten rasend-flirrenden Linien. Das Schlagzeug rumpelt und bollert durch die Lieder wie eine Horde wahnsinniger Höllenhunde über einen Friedhof voller madenzerfressener Gräber. Und irgendwo in dem ruppigen Getöse gibt es auch einen Bass. Das alles wird in die richtige, südliche Richtung gebracht vom Gesang. Und wie das kratzt, faucht, wütend schnaubt, Gift und Galle speit, das ist Stimmkrawall in seiner besten Manier. Applaus.

Die Musik ist ebenso genretypisch wie einzigartig. Denn VOID variieren nicht nur gekonnt das Mischverhältnis zwischen Black und Roll, sondern erschaffen auch ihre ganz eigene, ja eigenartige Art von Melodien. Die Lieder sind mal deutlich im ranzigen Rock’n’Roll angesiedelt, mit eingängigen, im schnellen Midtempo nach vorn preschenden Riffs voller massivem Groove und schmutziger Gewalt („Jettatura“, „Theory Of Hail“). Und dann gibt es Black Metal mit hetzenden Gitarrenteppichen, Blastbeat-Eruptionen und plötzlich in sich zusammenfallenden Strukturen und Tempo, brutal herunter gebremst in schmierige, Hirn fessende Doom-Regionen. Denn eins beherrschen VOID in größter Kunstfertigkeit: ihre Lieder mit Tempowechseln, instrumentalen Widerhaken und überraschenden Gewaltausbrüchen anzureichern. Und bis auf den ersten Song, in dem für mich das wunderbar eingängige Riffs viel zu oft und damit totgedudelt wird, gilt als größtes Kompliment, und dies gerade in diesem Genre: Zu keiner Zeit ist zu merken, dass die Lieder allesamt nicht gerade kurz sind, so schnell fliegen sie an mir vorbei und schreit es in mir: Repeat!

Ich schreibe ansonsten zumeist ausschließlich über Musik, aber bei VOID muss ich auch die Texte erwähnen. Es lohnt sich allemal, sich diese in Ruhe anzusehen, denn hier gibt es viel zu entdecken, zu entschlüsseln, zu interpretieren. Diese Gebilde aus Worten sind mystich, magisch, verwirrend, machen ratlos – und was kann es ein größeres Kompliment geben!

Fazit: VOID legen mit „Jettatura“ ein Werk vor, das restlos begeistert. Das ist auf eine solche besondere Weise gehässig, hundgsgemein und widerwärtig und mit dämonischen Melodien gespcikt, dass man sich dem nur schwer entziehen kann. Fans von Taake, Vreid oder Darkthrone zu Zeiten von „The Cult Is Alive“ werden das hier lieben, und alle anderen Menschen, die Sinn für die Verbindung von Schönheit und Grässlichkeit haben, ebenso. Ich verneige mich und drehe lauter!

Genre: mangy, mean, dirty Black’N’Roll – Hurray!

VOID come from France – and are a really mangy bunch. A total of five gentlemen honor us here with their musical path to hell, each one of them gives a nice own letter as name, there’s nothing more to know. And that’s all I need, because VOID let their music speak. There’s a bastard of Black Metal and Rock’n’Roll, one of the nastiest, dark, vile, catty, malevolent ones. This starts with the sound, which is raw, dirty, coarse and in a wonderful way uncultivated and archaic. The guitars saw nasty, rebellious, confident, and meandering between primitive, but catchy-effective riffs and those for Black Metal typical, on preferably Norwegian, snow-capped peaks, in frigid storm with fiery fingers played frenzied-flurrying lines. The drums rumble and rumble through the songs like a horde of crazy hellhounds over a cemetery full of graves gnawed by maggots. And somewhere in the gruff noise there is also a bass. All this is brought in the right, southern direction by singing. And as it scratches, hisses, puffed furiously, venom and bile spew, that’s riot of the voice in its best manner. Applause.

The music is as genre-typical as it is unique. Because VOID not only skillfully vary the mixing ratio between Black and Roll, but also create their very own, even strange kind of melodies. The songs are clearly in rancid Rock’n’Roll, with catchy, fast-paced mid-tempo forward riffs full of massive groove and dirty violence („Jettatura“, „Theory Of Hail“). And then there’s Black Metal with rushing guitar carpets, blastbeat eruptions and suddenly collapsing structures and tempo, brutally braked down into greasy, brain-racking Doom regions. For one thing VOID masters in the greatest artistry: to enrich their songs with tempo changes, instrumental barbs and surprising outbreaks of violence. And apart from the first song, in which the wonderfully catchy riffs are repeated too often for me, is considered the biggest compliment, and especially in this genre: At no time is to be noted that the songs are all not just short, so quickly they fly past me and shout it in me: Repeat!

Usually I only write about music, but with VOID I have to mention the lyrics as well. It is always worthwhile to take a look at them, because there is a lot to discover, to decode, to interpret. These formations of words are mystical, magical, confusing, helpless – and what could be a greater compliment!

Conclusion: VOID present with „Jettatura“ a work that is completely enthusiastic. This is spiteful in such a special way, doggone and obnoxious, and spiked with demonic tunes that it’s hard to resist. Fans of Taake, Vreid or Darkthrone at the time of „The Cult Is Alive“ will love this, and all other people who have a sense of the combination of beauty and horror, too. I bow and turn it louder!

Liederliste:

1. Jettatura (5:33)
2. Theory Of Hail (5:12)
3. Woven Woods (6:18)
4. We Come We Breed We Live (7:03)
5. Omen (6:32)
6. Red Cardinals (4:45)

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