VADER, Defiled, Chronosphere, Fallcie – Osnabrück, Bastard Club 07.03.2020

VADER, Defiled, Chronosphere, Fallcie – Osnabrück, Bastard Club 07.03.2020

📁 Allgemein, Live, Musik, Reviews 🕔09.März 2020
VADER, Defiled, Chronosphere, Fallcie – Osnabrück, Bastard Club 07.03.2020

VADER gastieren nach nicht mal zwei Jahren wieder im Bastard Club in Osnabrück. Und der Club ist bereits beim ersten Supportact (von insgesamt drei an diesem Abend) FALLCIE durchaus gut gefüllt.
Die russische Nu Metal-Band, um Frontdame Irina, gibt ordentlich Gas. Die halbe Stunde Spielzeit verfliegt wie im Fluge, daher sind einige positiv überrascht und fordern eine Zugabe. Natürlich wird diese nicht gewährt, denn der Zeitplan ist eng.


Zugaberufe gab es auch beim zweiten Support CHRONOSPHERE. Die Griechen präsentieren sich, natürlich mit ihrem Markenzeichen – jeder mit roter Hose-, bestens gelaunt und druckvoll von Beginn an. Der gute alte Thrash/Speed Metal nimmt so gut wie jeden mit. Durchaus etwas verblüffend, denn da die Band agiert fast wie ein Headliner und lässt sich förmlich von der guten Laune und den Zurufen des Publikums pushen. Rasierscharfer und ordentlicher Auftritt von jungen Musikern, die längst nicht geboren waren, als ihre Idole die Hallen mit diesem Sound, den sie nun unters Volk bringen, unsicher machten. Doch auch hier keine Zugabe, schließlich musste auf der kleinen Bühne noch für die Band aus Tokyo DEFILED umgeräumt werden. Jene fabrizieren nämlich deftigen Death-Grind der Marke Cryptopsy/Deicide/Hate Eternal. Daher wundert es nicht wirklich, dass der Club zum Beginn deren Auftritts deutlich leerer wurde. Aber vielleicht lag es auch nicht nur am Sound, sondern an der gewissen Unkonzentriertheit, die die Band offensichtlich vermittelte. Zwar wurde es von Song zu Song etwas besser, aber so wirklich gelöst wirkten die Männer in den gut 40 Minuten nicht wirklich. Ob es nun an deren Jetleg oder dem ersten Gig dieser Tour gelegen haben mag, ist nebensächlich, schließlich klang jeder Song sowieso gleich; unabhängig davon, dass es durchaus genretypisch gewesen ist. Also gab es für einige im Publikum eine Verschnaufpause, um sich für den Hauptact zu schonen.


VADER wurden nämlich schon sehnsüchtig erwartet. Das merkte man vor allem durch die zahlreichen Fans, die der polnischen Sprache mächtig waren. Jene haben während der Umbauphase immer zu lauthals, als Reim im Chor den Satz „Kurwa mać! Ile mamy stać“ gebrüllt; was sinngemäß so viel bedeutet wie „Verdammte Scheiße, wie lange sollen wir noch stehen/warten“!
Ein wenig später als geplant erklang dann das bekannte Intro und die Band fegte von der ersten bis zur letzten Minute des gut 70minütigen Sets alles weg – angefangen bei „Silent Empire“ über „Sothis“, „Carnal“ bis hin zum Heavy-Metal-Coversong „Steeler“.

Keine Frage, Vader sind ein eingespieltes Team, der Soundmischer hatte wenig Fehler zu verzeichnen und auch die eher dezenten Lichteffekte haben je Song einiges zu bieten. Vader sind und bleiben eine Macht live on stage, schließlich sind sie ja unentwegt unterwegs. Daher alles nicht wirklich überraschend. Jedoch wurde diese Tour, die hier in Osnabrück nun begonnen hatte, als „Anniversary Tour 2020“ angekündigt und zwar für das „De Profundis“-Album, welches vor 25 Jahren veröffentlicht worden war; zudem sollten noch überwiegend „Litany“ und „The Art of War“ zelebriert werden. Und ja, es gab überraschende Momente dieser Veröffentlichungen wie u.a. „The One Made Of Dreams“, „What Colour is Your Blood?“ – aber mehr auch nicht. Denn, es hat auch sonst überwiegend die Songs gegeben, die sie sowieso immer spielen. Ja, die neueren Tracks, wie den opening Track „Shock & Awe“ (des am 1. Mai erscheinenden Albums „Solitude In Madness“) als auch die „Thy Messenger“-Songs „Despair“ (auch auf dem neuen Album), „Grand Deciever“ und „Steeler“ gab es, aber hätte es hier nicht aufgrund des Tourtitels eben andere Tracks anstatt den üblichen „Dark Age“, „Carnal“, „Black To The Blind“ oder eben auch “ Triumph Of Death“ geben müssen? Auch „Wings“, Cold Demons“, „Carnal“ sowie „Sothis“ und „Silent Empire“ sind typische, Liveklassiker der Band. Doch die Alben, bei denen diese Songs vertreten sind, bieten auch deutlich mehr. Dabei will ich keinesfalls die (Live)Qualität dieser eben erwähnten Tracks schmälern, aber diese Band hat ein fettes Songs-Sammelsurium aus gut 35 Jahren oder auch eben den drei erwähnten „Anniversary-Tour-Alben am Start, die man hätte anbringen können, gar müssen?! Zudem haben sie hier ihren Zugabeteil um einen Song gekürzt, da sie die Zeit im Nacken hatten. So musste „Sword Of The Witcher“ (von der „Lead Us“-EP) weichen und dafür gab es nur einen Zugabesong, den Judas Priest-Klassiker „Steeler“. Voller Spielfreude und Energie, natürlich – auch von den Anwesenden sehr gut aufgenommen und mitgesungen. Daher durchaus ein ordentlicher Gig, im kleinen Club der seinem Namen gerecht wird.

Aber natürlich alles andere als mit dem vergleichbar, was VADER zuletzt auf ihrer Tour in Polen beim „Legenden des Metal“ geboten hatten, als sie gut 80 Minuten mit einigen Überraschungen als auch voller Pyro- und Feuereffekten auf der Bühne mächtig für Stimmung und unvergessen Momente sorgten.

Aufpassen Teil 1: … die offizielle Info:
VADER werden heute, am Montag den 9. März ihre Show in London LIVE STREAMEN! Seid dabei! Ab 22:35 – hier der Link:

http://bit.ly/vader-live-stream

Aufpassen Teil 2:
…ab dem 1. Mai gibt es das neue Album der polnischen Panzerdivision „Solitude In Madness“ – und jenes Datum sollten sich die Fans merken, denn die Band spielt eine SPECIAL ALBUM RELEASE SHOW im Essener Turock.

 

…und die restlichen Termine der (sogenannten) „Anniversary Tour 2020″ in Deutschland:
13.03. Leipzig (Stadtbad)
14.03. Marsberg (Metal Diver Festival)
15.03. Mannheim (MS Connexion Complex)

…und ein Open Air im Sommer, bereits nach der Album-VÖ:
12.06. Büßfeld (M.I.S.E. Open Air)

Setlist aus Osnabrück, 07.03.2020:
(Titel/Album)

Intro

Silent Empire – De Profundis
Despair – Thy Messenger/Solitude In Madness
Black To The Blind – Black To The Blind
Grand Deciever – Thy Messenger
Triumph Of Death – Tibi Et Igni
Reborn In Flames – De Profundis
The One Made Of Dreams – Litany
Intro
What Colour is Your Blood? – The Art of War
Sothis – De Profundis
Litany – Litany
Shock & Awe – Solitude In Madness
Carnal – Black To The Blind
Intro
Dark Age – The Ultimate Incantation
Wings – Litany
Intro
This Is The War – The Art of War
Cold Demons – Litany
Zugabe:
Steeler – Thy Messenger
Outro

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