ROCK das DING – Festival 2019 – 19. und 20.07. in Holzbalge!

ROCK das DING – Festival 2019 – 19. und 20.07. in Holzbalge!

📁 Allgemein, Live, Reviews, Tipp der Redaktion 🕔25.Juli 2019
ROCK das DING – Festival 2019 – 19. und 20.07. in Holzbalge!

Wie erklärt man jemandem, der nicht dabei war was für ein großartiges Festival das „ROCK DAS DING“ ist?
Angefangen beim herrlichen Gelände, der professionellen, liebevollen und ehrlichen Art der Veranstalter, der gesamten Grundstimmung bis zur exzellenten Security und dem fantastischen Helferstab, merkte man zu jeder Sekunde, dass hier mit Respekt, Achtung, Herzblut und Liebe sowohl zu den Künstlern und dem arbeitenden Teil, als auch den Besuchern gegenüber gearbeitet wurde. Beim vierten Anlauf des „kleinen“ Festivals zwischen Hannover und Bremen „ROCK das DING“ in Holzbalge hat es nun ein Debüt gegeben. Das erste Mal fand das Festival an zwei Tagen statt! 16 Bands, zwei Tage, neuer Platz für die Bühne und das Camping, also Ärmel hochkrempeln und los!
Wenn ein Veranstalter samt seiner Crew, den örtlichen Vereinen & Ehrenamtlichen, wie u.a. der Feuerwehr, Sportverein usw. erneut alles perfekt organisiert bekommt, dann hat solch ein Ereignis durchaus Potenzial – für noch mehr, wenn man es nötig hätte!? Doch laut Veranstalter Frank Juschkat soll das Festival dabei nicht ins bodenlose wachsen, sondern seinen Grundcharakter behalten, weshalb die Besucherzahl begrenzt gehalten werden soll. Auch in der Zukunft. Doch nun zum Festival.

…der Freitag, aus Christophs Sicht:

Der Freitag startete mit dem örtlichen Feuerwerksmusikzug, der ein wenig an die Tradition in Wacken erinnert. Die beiden folgenden Bands Meilentaucher und Toe The Line konnten wir vor Ort leider nicht bestaunen, da wir erst pünktlich zu Wesemann & Band das Festivalgelände erreicht hatten. An dieser Stelle übrigens mal ein dickes Dankeschön für die unkomplizierte Lösung der Tatsache, dass unsere Akkreditierung nicht angekommen war.
WESEMANN & BAND, verstärkt durch die beiden Jaded-Recken Lukas Schröder an der Gitarre und Arne Juschkat hinter den Kesseln, verstanden es dann das Publikum, das noch nicht in rauen Scharen anwesend war, grandios zu unterhalten. Lässt der Bandname eher auf Singer/Songwriter alter Schule schließen, legte die Band mit ordentlich krachendem Rock die Messlatte für die Nachfolger schon mal ordentlich hoch. Ein Einstand nach Mass könnte man sagen.
Es folgten die alten Recken von 5th AVENUE aus Hamburg, die schon ein paar Jahre im Geschäft sind. Das merkte man der Performance auch an, wirkte alles dermaßen professionell und ehrlich, dass man dem Beifall des Publikums nur beipflichten konnte.

Überhaupt stand der Freitag unter einem guten Stern, hatten wir die Wettergötter doch auf unserer Seite, auch wenn der ein oder andere über die teilweise hohen Temperaturen stöhnte. Als nächster war dann die dreiköpfige Formation PLANTING ROBOTS. Die Wahl-Hamburger nennen ihren Stil Electro-Organic-Prog-Pop und zeigen den Zuschauern dann erstmal was darunter zu verstehen ist. Dass sie mit ihren verspielten und teils einschmeichelnden Sounds nicht unbedingt zum Gros des Festivals passten, ließ die Fans nicht davon abhalten der Band zuzuhören und zwischendurch auch einfach mal abzutauchen in die eigene Gefühlswelt. Es wäre mit Sicherheit ein Erlebnis diese Band in einem Klub oder einer anderen, dem Stil der Band angepassten Location zu sehen. Denn was die Jungs geboten haben war zu dem Zeitpunkt das beste, was man beim Festival an dem Tag zu hören und zu sehen bekam.

Doch der eigentliche Headliner des Tages sollte ja auch erst noch folgen. Der stand dann in gewohnt bodenständiger und ehrlicher Art in Form von OHRENFEINDT auf der Bühne. Wer die Band aus St. Pauli bisher noch nie gesehen hatte, war überrascht über die Energie, die grundehrliche und vor allem erdige Art ihrer Darbietung. Roggenrohl (um es mit dne Worten von Sänger und Bassist Chris Laut zu sagen), wie er im Buche steht wurde den inzwischen zahlreichen Fans geboten. Immerhin 1200 hatten den Weg nach Balge an diesem Freitag gefunden und wurden zu keiner Zeit enttäuscht. OHRENFEINDT sind vor allem live immer wieder eine Bank und man kann sicher sein, dass sie hier neue Fans dazugewinnen konnte, machte doch vor allem auch die herzliche Art der Band einen wichtigen Punkt aus.

Als Schlusspunkt folgten dann noch die Hardrocker CHOLANE, die mit ihrem satten und druckvollen Sound auch Songs von Rainbow oder Whitesnake zum Besten gaben. Ein rudnum gelungener Tag mit einem tollen Publikum und großartigen Bands neigte sich dann dem Ende entgegen. Der direkt angrenzende Campingplatz wurde dann auch ordentlich frequentiert, wobei es so manche Nachbarschaftshilfe gab und neue Kontakte entstanden sind.

…der Samstag und Allgemeines aus Kalles & meiner Sicht:

Wie am Freitag hat auch am Samstag alles wunderbar geklappt, selbst das heftige Gewitter hat die Crew samt Feuerwehr hervorragend gemeistert. Doch bevor das Unwetter aufzog, hatten GRAN DUCA aus Detmold ab 13:00 Uhr ihren Auftritt. Mit der Freude, gerade ihre erste CD in der Tasche zu haben, fetzten sie auch gleich los. Leicht rauchiger Gesang mit heftigen, sauberen und knackigen Gitarren heizten sie das leider nur spärliche Publikum richtig auf und erhielten tosenden Beifall.
Es folgte nach der Umbaupause LIGHTHOUSE DOWN. Rock mit einer Frontfrau aus Oldenburg der etwas weicheren Art. Ihre Songs wirkten frisch und locker, kamen aber auf Grund der Vorband nicht so richtig  beim Publikum an, was eigentlich schade war, weil sie ihre Songs perfekt und gut rübergebracht haben.
Nun kamen nicht nur SEVEN THORNS, sondern auch das Unwetter. Die Power Metaller aus Dänemark konnten nicht recht zum Zuge kommen, da sie beim dritten Song auf Grund des Gewitters abbrechen mussten. Knapp 15 Minuten waren ihnen nur gegönnt, bevor der Donnergott kein Erbarmen mehr mit dem Festival hatte. Ihre bereits vorgetragenen Songs hatten durchaus Qualität; sie werden daher ihren Gig 2020 nachholen.

Doch zurück zum Wetter: das hat gerumst, wie schon lange nicht mehr. Der Thunder-God musste wohl beim „Dorffest“ dabei sein. Es flogen Zaunelemente durch die Luft, das Bühnenequipment hat einiges abbekommen und der Strom war auch für eine gewisse Zeit unterbrochen. Die knappe Stunde „Pause“ gegen 16:00 Uhr hat jedoch niemanden wirklich die Lust an diesem Festival nehmen können. Gegen 17:30 Uhr ging es für die Koblenzer Combo RED COUNTY JAIL mit einem verkürzten Set weiter. Und die Jungs funktionierten hervorragend auf der Bühne, fetter Sound, cooles Acting und ein freudestrahlender Frontmann, der sich auch sehr darum bemühte mehr Fans direkt vor die Bühne zu locken. Hat zwar nicht viel gebracht, dafür passten die Songs zu der nun wieder aus allen Knopflöchern scheinenden Sonne sehr gut. Trotz des verkürzten Sets war die Band guter Laune und bei der Spielfreude, kann man sicher sein, dass sie auch ein andermal im Landkreis Nienburg zu sehen sein werden.

Um den Zeitplan wieder entsprechend einhalten zu können, musste alles wieder schnell gehen. JADED, die sogenannten Hausherren dieses Festivals, sitzt doch mit Arne Juschkat der Sohn des Veranstalters hinter den Drums, haben mit ihrem puren Rock einmal mehr das Publikum begeistern können. Zwar gab es kaum neue Songs im Vergleich zum Set des letzten Jahres und auch sie mussten die Show entsprechend verkürzen, aber man nahm dies alles mit Humor. Hauptsache, es geht eben weiter.


Doch als die Bremer Emo-Nu Metal Combo WATCH OUT SAMPEDE die Bühne enterten, um endlich auch mal deutlich heftigere Metaltöne den Fans in den ersten Reihen anzubieten, hat es erneut gegossen wie sonst etwas. Prompt kam die Ansage nach dem ersten Songs, dass sich vielleicht jeder Besucher darauf einstellen sollte das Gelände wieder verlassen zu müssen. Doch zum Glück blieb es bei dem Regen und der Sturm „ward nicht mehr gesehen“; jener drückte eher von der Bühne, bedingt durch die coole Performance der jungen Burschen aus Bremen. Jene machten sich nämlich nichts aus dem Regen, wie auch zahlreiche Fans vor der Bühne. Es ging ab, wie man es sich eben bei einer Nu Metal-Band auch vorstellt. Und weil sie auch ihr Set ein wenig verkürzt haben, war man zum Beginn des Auftritts der ersten Headliner (wenn man so will) des Abends, BRAINSTORM, wieder im Vorfeld organisierten Zeitplan. Alles gut, Hut ab für diese Meisterleistung der Crew und allen, die eben aufgrund der Wetterbedingungen doppelt und mehr Einsatz zeigten.
BRAINSTORM haben die Erfahrungen ihrer langen Karriere das Publikum eindeutig spüren lassen. Haben sich nichts anmerken lassen, dass nicht viele direkt vor der Bühne zugegen waren. Da war eine Spitzenband auf der Bühne und viele schauten lieber aus der Weite zu. Rund 150 Zuhörer hatten sich aber doch noch vor der Bühne eingefunden und hatten richtig Spaß. Die Band brachte ihre Songs sauber und mit viel Qualität rüber, ist halt kein Nobody. Bei Brainstorm hätte ich mir ein paar mehr Zuschauer gewünscht, die waren richtig gut.


PRIMAL FEAR sind ebenfalls alte Hasen im Geschäft und von daher sehr erfahren, was eine Liveshow anbelangt. Nun füllte es sich auch vor der Bühne und die Meute lag ihnen zu Füßen. Heavy Metal der allerfeinsten Sorte mit dem gewissen Judas Priest-Touch eben. Neue Songs gab es zu hören, wie natürlich auch die Klassiker der 00er Jahre.  90 Minuten, die einigen schon den Rest für den gesamten Tag gegeben haben.

Als letzte Band durften dann noch die Bremer/Oldenburger Alternative Metaller von HONEYTRUCK ran und lieferten einfach nur gnadenlos ab. Wer bis dahin noch keine dicken Ohren hatte, bekam sie jetzt auf jeden Fall. Mit erstaunlicher Energie für die späte (oder frühe) Zeit, wir schreiben immerhin bereits 0:00 Uhr, legten die Formation um Frontfrau Angelika Stelter los und zeigte warum man diese Band unbedingt live erleben muss. So bogg dann auch der Samstag gegen 00:45 Uhr auf die Zielgerade ein und beendete dieses herrliche Festival mit Kuschelatmosphäre.

Auch drum herum gab es einiges. Beim Festival-Merchstand gab es einiges zu gewinnen, die Bands hatten ausreichend Platz für ihr Merch und auch Aktionen wie „Wacken Foundation“ oder „Lautstark gegen Krebs“ haben sich vorstellen dürfen. Die Getränkepreise waren sehr fanfreundlich (2,50€ für 0,3l Bier) und daher auch leicht überschaubar, aber auch das Angebot an Speisen war vielfältig. Zwar musste man etwas länger beim Burger-Food-Truck anstehen, aber immerhin hat man eben das alles dann auch frisch – wie beim Pizzabäcker.

Perfekte Organisation, schnelle als auch unkomplizierte Abwicklungen der schwierigen Vorkommnisse durch den Sturm und obendrein eine einmal mehr familiäre Atmosphäre, eben ein nettes Beisammensein, bei genialer Musik mit gut 2000 Fans an beiden Tagen. Was will man mehr?
Dieses Festival ist eben ein wenig anders und das ist auch gut so. Wir drücken den Veranstaltern die Daumen, dass im nächsten Jahr ein paar mehr Fans dieses Festival zu schätzen lernen und diese Atmosphäre mit nach Hause nehmen dürfen.
Daher überrascht es mich nicht, dass auch schon für 2020 zwei Tage festgesetzt worden sind!
Wir berichten auch gern darüber, auf geht es an die neue Organisation & Planung.
Denn wie heißt es so schön, nach dem Festival ist vor dem Festival!

 

Die Bilder des ersten Tags findet ihr hier:

Rock das Ding Festival, 19.07.2019, Balge mit Wesemann Band, 5th Avenue, Planting Robots, Ohrenfeindt und Cholane

 

Zu den Bildern des zweiten Tags geht es hier lang:

Rock das Ding Festival, 20.07.2019, Balge mit Seven Thorns, Red County Jail, Jaded, Brainstorm, Primal Fear und Honeytruck

 

 

…und schon mal vormerken:

 

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