Papa Roach, Hollywood Undead, „European Tour 2020“, Special Guest: Ice Nine Kills, 10. März 2020, Hannover, Swiss Life Hall

Papa Roach, Hollywood Undead, „European Tour 2020“, Special Guest: Ice Nine Kills, 10. März 2020, Hannover, Swiss Life Hall

📁 Allgemein, Live, Musik, Reviews 🕔12.März 2020
Papa Roach, Hollywood Undead, „European Tour 2020“, Special Guest: Ice Nine Kills, 10. März 2020, Hannover, Swiss Life Hall

Zum ersten Mal seit der Veröffentlichung ihres neuen Albums „Who Do You Trust“ sind Papa Roach als Headliner in Deutschland auf Tour und haben musikalische Verstärkung mitgebracht. Das das Package funktionierte zeigte die mit knapp 5000 Zuschauern fast ausverkaufte Halle.

Zuerst durften Ice Nine Kills um 19 Uhr antreten und sich für eine gute halbe Stunde präsentieren. Bereits gut 10 Minuten vorher ertönte das Intro, eine Sammlung von Filmmusiken des Regisseurs und Komponisten John Carpenter. Ihr durchschnittlicher Nu-Metal/Metalcore wurde durch ihr Markenzeichen Horrorfilmhommagen aufgewertet. Das Bühnenbild bestand aus Anleihen zu Filmen wie „ES“, „Nightmare on Elm Street“ und „Halloween“. Sänger Spencer Charnas zog sich für jeden Song um und brachte entsprechende Utensilien wie Axt, Machete oder Kettensäge mit auf die Bühne. Den Fans gefiel es, die Band wurde lautstark in der schon sehr gut gefüllten Halle gefeiert. Der Sound war schon hier sehr gut, das dezent eingesetzte Licht war sicherlich der Thematik geschuldet. Der Auftritt war okay und das Publikum war schon mal auf Betriebstemperatur gebracht.

Setlist:

Stabbing in the Dark

Thank God it’s Friday

SAVAGES

Your Number’s Up

The American Nightmare

IT Is The End

Nach nur 20 Minuten Umbau begrüßte man den Co-Headliner Hollywood Undead mit großem Jubel. Mit einem neuen Album („New Empire, Vol. 1“) am Start legten die Kalifornier mächtig los und brannten ein wahres Feuerwerk auf der Bühne ab. Richtiges auch, fast jeder Song wurde mit Funkenfontänen begleitet. Die Band stellte nicht nur das neue Album vor, sondern spielte auch ältere Songs. Es wurde gut durchgemischt. Auch unter den Musikern. Mal sang der Bassist, dann wieder der Gitarrist, später spielte einer von den insgesamt 4 Sängern Gitarre. Da konnte man schon den Überblick verlieren. Viele Instrumente waren nicht vorhanden (Gitarre, Bass, Schlagzeug, Keyboard), einiges kam vom Band.

Neben den rockigen Songs wurde auch fleißig gerappt. Für den Verfasser dieser Zeilen etwas zu viel. Den Fans war es Recht, sie waren voll bei der Sache. Der Auftritt wurde teilweise für ein Livevideo gefilmt. Zu diesem Anlass kamen bei dem Song „Heart of a Champion“ Jacoby Shaddix und Spencer Charnas dazu und unterstützten Hollywood Undead. Das Publikum rastete aus. Beim Song „Comin‘ In Hot“ durfte dann ein Fan auf die Bühne und übernahm den Gitarrenpart. Nach den fast 70 Minuten waren die Fans happy und dankbar für die kleine Pause für das was noch folgte.

Setlist:

Time Bomb

Undead

California Dreaming

Heart of a Champion

Whatever It Takes

Comin‘ In Hot

War Child

Enemy

Bullet

Day of the Dead

Everywhere I Go

Hear Me Now

Wiederum gut 20 Minuten später fiel der Kakerlakenvorhang und Papa Roach feuerten aus allen Rohren. Musikalisch, denn Pyros hatten sie nicht dabei. Den Set mit „Dead Cell“, einem älteren Titel zu beginnen, war genau richtig. Gleich danach kam „Blood Brothers“ und ließ dem Publikum keine Verschnaufpause. Nur bei „Falling Apart“ nach gut der Hälfte des Konzerts. Der Song wurde akustisch von Jacoby und dem Gitarristen Tony Esperance dargeboten. Gründungsmitglied Jerry Horten weilte Zuhause und erholt sich nach einer Finger-OP. War die Stimmung bei Hollywood Undead schon gut wurde sie jetzt übertroffen.

Papa Roach hatten die Fans im Griff und die widerum dankten es der Band mit absoluter Hingabe. Auch die Band lieferte eine Höchstleistung ab. Jacoby Shaddix schonte sich nicht und war schon nach dem zweiten Song durchgeschwitzt. Genau wie die Fans. Natürlich wurden auch Songs vom neuen Album gespielt. Die Mischung stimmte, es wurde die gesamte Bandbreite des Schaffens der Band präsentiert. Lediglich das Drum-Solo wirkte etwas deplaziert. Nach drei Zugaben und insgesamt 75 Minuten Spielzeit ging der Abend mit „…To Be Loved“ zuende. Leider muss man sagen. Laut Jacoby war es das beste Konzert der Tour. Ich bin mir nicht sicher, ob er das nicht jeden Abend sagt. ;o)

Setlist:

Dead Cell

Blood Brothers

Between Angels and Insects

Renegade Music

I Suffer Well

Broken Home

Elevate

Feel Like Home

Falling Apart (akustisch)

Scars

Drum Solo

Help

Getting Away With Murder

Firestarter (The Prodigy Cover) – In Gedenken an Keith Flint

… To Be Loved

Zugaben:

Who Do You Trust?

Last Resort

Born For Greatness

Fazit: Die überwiegend jungen Fans feierten als ob sie schon wussten, dass es das vorerst letzte Konzert mit mehr als 1000 Zuschauern in Hannover sein wird (#coronavirus). Moshpits so groß wie ich sie noch nie in der Halle sah. Alle hatten Spaß, die Fans und auch die Bands. Guter Sound und stimmiges Licht rundeten den Abend ab. Mir persönlich gefielen Papa Roach anno 2015 in Hannover etwas besser als sie Five Finger Death Punch supporteten und ihnen gezeigt hatten was volle Fanbedienung ist.

Bericht verfasst von Jens-Peter Topp

Weitere Bilder der Show gibt es hier: https://www.metalglory.com/gallery/papa-roach-hollywood-undead-european-tour-2020-special-guest-ice-kills-10-maerz-2020-hannover-swiss-life-hall/

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