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Morbid, Protector & Norkh „December Moon over Germany“ in Hamburg, Hafenklang am 04.12.25

Da muss man sich schon mal schütteln. Nach so vielen Jahrzehnten bekommt man es doch noch geboten, das gewisse

Morbid, Protector & Norkh „December Moon over Germany“ in Hamburg, Hafenklang am 04.12.25

Da muss man sich schon mal schütteln. Nach so vielen Jahrzehnten bekommt man es doch noch geboten, das gewisse Etwas – und das mit einer Truppe, die in der Szene heute als Supergroup ohne WEiteres durchgehen würde. 

NORKH – die Berliner überzeugen mit wuchtigem Sound und verirren sich zum Glück nicht in ihren anfänglichen „gleich“-bleibenden Arrangements; den nach gut zwei, drei Songs geht es auch mal etwas mehr in die Black-Thrashige-Gefilde, anstatt bloß auf Gaspedal drücken zu müssen. Paßt!

PROTECTOR – die scheinbar seit Ewigkeiten nicht zu sehen waren, können mit ihrem old-schooligen Charakter einiges Aufzeigen. Der Mix aus heftigem Thrash und einigen Death-Metal-Ausflügen kam zu jeder Zeit überzeugend rüber. Als ob diese Band nie weggewesen wäre. Man fragte sich bloß, ob die jungen Fans diese Art der „Verwandlung“ so wahrnehmen, wie eins die Fans der ersten Stunde?! 

MORBID mit Ulf (Nihilist, Entombed uvm.) an der Gitarre – der sich während des einstündigen Gigs stets im Hintergrund befindet, auf der kleinen Bühne des Hafenklang; Necrobird am Mikro (ja, es ist der Bruder von Dead (!)) – der mit einem Sarg auf die Bühne von den Bandmembern getragen wird; des Weiteren mit Erik (Watain) am Schlagzeug als auch Dr. Schlitz am Bass, sowie an den weiteren Gitarren TG & Gehenna  (alle drei wie damals 1986)! Fette Soundwand garantiert. Dazu ein wahnsinniger Sänger, der eben diesmal keine Schweinsköpfe oder Blut ins Publikum wirft, sondern eine dunkle Torte. Spaß ist daher auch hier garantiert; in dem Alter nimmt man das durchaus mit Humor. 
Ja, dieser Auftritt hat was in sich. Unabhängig der Frage, ob es diese durchaus älteren Herren der Szene so noch in Szene setzen müssen oder nicht. Aber der Spirit von damals ist allemal spürbar gewesen. 

Zusammenfassend lässt sich festhalten:
drei gänzlich unterschiedliche Acts, ein Publikum zwischen eklig und witzig, ebenfalls analog der Gerüche. Zwischen Designerduft, Körperschweiß und ein bisschen Gruftitouch war alles dabei. Soundtechnisch eigentlich dann doch für diesen fetten Eintrittspreis (für eigentlich nur „alte“ Undergroundbands) eine Menge drin, was das Schwermetaller-Herz in Sachen Death, Thrash & Black welcher den Fluxkompensator auf Ende der 1980er im programmiert hat, begehrt. Ohne Doc Brown und Marty, aber einen Bassisten wie ein Mountain, wie ich ihn lange nicht mehr gesehen habe, und einen Frontmann mit einer Verstörtheit irgendwo zwischen Manson und Captain Spaulding von den Devil’s Rejects.
Danke für den schönen Abend – und gerne wieder!

…gemeinsam dabei und daher Berichtverfasser sind: Olli S. & Arthur/Metalglory.com