Melissa Etheridge (USA) – One Way Out

Melissa Etheridge (USA) – One Way Out

📁 Reviews, Allgemein, Musik 🕔02.Oktober 2021
Melissa Etheridge (USA) – One Way Out

Melissa Etheridge ist schon lange im Geschäft, hat einige Hits im Laufe der Jahre vorzuweisen. Seit 1988 veröffentlichte sie mittlerweile 15 Alben. Dass dabei auch immer mal wieder Songs liegen bleiben, ist klar und kennt wohl jeder Komponist.

Das insgesamt neun Tracks umfassende Album ist eine Sammlung von Songs, die Etheridge bereits in den späten 80er und frühen 90er Jahren geschrieben, jedoch nie veröffentlicht hatte …. – bis jetzt! Doch nun ist die Zeit endlich reif und der richtige Zeitpunkt, um ihren Fans einen tieferen Einblick zu gewähren, was für ein Mensch Melissa damals war – wie sie dachte und fühlte. Vor ein paar Jahren stolperte Etheridge sprichwörtlich über diese Jahrzehnte alten Demos von Songs, als sie auf der Suche nach Material für ein retrospektives Box-Set war. Als sie die Songs noch einmal anhörte, fühlte sie sich an den Anfang ihrer Karriere zurückversetzt und erinnert sich daran, dass sie damals einfach nicht in die Zeit oder in die Konzepte eines ihrer damaligen Alben gepasst hatten. Einige der Tracks wurden geschrieben, bevor sie sich überhaupt öffentlich geoutet hatte, so dass es sich einfach nicht richtig angefühlt hatte, sie der Welt vorzustellen. Instinktiv wusste sie, dass sie perfekt für das Box-Set sein würden. Also traf sie sich 2013 mit ihrer Band (Fritz Lewak, John Shanks, Kevin McCormick) in den Henson Studios in Los Angeles, um eben jenen Songs neues Leben einzuhauchen. Kurz nach Beendigung der Recordings trennte sie sich jedoch von ihrem Label und das Box-Set wurde vorerst auf Eis gelegt. Melissa begann, an neuem Material zu arbeiten und so verschwanden die alten Songs vorerst erneut in der Schublade. Zumindest bis zum Jahr 2020, als sie wiederum alte Aufnahmen dieses Mal jedoch für ihre TV Show „Friday Night Time Machine“ sichtete. Und nun war die Zeit endlich reif – mit der Veröffentlichung von „One Way Out“ nimmt Melissa Etheridge ihre Fans mit auf eine kleine Zeitreise zu der Person, die sie damals war. Wer das Tracklisting des Longplayers aufmerksam studiert, wird unter den Songs auch zwei Stücke entdecken, die 2002 live im Roxy in Los Angeles aufgenommen wurden. Die anderen sieben Songs sind, im Vergleich zu aktuellerem Material, deutlich mehr in einer Zeit angesiedelt, als sich Melissa noch mehr Rock auf die Fahne geschrieben hat, als es heute der Fall ist. So knallt der Opener und Titeltrack gleich mal derbe rockend um die Ecke und zeigt eine Melissa, die dem Rock immer noch eine neue Facette abgewinnen kann. Doch schon immer hat sie auch beeindruckende Songs in Singer/Songwriter Manier im Repertoire gehabt, die sowohl musikalisch, als auch lyrisch tief gehen und nicht selten auch emotional waren. Es sind vor allem die Texte, in denen sie ihre Seele präsentiert, ihr Innerstes nach außen kehrt und dabei die verletzliche aber auch toughe Sängerin darstellt. Vielleicht ist „One Way Out“ sogar ihr bisher persönlichstes Album geworden und dass es sich dabei noch um Songs handelt, die bereits seit mehr als dreißig Jahren ihr karges Dasein in irgendeiner Schublade fristen mussten, macht die Sache an sich noch spannender.

Fazit: Toll.

  1. One Way Out

  2. As Cool As You Try

  3. I’m No Angel Myself

  4. For The Last Time

  5. Save Myself

  6. That Would Be Me

  7. Wild Wild Wild

  8. You Have No Idea (Live)

  9. Life Goes On (Live)

Label: BMG

VÖ: 01.10.2021

Laufzeit: 33:32 Min.

Herkunft: USA

Stil: Rock

Webseite: www.melissaetheridge.com/

Facebook: https://www.facebook.com/MelissaEtheridge/

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