Joe Bonamassa (USA) – The Spirit Of Rory: Live From Cork
Der Blues Rock Titan Joe Bonamassa hat es wieder getan und erneut ein Livealbum auf den Markt geschmissen. Ich
Der Blues Rock Titan Joe Bonamassa hat es wieder getan und erneut ein Livealbum auf den Markt geschmissen. Ich habe inzwischen aufgehört zu zählen wieviele Livemitschnitte es von ihm inzwischen gibt. Das Erstaunliche dabei ist, dass er sich nie wiederholt, jedes Album nicht nur klanglich sondern auch inhaltlich eine echte Bereicherung ist. Diesmal huldigt er einem wohl einzigartigen Gitarristen.
Rory Gallagher, irische Nationalikone und 1995 verstorben, dürfte für viele Fans einer der besten seiner Zunft gewesen sein, dessen Schaffen heute noch immer so aktuell ist, wie zu der ihrer jeweiligen Veröffentlichung. Aufgenommen wurde das Album im vergangenem Jahr bei drei restlos ausverkauften Konzerten in Gallaghers Heimatstadt Cork, Irland. Für Bonamassa war dieses Projekt nie nur eine beiläufige Hommage. Gallaghers Musik ist seit seiner Kindheit Teil seines Lebens, und die Bedeutung, sie in Cork aufzuführen – mit dem Segen von Rorys Familie und vor einem Publikum, dem sein Vermächtnis so sehr am Herzen liegt –, war ihm sofort bewusst. „Ich hatte nie die Ehre, ihn kennenzulernen, aber seine Musik und sein musikalisches Können spielen in meinem Leben eine große Rolle“, schreibt Bonamassa in einem persönlichen Vorwort, das der Veröffentlichung beiliegt. „Seit ich Irish Tour ’74 zum ersten Mal hörte, war ich fasziniert von der schieren Intensität dieses Mannes und der Wildheit, mit der er den Electric Blues interpretierte.“ Genau diese zitierte Wildheit aber fehlt dem Mitschnitt. Bonamassa interpretiert die Songs auf seine ganz eigene Weise, was sicherlich auch so gedacht war. Doch eben jene Ungestümtheit, das raue Spiel fehlt den Songs ganz häufig. Alles scheint amerikanisch glattgebügelt zu sein. Was als Einladung der Familie Gallagher begann, entwickelte sich schnell zu etwas viel Größerem. „All die Jahre später wurde ich von Rorys Familie gebeten, darüber nachzudenken, einige seiner Stücke zu spielen und ihm an einem Veranstaltungsort in Cork Tribut zu zollen“, schreibt er. „Der bloße Gedanke daran machte mir Angst. Ja, ich hatte Angst, es überhaupt zu versuchen, aber gleichzeitig fühlte ich mich so geehrt, dass seine Familie der Meinung war, ich könnte dieser Aufgabe gewachsen sein.“ Anstatt zu versuchen, das Material neu zu erfinden, konzentrierte sich Bonamassa darauf, ihm mit der richtigen Einstellung zu begegnen. „Ich hatte das Gefühl, das Beste, worauf ich hoffen konnte, war, mich seinem Werk mit Demut und Ehrfurcht zu nähern.“ Diese Äußerung Bonamassas mag erklären warum die Songs eben mehr nach Bonamassa klingen, denn nach Gallagher. Genau das jedoch ist vielleicht auch die einzige Herangehensweise an solch ein Unterfangen, bei dem man als Gitarrist wahrscheinlich ohnehin nur verlieren kann. Alleine diesen Mut aufzubringen, bedarf schon einer gehörigen Portion Respekt. Letztendlich sieht Bonamassa das Album als eine Art Opfergabe – den besten Versuch seiner Band, einen Musiker zu ehren, dessen Werk sein eigenes mit geprägt hat. „Was ihr auf diesen Aufnahmen hört, ist unser bester Versuch, Rory Gallagher Tribut zu zollen, einem Mann, den ich nie getroffen habe, den ich aber zutiefst bewundere“, schreibt er. „Seine Musik ist ein Teil von mir, und ich bin dankbar, dass wir einen kleinen Beitrag zu seinem fortdauernden Vermächtnis leisten konnten.“
Fazit: „The Spirit Of Rory“ ist kein reines Tributealbum, bei dem alles eins zu eins nachgespielt wird. Bonamassa macht sich die Songs zu eigen und zollt mit einer tiefen Verbeugung seinen größen Respekt.
- Cradle Rock
- Walk On Hot Coals
- Tattoo’d Lady
- I Wonder Who
- Calling Card
- Who’s That Coming?
- Messin‘ With The Kid
- Bullfrog Blues
- Treat Her Right
- Bad Penny
- I Fall Apart
- A Million Miles Away
- As The Crow Flies
- Back On My Stompin‘ Ground
Label: J&R Adventures/Provogue
VÖ: 19.06.2026
Laufzeit: 86:48 Min.
Herkunft: USA
Stil: Blues Rock

