Iran durch meine Augen (Iran Through My Eyes)- Ein Film von Andi Rohde (Ohrenfeindt)

Iran durch meine Augen (Iran Through My Eyes)- Ein Film von Andi Rohde (Ohrenfeindt)

📁 Film, Reviews 🕔18.April 2018
Iran durch meine Augen (Iran Through My Eyes)- Ein Film von Andi Rohde (Ohrenfeindt)

Andi Rohde bereiste von Ende Dezember 2014 bis Mitte Januar 2015 den Iran und sammelte dabei Eindrücke, die er zum Glück visuell festhalten konnte. Von Teheran über die landesgrößte Insel Qeschm, mit der Fähre über die Straße von Hormus im Persischen Golf, zur Hafenstadt Bandar Abbas; dort geht es mit der Bahn 10 Stunden lang, 800km durch die Wüste nach Yazd und weiter mit dem Bus nach Isfahan. Über die Städte Kaschan & Abyaneh ging es zurück nach Teheran um Menschen, Land und Kultur, sowie natürlich auch die Musik und ihre Instrumente näher kennen zu lernen. Daraus entstand im Laufe der letzten 3 Jahre diese Doku, die weder das Land erklären soll und / oder kann, noch stecken politische Ambitionen dahinter. Andi möchte einfach nur beschreiben, wie er den Iran kennengelernt hat, seine persönlichen Erfahrungen beschreiben / weitergeben und vor allem: viele wunderschöne Bilder für sich selbst sprechen lassen. Aber: wer genau ist Andi Rohde?

Andi ist ein junger ambitionierter, versierter sowie weit-mehr-interessierter Studio – und Live-Drummer, der u.a. auch bei Ohrenfeindt die Stöcke schwingt, sich nicht wirklich um Genre schert, Workshops leitet und natürlich einen Video-Blog mit Lehr-Videos unterhält. In den Iran trieb es ihn neugierig und urlaubsbedingt und mit der Geschichte und Kultur, hat dieses Land (welches zu den 20 größten der Welt zählt) schon sehr viel mehr zu bieten, als einseitige Berichterstattung, nicht vorhandenen Frauenrechten, Hetze und diverse Vorurteile kultureller, religöser und politischer Natur beiderseits (!). Wunderschöne Landschaften und Bauten, über welche die UNESCO schützend die Hände hält, atemberaubende Aussichten über die Dächer von Städten wie z.B. Teheran oder Yazd – auch Stadt der Windtürme genannt, Abyaneh – dem „roten Dorf“ genannten Ort, der zu den ältesten Dörfern Irans zählt und durch seine überall fließenden Wildbäche und dem Feuertempel zu weltweiter Bekanntheit gelang. Auf den Kilometer-fressenden Fahrten, lernte er natürlich auch junge und alte Iraner kennen, kam mit Ihnen ins Gespräch und merkte, dass viele Menschen stolz auf ihr Land sind, aber nicht auf das Regime. Eine Einstellung, die man im Iran meist besser für sich behält, was ein Vorurteil bestätigt. Wirklich frei außer die herrschenden Mullas, ist dort niemand. Und doch machen die Menschen dort das Beste draus und präsentieren sich so gastfreundlich, wie es ihnen weltweit nachgesagt wird. Auch die jungen Rockmusiker finden immer wieder Wege und Möglichkeiten, sich doch irgendwie öffentlich präsentieren zu können. Offiziell ist Rock´n´Roll nicht verboten, doch werden Bar- und Clubbesitzer nicht unbedingt freundlich vom Staat behandelt, wenn ein Konzert stattfindet… Andi traf sich mit iranischen Musikern, jammte mit ihnen, besuchte Musikschulen & Instrumentenshops und besuchte ein Event iranischer Konzertkultur auf dem landeseigene Volksweisen klassisch intoniert wurden. Wenn man schon im nahen Osten unterwegs ist, sollte man auch unbedingt die berühmte persische Küche probieren. Das tat Andi auch…und mir lief am Bildschirm das Wasser im Mund zusammen! Kurzum: In dieser kreativen Mischung aus Doku mit leichtem Urlaubsfilmflair (ohne dußliges RTL2 Zwischengelaber), schafft es Andi 90 Minuten wie im Flug vergehen zu lassen, passende Informationen zu vermitteln ohne dabei wie ein Lehrer zu wirken. Eher persönlich und authentisch berichtet er u.a. von Gesprächen mit iranischen Fischern (bei denen angekommen ist, wie islamophob die Christen sind), Soldaten, Musikern und der Gastfreundlichkeit die ihm entgegengebracht wird. Als Reiseführer für Metalheads in das Land, in dem es heute noch manchmal traditionell zwei Türklopfer mit unterschiedlichem Klang gibt (einer für Männer, einer separat für Frauen), ist der Film ganz klar nicht zu verstehen.

Fazit: „Iran durch meine Augen“ ist durch und durch ein sehenswerter und informativer Blick hinter die Kulissen eines Landes, in dem auch zufällig mal eine Ölplattform vorbeischwimmen kann…es wird nicht direkt mit irgendwelchen Vorurteilen aufgeräumt und das war ja auch nicht sein Ziel. Er wollte uns ein anderes Gesicht des Iran zeigen. Landschaftlich und durch Einblicke in die Museen, ist es ihm gelungen zu zeigen, welche Schätze das Land bereit hält, auch wenn man an den Uranminen besser ohne zu Filmen schnell weiterfährt. Und wer verbindet den Iran schon mit Snowboarden? Mir persönlich gefällt, dass der Fokus nicht nur unbedingt auf Kultur, Bauten, Landschaften oder Musik liegt. Alle Themen werden angesprochen und natürlich spielt die Musik die tragendste Rolle. Aus meiner Sicht, wurde die Mission erfüllt. Eines meiner Highlights (Achtung-Spoiler!): als er anfing, den Müll einzusammeln, irgendwo in den iranischen Bergen…! Und weil die Kulisse so unbeschreiblich schön war, fertigte er ein weiteres Tutorial-Video für seinen Youtube-Kanal an. Er sah Sachen, die nicht jeder Tourist zu sehen bekommt, wobei er sowieso oft der einzige Tourist war…in den Bergen vor Teheran verirren sich wohl immer wieder ein paar Asiaten, aber vom Tourismus lebt eigentlich niemand wirklich.

Es entstanden während seines Irantrips Kontakte, E-Mail-Kontakte und Andi ist inzwischen bereits für Workshops einige Male wieder in den Iran geflogen.

Man kann den Film streamen und dafür via Paypal (Andi@Andi-Rohde.de) ´nen Obolus seiner Wahl locker machen oder für 24,90€ als DVD ordern (Andi@Andi-Rohde.de). Selbstverständlich wird es sie auch am Merch-Stand von Ohrenfeindt geben. Von mir gibt es alle Daumen hoch, Prädikat: sehenswert.

Mehr Infos zu Andi Rohde:

HP – http://andi-rohde.de/

FB – https://www.facebook.com/andirohdeofficial/

Youtube – https://www.youtube.com/user/AndiRohdeOfficial/videos

Ohrenfeindt:

HP – http://www.ohrenfeindt.de/

FB – https://www.facebook.com/ohrenfeindt/

On Tour With Ohrenfeindt:

 

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