Interview: Linda Marlen Runge / LEJANA & Schauspielerin

Interview: Linda Marlen Runge / LEJANA & Schauspielerin

📁 Allgemein, Interviews, Musik 🕔19.Dezember 2018
Interview: Linda Marlen Runge / LEJANA & Schauspielerin

ENGLISH VERSION BELOW!!!

Linda Marlen Runge ist vielen nur als „Anni“ aus der RTL´schen Daily Soap „Gute Zeiten – Schlechte Zeiten“ bekannt. Doch die Wenigsten wissen, dass es die Dame musikalisch faustdick hinter den Ohren hat und mehr die Musikfreunde positiv überrascht, anstatt die RTL Fanscharen und den dort meist schnellebigen Popmusik-Projekten und den daraus resultierenden, ressourcenverschwendenden Plastikmusikmist, mainstreamartig zu folgen. Ein Weg, der mit Linda in jeder Hinsicht nicht wirklich begehbar gewesen wäre, denn sie hatte schon konkrete Vorstellungen von dem, was sie machen möchte. 1986 in Hessen geboren, kam es bereits sehr früh zu Begegnungen mit Musik; klassische Klavierausbildung, später Gitarre und Bass. Jobs auf Musikmessen, komponieren von Werbejingles und auch das Sprechen von Radiowerbung, hielten sie finanziell über Wasser und gaben ihr auch die Möglichkeiten, eigene Songs zu komponieren und Ideen auszuarbeiten. Über kurz oder lang landete sie in Mexiko, gründete die Band LEJANA, veröffentlichte mit der Band das 1. Album, tourte mit den Jungs im Van durch Mexiko, und kam knapp 2 Jahre später wieder nach Deutschland, um dann in der Schauspielerei zu landen. Aber die Musik ließ sie auch in dieser Zeit nicht los und das Ergebnis ist Album Numero 2: „XII Bestias“

Nun sind wir nicht die BRAVO oder BUNTE um mit der Dame über ihr Serienleben oder Privatleben zu plauschen und öffentlich Mutmaßungen zu dem Gespräch in den Raum zu stellen…wir wollen wissen, woher der Drang eines jungen Menschen kommt, sich einer Musik zu widmen, die weitaus mehr als Mariachi-Gehabe und „Ayayay“ Gebrülle mit Trompeteneinsätzen zu bieten hat. Review: https://www.metalglory.com/lejana-de-mex-xii-bestias/

Linda Marlen Runge hat tatsächlich eine Menge zu erzählen ohne zu langweilen, und lässt dabei auch tief in sich blicken. Was letztendlich auch unsere Fragen beantwortet, doch lest selbst…

Hi, hier ist Totti von Metalglory. Wir hören und schreiben nicht nur über Metal, sondern über alles, was uns gefällt, wovon wir überzeugt sind. Das kann AOR, der Blues, Pop Rock, aber auch ihr Album sein. Oder darf ich Du sagen?

Hi Totti, klar, ich bin Linda.

Ich würde ganz gern über deine musikalische Ausrichtung sprechen, über das Album, und so weiter. Alltäglich ist es ja nicht, dass sich ein junger Mensch dermaßen tief in Mexicana verstrickt, anstatt sich dem massentauglichen Mainstreampopdancegedudel hinzugeben.

Das finde ich sehr schön, sehr gern.

Fangen wir doch erstmal zur Aufklärung mit dem Bandnamen LEJANA an, ich kann es nur aus dem Spanischen mit „weit, weit entfernt“ übersetzen, passt das?

Ja, genau. Richtig, „weit weg“. Der Sinn dahinter ist ganz einfach. Als ich unseren Gitarristen Eder Perales 2008 kennengelernt habe, über ´nen Kumpel von TITO & TARANTULA, war es uns nicht möglich, gemeinsam Musik zu machen. Er war in Mexiko, ich in Berlin. Das war nicht so leicht und so kamen wir dann auf „weit weg“…weil es auch schön klingt. So entstand der Name LEJANA!

Ich gehe von aus, Du sprichst muttersprachlich spanisch, oder woher kommt dieser Mexiko-Drang?

Nee, ich spreche nicht muttersprachlich spanisch, hahaha. Ich mach´s mal kurz: mein Vater ist in Mexiko aufgewachsen, weil seine Eltern dort gearbeitet haben. Er hat dort die ersten 5-6 Jahre seiner Kindheit verbracht, und von daher, war Mexiko immer ein Thema für mich. Auch meine Großeltern haben mir viele Geschichten erzählt, schleppten auch immer ihre schönen Möbel komplett mit…und dadurch war ich irgendwie schon mal angefixt. Aber so richtig verstärkt kam das dann durch die ganzen Tarantino & Rodriguez Filme, Perdita Durango, und wie diese mexikanischen Gangsterfilme alle heißen…die fand ich total geil und irgendwann, wollte ich auch mal dahin, und mir das alles angucken. So hat das irgendwie angefangen, mit der Liebe, zu Mexiko. Dann habe ich auch 2 Jahre dort gewohnt und spreche dadurch spanisch. Aber nicht 100%ig fließend, um jetzt auf einem Amt oder so, vorstellig werden zu können.

Vor LEJANA, gab es für Dich schon ein musikalisches Leben, zum Beispiel in der Band RUDE DUDE…

Ja, richtig, Das war damals meine erste richtige Band, und wir hießen damals noch COSMOCUNTS, hahaha. Das war meine Band in Marburg, da habe ich Bass gespielt.

Mit dem Namen RUDE DUDE verbinde ich nur die Kölner Titten & Schnapspunks…

Ja das sind die, hahaha. Das ist mein bester Kumpel, der macht das jetzt weiter und hat das zu einem Zeitpunkt in die Titten & Schnapsrichtung bewegt, als ich schon nicht mehr dabei war.

Was bringt Dir mehr Spaß, die Musik oder Film / TV?

Das ist sehr schwer zu beantworten, weil es zwei ganz verschiedene Sachen sind. Wenn Du schauspielerst, dann bist Du nicht DU. Es legt Dir jemand ´ne Rolle vor, und Du entscheidest, ob Du sie spielst, oder nicht. Und bei LEJANA ist es so, dass wenn wir auf die Bühne gehen, 100%ig wir selbst sind. Wahrscheinlich noch viel mehr, hahaha… Es sind zwei sehr gegensätzliche Bereiche, und mir machen beide Spaß. Ich mag es, mich schauspielerisch zu verstellen, ich mag es aber auch, komplett und pur die Sau rauszulassen.

Gibt es denn auch gravierende Unterschiede was das Lampenfieber betrifft, ob vor der Kamera oder auf der Bühne?

Das war alles irgendwie schon krass…ich bin 2013 zu GZSZ gekommen, und habe vorher nie irgendwas in diese Richtung gemacht. Hier und da mal ein Kurzfilmchen, oder sowas…aber dann bin ich eher durch Zufall in Deutschlands bekanntester und größter Soap gelandet…was mir damals auch gar nicht so bewusst war, denn ich habe es nicht geschaut. Von allen Seiten wurde mir zugeredet, ob ich denn nervös wäre, ob ich das auch kann, usw…aber ich selbst habe für mich immer eine Art Mantra, bevor es auf die Bühne oder vor die Kamera geht. Ich habe es 2 Jahre lang in Mexiko geschafft, aus dem Rucksack heraus, klar zu kommen…wovor sollte ich noch Angst haben???

Und so weit hat sich mein Lampenfieber relativiert…natürlich hat man immer noch so ein bißchen Herzklopfen, aber es besteht keine Versagensangst. Also so richtiges Lampenfieber habe ich ehrlich gesagt, überhaupt nicht.

Während Du in Mexiko lebtest, habt ihr LEJANA gegründet, seid im Van durch´s Land getingelt und habt ein Album, bzw. euer Debüt unter Dach und Fach gebracht, welches mir leider, noch komplett unbekannt ist. Ich las einiges zur Entstehung des Album, u.a. von der Unterstützung von dem bekannten mexikanischen Tenor Maestro Eduardo Ortiz, u.v.m… Worin unterscheidet sich das Debüt von „XII Bestias“?

Hmm…das Debüt war eindeutig Synthie-lastiger. Man muss sich vorstellen: wir kannten uns gar nicht so richtig und haben unsere Demos via Internet, „Berlin-Mexiko“, entwickelt. Anfangs war das auch eigentlich eher so´n Spaßding. Wir kannten uns nicht, haben die Demos gemacht, wenn wir mal ein bißchen Zeit hatten, und merkten aber recht schnell, dass das hier mit uns wirklich gut funktioniert. Wir haben es immer relativ schnell geschafft, einen Song zu unserer Zufriedenheit, fertig zu stellen. Das ist ja keine Larifarimucke. Wir arbeiten schon mit komplexen Songs, weshalb und womit wir auch heute noch glücklich mit allem sind. Nun entwickelte sich der Sound in diverse Richtungen, weil wir auch nicht wussten, in welche Richtung wir gehen wollen, denn eigentlich kannten wir uns immer noch nicht so richtg. Es sind zwar nicht immer genau meine favorisierten musikalischen Vorstellungen und Vorlieben zu hören, doch Synthesizer & Co. a la New Order und Kollegen, fand ich auch immer geil. Das Gesamtbild passt und ich kann voll dahinter stehen. „XII Bestias“ ist anders, soundtechnisch hat das Album nicht mehr viel mit dem Debüt zu tun. Natürlich erkennt man meine Melodien und die prägnante Gitarre, aber es sind doch hörbare Unterschiede. Wir haben 2 Jahre lang gemeinsam WG-mäßig zusammen gewohnt, Musik gemacht, gespielt und ließen es in die Rock´n´Roll Richtung gehen. Dieser Tenor, hat mir Gesangsunterricht gegeben, obwohl ich keine Kohle hatte. Der hat mal was gesehen, was er total cool fand, und das werde ich ihm auch nie vergessen. Auch wenn ich jetzt noch nach Mexiko fliege, nehme ich jedes Mal Gesangsunterricht bei ihm…mittlerweile kann ich ihn auch bezahlen, hahaha…der hat mir wirklich sehr geholfen. Als ich das 1. Mal nach Mexiko flog, hatte ich davor ja nie gesungen.

Ach was!

Hahaha, ja, ich bin so die Frau für die ersten Male, hahaha Zum 1. Mal schauspielern, zum 1. Mal singen, hahaha…damals wusste ich halt noch nicht, was ich dabei tu´, und heute weiß ich, was ich tun muss, und das hat mir dieser Mann gezeigt. Das ist großartig zu wissen, wie man eigentlich singt, und nicht einfach nur so zu tun, als wüsste man, wie es geht. Dass Technik hilft, dass eine gewisse Philosophie dahinter steht, muss man auch verinnerlichen.

Also „XII Bestias“ klingt nicht wie das Werk einer Gesangsdebütantin. Chapeau!

Dankeschön, das freut mich sehr.

Denkst Du, dass Dir Deine TV-Bekanntheit auf deiner musikalischen Reise irgendwie behilflich sein kann, oder hat es Dich, bzw. Euch bereits weiter gebracht?

Ganz ehrlich: Nee, ich denke nicht. Wir merken das ja auch, zum Beispiel an den Verkäufen, und so weiter, Konzertnachfragen, Ticketvorverkäufe…das Publikum, welches mich aus dem Fernsehen kennt, hört solche Musik einfach nicht, ist teilweise auch abgeschreckt. Wir sind keine feuchtfröhliche Gute Laune Band sondern sagen auch mal Dinge, die andere vielleicht nur denken, hahaha…

Und die Musikszene nimmt Einen nicht für voll, wenn man aus ´ner Soap kommt, also habe ich die doppelte Arschkarte, hahaha… Es ist aber wirklich so. Die Leute hören die Musik, finden es geil. Dann erfahren sie, dass es die Olle von GZSZ ist, und schon schwindet alles Interesse bis zum „Nein, Danke“. Andererseits fängt man mit der Musik doch den einen und anderen Musikfreund ein, doch dieser Prozess ist bedeutend langwieriger. Wenn ich solche Popsachen singen würde, dann wäre die TV-Schiene bestimmt eine Art Heimvorteil, aber ich habe mit dieser Musik gar nichts zu tun, also bleibt es schwieriger.

Bestimmt klingt es ganz anders, als es sehr viele Menschen erwartet haben, keine Frage. Ich bin froh, dass ich auch erst im Nachhinein erfahren habe, aus welcher Richtung Du eigentlich kommst. Wobei ich sagen muss, die Musik hätte mich trotzdem gepackt. Wie kommt es denn nun dazu, dass Du dich dieser dramatischen, melancholischen, nachdenklichen, aber doch bluesig rockenden Musik verschrieben hast? Bist Du selbst auch eher der nachdenklichere Typ, was beschäftigt Dich, rührt daher der Titel „XII Bestias“ und der Albuminhalt her?

Naja, jeder mit ´ner gesunden Portion Menschenkenntnis rafft schon, dass es Menschen gibt, denen einfach alles leichter fällt als anderen, die um alles kämpfen müssen. Wo sich Eltern trennten, andere prägende Erlebnisse stattfanden…solche Dinge sind an mir auch nie abgeprallt. Ich denke auch viel zu viel nach, lieber als zu wenig und musste für mich dann ein Ventil finden, um mit den vielen Gedankenkreisen klar zu kommen, die man schon „störhaft“ bezeichnen kann. Ich wollte mich auch nicht als depressiv abstempeln lassen, sondern fand es einfach nur cooler, wenn man etwas mehr nachdenkt. Die Welt denkt viel zu wenig nach. Ich habe diesen melancholischen Part wohl von meiner Mutter aus mitbekommen, sie schrieb Gedichte und machte auch Musik. So verarbeite ich auch alles in Texten. Der musikalische Geschmack ist wohl eher in der väterlichen Ecke zu finden, wo ich mit Schallplatten aufgewachsen bin, Classic Rock, Dire Straits, Tom Petty,…

Das erklärt so einiges im Bandsound…

Ja, das ist auch krass, irgendwie diese Mischung. Ich weiss auch nicht, wie ich das ausdrücken soll…Tom Waits hat wohl mal gesagt -Sorry, ich bekomme das nicht mehr wortwörtlich hin-, dass er süße Melodien mit grausamen Texten toll findet. Und so ist diese Mischung auch. Die Leichtigkeit der Melodien und die grausamen Texte kommen von meiner Mutter und die Musik habe ich vom Vater bekommen, hahaha…. Wir haben uns aber nie wirklich feste Gedanken darum gemacht, wie das Album nun zu klingen hat, klingen muss. Wir haben natürlich alle unsere Einflüsse, doch unsere Basis ist eindeutig das, was Du hörst.

Ist denn diese Ansammlung kleiner vertonter Tragödien ein Seelenstrip, eine durchgehende LMR-Biographie?

Nee, das würde ich so nicht sagen. Manche sind schon Erfahrungen, manche Stories sind fiktiv, manche sind Wunschgedanken, ein Text ist von unserem Bassisten Daniel Barrera, der auch wunderschöne Songs schreibt. Der hat auch mit MALENTO eine eigene Band am Start. Er schrieb „Lovers“, auch ein saugeiler Text, „Bad Girls Don´t Cry“ hat uns Steven Hufsteter von TITO & TARANTULA geschrieben. Er hat gesagt: „…hier benutz´das, mach was Du willst damit…“, und es hat gepasst. Ich kann Dir jetzt auch nicht sagen, wie ich auf die Texte komme. Ich schreibe einfach, wenn ich mal wieder zuviel nachgedacht habe, oder 2 Bier zuviel im Kopf hatte, keine Ahnung, hahaha…

Lass uns doch mal auf die Songs kommen, der eindeutig härteste ist „The Dirty And The Beast“. Geiler Text, krasses Video, wie kam es dazu?

Haha…wie kam es dazu…das ist tatsächlich, witzigerweise einer der ersten Songs, die wir damals noch über´s Internet geschrieben haben. Die Demoversion klang zwar anders, auch instrumental noch etwas anders, aber weder die Grundstruktur des Songs, noch der Text haben sich verändert. Ich glaube, das war der 2. LEJANA Song, den wir jemals geschrieben haben. Der war schon immer punkrockig, hatte aber auch schon immer so´n Desert-Ding irgendwie. War aber zu rockig für´s erste Album und ich war ganz schön sauer, dass wir den aussortiert haben. Ich weiss es noch genau: unser 2. Gitarrist -er hat das Debüt auch produziert-, und ich haben viel darüber diskutiert, doch letztendlich war er nicht poppig genug. Das hat mich damals total angekotzt, hahaha. 2014 haben wir die Tour gespielt, und den Song live gebracht. Die Leute sind darauf gut abgegangen, der hat so einen Drive…das kann man nicht erklären und ist auch wieder mit dem 1. Album überhaupt nicht vergleichbar.

Da saß ich damals in meiner Berliner WG, habe mit 4 Jungs zusammen gewohnt und habe den Text ungelogen, in knapp 10 Minuten geschrieben. Ich bekam die Instrumentals geschickt und in einer halben Stunde war dann der Song fertig. Zum Video kam es folgend: unser bester Kumpel in Mexiko ist Regisseur, bzw. Fotograf, macht auch kleine Werbevideos und so weiter…wollte aber immer mal filmisch aktiv werden. Er ist großer Supporter der Band und dann haben wir uns mit dem zusammengesetzt und beraten; was können wir machen, worum könne es gehen, und mein Wunsch war ein Kampf! Wenn ich den Song höre, sehe ich einfach nur Kämpfe, die ganze Zeit, denn der Song ist ein einziger Kampf. Und dann haben wir so´n Fight-Club-Ding draus gemacht.

„Lustigerweise“ hat dann wenige Monate später unser Video den Weg zu einer anderen Band gefunden, die das Ding einfach mal „adaptiert“ haben…(Wir sprachen zwar darüber, aber das gehört nicht hier her. Es fällt aber schon auf, dass sowohl die Thematik als auch der Stil des Videos sich sehr sehr ähneln…)

Bei dem Song passt einfach alles, die totale Kurzschlussreaktion im und mit dem Song. So ist er halt entstanden und ich finde, auch ganz rund geworden.

Erkläre mir doch mal bitte „Arnulfo Gonzales“…

Das ist ´ne Kurzgeschichte über ´nen Typen…hmmm…den hat Perales gemacht, er ist unser Soundkünstler, den solltest Du besser dazu befragen. Der setzt sich mal 2 Nächte vor seinen Rechner und bastelt da völlig geistig umnachtet, an großartigen Soundcollagen und Experimentalgeschichten. Und am Ende des Tages weiss keiner wirklich, was er da verwendet hat, und meistens sagt er es uns auch nicht, hahaha…Doch zum wirklichen Großteil sind das Zusammenschnipseleien bereits bestehender Songs von uns oder irgendwelchen Tournummern. Wir nehmen halt auch mit den Sprachmöglichkeiten unserer Telefone immer Song- und Melodie-Ideen auf, sowas verarbeitet er dann auch gern. Oder in Restaurants, oder weiss der Geier…dann setzt er sich hin und mischt das irgendwie zusammen, hahaha…Oft sind diese Spielereien Intros, wenn wir live spielen. Ich habe auch schon mal geguckt, aber bis jetzt habe ich keine Übersetzung gefunden, die Sinn macht, hahaha…

Du bemühst Dich auch sehr stark um Straßenhunde, gilt denen der Song „Los Perros“?

Nee, der Song ist eigentlich…ja warum heißt der Song eigentlich so? Weil Hunde bellen…Hmmm… Eigentlich ist das eher so eine Vater – Tochter Nummer…

Sorry, aber Titel und Gebell…

Ja, Hunde waren schon immer ein Teil der Band. Wenn Perales und ich zusammengewohnt haben, waren auch meist durchschnittlich 7-8 Hunde im Haus. Der sammelt sie alle auf. Alles was auf der Straße lebt und 4 Beine hat und Hund ist. Es ist für Hunde dort auch extrem schwierig, doch in den letzten Jahren, hat sich einiges in dem Bereich schon gebessert. Und manchmal nennen wir die Songs auch einfach nur nach bestimmten Momenten. Und hier war das mit den Hunden wohl der Fall. In dem Song geht es um meinen Dad, auch wenn ich es hasse, so offen darüber zu reden, dass es mich persönlich betrifft. Ich suche dann nach Metaphern, nach Brücken und Verbindungen, die zu meinem Vater passen, und das ist Mexiko, das sind auch die Hunde. Und Autos…mehr ist da bei mir nicht wirklich hängengeblieben.

Two Worlds“ erinnert mich ein wenig Chris Isaac´s „Blue Hotel“, und als ich das Video sah, fühlte ich mich mit dem Gedanken, bestätigt.

Ist das so? Ich kenne das Video nicht, aber ich kenne Chris Isaac und den Song natürlich auch.

Der Song selbst, trägt diesen Vibe und im Video leuchtet eine Bar, auch auch in passendem Neonblau…

„Titanic Blue“…das war ein Stripclub, da sind wir zufällig dran vorbeigefahren. Echt ja? Nee, das haben wir nicht mit Absicht gemacht. Für mich war das eher eine kleine Hommage an die Dire Straits, meinem Lieblingssong „Six Blade Knife“. Daran hat mich alles bis dato mehr erinnert, aber ich werde das mal überprüfen, hahaha

Lovers“ feiert ordentlich den 80er Poprock, Wave,…

Also ich würde jetzt mal sagen, dass die 80er Wave-Geschichten einen großen Einfluss durch unseren Bassisten bekommen. Die Musik zu dem Song hat er geschrieben, auch der Text kommt von ihm. Daniel (Barrera) ist gute 10 Jahre als wir und absoluter 80´s, Dark & Wave Fan. Daher die auffälligen Achtziger in dem Song.

Mexiko“ verstehe ich als Erklärung an das Land, als Hommage…

Genau in diese Richtung… Der Text spricht schon deutlich, dass es um eine Person geht, die weit entfernt ist. Was einer anderen Person nicht gefällt. Der Oberbegriff für mich dafür ist „Mexiko“, weil es in meinem Leben immer so war (jetzt Gott sei Dank nicht mehr, knock on wood). Es gibt halt viele Menschen, die damit ein Problem haben, dass die Olle jetzt 3x im Jahr 10.000 Meilen nach Mexiko fliegt, und auch nicht im Touristengebiet landet. Ich lebe da ganz normal, wie ein eher Mittelschicht-Mexikaner lebt, nicht im 5 Sterne Ressort. Das macht den Leuten daheim dann immer etwas mehr Sorge, darum geht es letztendlich in dem Lied.

Und „Schönleinstraße“ ist dann die Erklärung an Berlin, oder steckt doch ein menschliches Wesen dahinter?

Ähhmm…an Beides!

Hahaha, ich kenne den Spirit der Bezirke…

Hahaha, hört man kaum, haha. War zwar kurz konfus, weil ich in Hessen anrufe, und ich einen anderen Slang erwartet habe…aber dann ist es doch wieder ein Berliner, hahaha

Devil“, aber auch „Los Perros“, erinnern mich ein kleines bißchen an The Gathering, zu Zeiten des Album „How To Measure A Planet“, also noch mit Anneke van Giersbergen am Mikrofon.

Ich muss ganz ehrlich sagen, ich kannte damals weder die Band noch Anneke van Giersbergen wirklich, bis sie uns als Support gebucht haben. Peinlich, oder? Haha… Aber ich werde mir anhören, was Du meinst.

Das ist kein Vorwurf, denn die Songs sprechen immer noch die klare Sprache LEJANAs.

Das ist ja auch gut, wir überlegen nämlich, in welchen Fankreisen man das Album halt mal mit vorschlagen kann. Unsere Musik ist eine Mischung, die ich in der Art davor noch nicht kannte, und da tut sich öfter mal die Frage auf: Wer würde LEJANA hören?

Bullet“ ist Eure aktuelle Single und auch Clip? Welche Kugel geht da wem durch den Kopf, durch´s Herz…?

Naja, eigentlich erschienen alle 3 Singles / Videos ziemlich zeitgleich. Ich glaube, das kann man unter frühkindliche Traumata verbuchen, haha…

Bei Youtube findet man noch ´ne Menge Material, welches nicht auf CD erschienen ist. U.a. covert ihr grandios diverse Klassiker, und verpasst ihnen den LEJANA Sound, ohne dabei die Originale respektlos in den Hintern zu treten.

Uns macht es einfach total viel Spaß, diese Songs auf unsere Art und Weise nachzuspielen. Die gibt es auf Konzerten zwischendurch und machen sich auch als Zugaben gut.

Konzert ist ein gutes Stichwort, warum diesmal wieder nicht Frankfurt?

Wir sind keine großen Verdiener mit unserer Musiker und es ist halt ´ne Kostenfrage. Wir wollen jetzt erstmal in den 5 großen Städten sehen wie es läuft, denn 6 Mexikaner nach Deutschland holen, um danach auch mit mind. +/- 0 rauszukommen, ist in unserer momentanen Situation nicht so leicht zu bewältigen. Ich würde auch sehr gern mal wieder in Marburg spielen, keine Frage. Und ich denke auch, dass da noch etwas 2019 nachkommt.

Was sind denn bis jetzt die Highlights in der LEJANA Bandgeschichte?

Schwierig…es sind so viele…zum Beispiel meine letzte Mexikoreise; Wir haben unser Album in einem Theater präsentiert, sehr klein und fein, die Leute mussten sitzen, kleine Bühne…das so zu spielen, dass die Leute nicht vor Dir an der Bühne kleben und dich anschreien sondern artig sitzen und Erwartungen haben, das jetzt showcase-artig zu spielen, mit richtig krassen Songs im Gepäck wie zum Beispiel „The Dirty And The Beast“, wo es eigentlich immer richtig abgeht, und man keine Reaktion wirklich erkennt, weil die Leute ja sitzen. Aber dass es trotzdem emotional wurde, war meine bis dato coolste Erfahrung. Ich merkte, dass ich nach 5 Jahren Fließband-Film- und TV Produktion, in allen Bereichen professioneller wurde, und als wir es geschafft haben, die Leute trotzdem in diesem kleinen Theater von den Stühlen zu reissen, wurde mir klar, wie gut ich wurde. Die Leute haben geklatscht, es wurde geweint….wir hatten für „Schönleinstraße“ Mariachis auf der Bühne, Trompeten…das war sehr emotional. Das war mein professionellstes LEJANA Erlebnis, was ich bis jetzt hatte. Das steckt viele frühere Momente nicht in die Tasche, denn die Tingelei mit 4 Mexikaner + Tonmann im Van durch Mexiko, als einzige Frau dabei, ist auch einfach nur unvergesslich, denn man erlebt tagtäglich neue Lacher, mit denen man Bücher füllen könnte.

Hast Du Dich denn mit dem offengelassenen Ausstieg bei GZSZ der Schauspielerei erstmal abgewendet?

Ich habe im Anschluss noch eine andere Serie gedreht, aber immer nur episodenweise. Ich möchte mich derzeit auch gar nicht irgendwo fest anstellen lassen, und drehe auch jetzt nebenbei in München einen Bayernkrimi. Das macht Spaß, sind aber auch meist nur 1-2 Drehtage, und dann wieder 2 Wochen Pause. Und die Pause benötige ich auch dringend, um andere Sachen auf die Kette zu bekommen, die in den 5 Jahren Vollzeit-Schauspiel liegen geblieben sind. Das ist wirklich ein voll auslastender Job…gehst morgens um 7 ins Studio und gehst abends 7 wieder. Da hast Du auch keinen Bock mehr, Musik zu machen. Das wollte ich jetzt erstmal weg haben, mal gucken, wie das ohne ist. Ich würde jetzt aber nicht sagen, dass ich das für immer abhake. Es hat alles seine Vor- und Nachteile.

Ich bedanke mich für das sehr ausgiebige Gespräch, das hat richtig Laune gemacht. Wir sehen uns dann in Berlin!

Nee, komm´ doch lieber nach Hannover. Nimmst die Redaktion mit und noch ein paar weitere Kumpels, dann bekommen wir auch dort den Laden voll. Sagst mal noch weiteren 200-250 Leuten Bescheid…

Logisch, Danke. Ist ja auch näher als Berlin, haha

On The Road:

28-01-2019 Hamburg / Nochtspeicher

29-01-2019 Hannover / Lux

31-01-2019 Köln / Artheater

01-02-2019 München / Zehner

02-02-2019 Berlin / Quasimodo

LEJANA sind:

Linda Marlen Runge – Vocals, Synths, Bass, Keys

Eder Perales – Guitar

Isaak Fernandez – Drums

Daniel Barrera – Bass

Saul Ledesma – Guitar

LEJANA „XII Bestias“ Review: https://www.metalglory.com/lejana-de-mex-xii-bestias/

LEJANA im Internet:

FB – https://www.facebook.com/lejanamusic/

HP – https://lejana.mx/

Youtube:

English Version:

Linda Marlen Runge is most people here, known as „Anni“ from the RTL Daily Soap „Good Times – Bad Times“ (GZSZ). But very few people know that the lady is musically a real thief behind the ears and that music lovers are more pleasantly surprised, instead of following the RTL fans and the mostly fast-moving pop music projects and the resulting, resource-wasting plastic music crap like mainstream. A path that Linda wouldn’t have been able to follow in every respect, because she already had concrete ideas about what she wanted to do. Born in 1986 in Hessen / germany, she encountered music at a very early age; classical piano training, later guitar and bass. Jobs at music fairs, composing advertising jingles and speaking radio commercials kept her afloat financially and also gave her the opportunity to compose her own songs and work out ideas. Sooner or later she landed in Mexico, founded the band LEJANA, released the first album with the band, toured with the guys in the van through Mexico, and came back to Germany almost 2 years later to end up in acting. But the music didn’t let her go during this time and the result is album Numero 2: „XII Bestias“.

Now we are not the BRAVO or BUNTE to chat with the lady about her serial or private life and to publicly put speculations about the conversation in the room…we want to know where the urge of a young person comes from to dedicate himself to a music that has much more to offer than mariachi behaviour and „Ayayay“ yelling with trumpet inserts.

http://Review: https://www.metalglory.com/lejana-de-mex-xii-bestias/

Linda Marlen Runge actually has a lot to tell without being bored, and she also looks deep inside herself. Which ultimately also answers our questions, but read for yourself…

Hi, this is Totti from Metalglory. We don’t only hear and write about Metal, we write about everything we like and believe in. That can be AOR, the Blues, Pop Rock, and also your album. May I say you?

 

Hi Totti, sure, I’m Linda.

 

I would like to talk about your musical direction, about the album, and so on. It´s not every-day-like, that a young person gets so deeply involved in Mexicana instead of giving in to the mass mainstreampop dance duel.

 

I think that’s very nice, very much.

 

Let’s start with the band name LEJANA for clarification, I can only translate it from Spanish with „far, far away“, does that fit?

 

Yes, exactly. Right, „far away“. The sense behind it is quite simple. When I got to know our guitarist Eder Perales in 2008, a buddy of TITO & TARANTULA, it wasn’t possible for us to make music together. He was in Mexico, I was in Berlin. That wasn’t so easy and so we came to „far away“…because it also sounds beautiful. That’s how the name LEJANA was born!

 

I assume that you speak Spanish in your mother tongue, or where does this Mexican urge come from?

 

Nooooo, I don’t speak native Spanish, hahaha. I´ll do it briefly: my father grew up in Mexico because his parents worked there. He spent the first 5-6 years of his childhood there, so Mexico was always a topic for me. Also my grandparents told me many stories, always dragged along their beautiful furniture completely … and so I was somehow already fixed. But then it was really amplified by all the Tarantino & Rodriguez movies, Perdita Durango, and like all these Mexican gangster movies are called … I found them totally cool and at I wanted to go there, and look at all that. That’s how it started, with the love for Mexico. Then I lived there for 2 years and spoke Spanish. But not 100% fluently, in order to be able to present myself now on an office or something.

 

Before LEJANA, there was already a musical life for you, for example in the band RUDE DUDE…

 

Yeah, right, that was my first real band back then, and we were still called COSMOCUNTS, hahaha. That was my band in Marburg, I played the bass there.

 

With the name RUDE DUDE I only connect the Kölner Titten & Schnapspunks…

 

Yes, they are, hahaha. That’s my best buddy, he’s going on now and he moved it in the tits & schnapps direction at a time when I wasn’t there anymore.

 

What brings you more fun, the music or film / TV?

 

That is very difficult to answer, because they are two completely different things. If you act, then you are not YOU. Someone presents you a part, and you decide whether you play it or not. And with LEJANA it’s like when we go on stage we are 100% ourselves. Probably a lot more, hahaha… There are two very opposite areas, and both are fun for me. I like to pretend to act, but I also like to let the hog out completely and pure.

 

Are there also serious differences concerning stage fright, whether in front of the camera or on stage?

 

That was all kind of awesome…I came to GZSZ in 2013 and never did anything like that before. Here and there a short film, or something like that…but then I ended up in Germany’s most famous and biggest soap by chance…which I wasn’t even aware of at the time, because I didn’t watch it. From all sides I was talked into whether I was nervous, whether I could do that, etc…but I always have a kind of mantra for myself before it goes on stage or in front of the camera. I managed for 2 years in Mexico to get out of my backpack and get along…what else should I be afraid of???
And so far my stage fright has relativized itself…of course you still have a little heartbeat, but there is no fear of failure. So I honestly said such real stage fright, not at all.

 

While you were living in Mexico, you founded LEJANA, you drove in a Van with your bandmates through mexico to play everywhere, and you have finished an album, respectively your debut, which unfortunately is still completely unknown to me. I read a lot about the making of the album, from the support of the famous Mexican tenor Maestro Eduardo Ortiz, and much more… What is the difference between the debut and „XII Bestias“?

 

Hmm…the debut was clearly more synthie-heavy. You have to imagine: we didn’t really know each other and developed our demos via internet, „Berlin-Mexico“. In the beginning it was more of a funny thing. We didn’t know each other, made the demos when we had a bit of time, but realized, that we are really fast with this work. We always managed relatively quickly to finish a song to our satisfaction. That’s no boring radiomusic. We already work with complex songs, which is the reason, why we are still happy with everything today. Now the sound developed in various directions, because we didn’t know in which direction we wanted to go, because actually we still didn’t know each other so well. It’s not always exactly my favorite musical ideas and preferences to hear, but Synthesizer & Co. a la New Order and colleagues, I always found cool. The overall picture fits and I can fully stand behind it. „XII Bestias“ is different, the album doesn’t have much to do with the debut anymore. Of course you can recognize my melodies and the concise guitar, but there are audible differences. We lived together for 2 years in a shared flat, made music, played and let it go in the direction of Rock´n´Roll. This tenor, gave me singing lessons even though I had no money. Once he saw something from us, that he liked very much, and I’ll never forget that. Even though I’m still flying to Mexico now, I take singing lessons with him every time…meanwhile I can pay him too, hahaha…he really helped me a lot. When I flew to Mexico for the first time, I had never sung before.

 

What a story, cool!

 

Hahaha, yes, so I am the woman for the first times, hahaha Acting for the first time, singing for the first time, hahaha…then I just didn’t know what I had to do, and today I know what I have to do, and that’s what this man showed me. Actually It’s great to know how to sing and not just pretend you know how to do it. That technology helps, that there is a certain philosophy behind it, has to be internalized.

 

Well, „XII Bestias“ doesn’t sound like the work of a vocal debutante. Chapeau!

 

Thank you, that makes me very happy.

 

Do you think that your TV-knowledge can help you on your musical journey somehow, or has it already helped you?

 

Honestly: No, I don’t think so. We notice that too, for example in the sales, and so on, concert inquiries, ticket pre-sales… the audience, which knows me from television, simply doesn’t hear such music, is partly deterred. We are not a humid good mood band and also say things that others might only think, hahaha… And the music scene doesn’t take you for a ride if you come from a Soap, so I have the double ass card, hahaha… But it really is. People listen to the music, think it’s awesome. Then they learn that it’s the lady from GZSZ, and already all interest fades until „No, thank you“. On the other hand you catch one or two, or three other music lover with the sound, but this process is much longer. If I would sing such pop stuff, the TV would certainly be a kind of home advantage, but I have nothing to do with this music at all, so it remains more difficult.

 

Surely it sounds very different than many people expected, word! I’m glad that I didn’t find out until afterwards from which direction you actually came. Whereby I must say, the music would have grabbed me anyway. How does it came, that you have devoted yourself to this dramatic, melancholic, thoughtful, but nevertheless bluesy rocking music? Are you the more thoughtful type yourself, what occupies you, is that the reason for the title „XII Bestias“ and the album content?

 

Well, everyone with a healthy dose of knowledge of human nature already realizes that there are people who simply find everything easier than others who have to fight for everything. When parents separated, other formative experiences took place…such things never bounced off me either. I think also much too much, rather than too little and had to find then a valve for me, in order to come with the many thought circles clear, which someone can already call „stubbornly“. I didn’t want to be labeled depressive either, but just found it cooler when you think a little more. The world thinks far too little. I probably noticed this melancholic part from my mother, she wrote poems and also made music. So I process everything in lyrics. The musical taste is more likely to be found in my father’s corner, where I grew up with records, Classic Rock, Dire Straits, Tom Petty,…

 

That explains a lot in the band sound…

 

Yeah, that’s hard and strange, too, kind of the mix, hahaha. I also don’t know how to express it…Tom Waits probably once said -Sorry, I can’t get it literally any more- that he likes sweet melodies with cruel lyrics. And that’s the way this mixture is. The lightness of the melodies and the cruel lyrics come from my mother and the music I got from my father, hahaha…. But we never really thought about how the album should sound, how it must sound. Of course we all have our influences, but our basis is clearly what you hear.

 

Is this collection of little tragedies set to music a soul strip, a continuous LMR biography?

 

No, I wouldn’t say that. Some are already experiences, some stories are fictitious, some are wishful thoughts, one lyric is from our bassist Daniel Barrera, who also writes beautiful songs. He also has his own band, MALENTO. He wrote „Lovers“, also a great lyric. Steven Hufsteter from TITO & TARANTULA wrote us „Bad Girls Don´t Cry“. He said: „…here, use it, do what you want with it…“, and it fit. I can’t tell you now how to get the lyrics. I write simply, if I have thought once again too much, or had 2 beer too much in the head, no idea, hahaha…

 

Let’s get to the songs, the hardest one is „The Dirty And The Beast“. So damn cool lyrics, tough video, how did it come to that?

 

Haha…how did it come to that…that’s really funny enough, it´s one of the first songs we wrote on the internet at that time. The demo version sounded different, even instrumentally a bit different, but neither the basic structure of the song nor the lyrics have changed. I think that was the 2nd LEJANA song we ever wrote. It was always punk rock and desert rock with this mexicana-vibe somehow. But it was too rockin´ for our first album and I was pretty mad that we sorted it out. I remember exactly: our 2nd guitarist – he also produced the debut – and I discussed it a lot, but in the end the song wasn’t poppy enough. That totally pissed me off back then, hahaha. In 2014 we played the tour and brought the song live. The people were really into it, it has such a drive…you can’t explain that and it’s also not comparable with the 1st album at all.

Back then I was sitting in my Berlin flat share, living with 4 guys and writing the lyrics in just 10 minutes. I got the instrumentals sent to me and in half an hour the song was finished. To the video it came as follows: our best buddy in Mexico is a director or photographer, also makes small advertising videos and so on…but always wanted to be filmically active. He is a big supporter of the band and then we sat together with him and discussed; what can we do, what could it be about, and my wish was a fight! When I hear the song, I just see fights all the time, because the song is a single fight. And then we did such a Fight-Club thing out of it.

„Funnily“ a few months later our video found its way to another band who just „adapted“ the thing… (We talked about it, and it doesn’t belong here. But it’s noticeable that both the theme and the style of the video are very similar…) With this song everything fits, the total short-circuit reaction in and with the song. That’s just how it came into being and I think it’s also become quite round.

 

Please explain „Arnulfo Gonzales“ to me…

 

This is a Short story about a guy…hmmm…made by Perales, he is our sound artist, you better ask him about it. He sits in front of his computer for 2 nights and tinkers with great sound collages and experimental stories. And at the end of the day nobody really knows what he used there, and mostly he doesn’t tell us either, hahaha…But for the most part it’s the cutting together of already existing songs by us or some tour numbers. We always record song and melody ideas with the voice capabilities of our phones, he likes to process such things. Or in restaurants, or the vulture knows…then he sits down and mixes it somehow, hahaha…Often these gimmicks are intros when we play live. I’ve also looked before, but so far I haven’t found a translation that makes sense, hahaha…

 

You also try very hard for street dogs, is the song „Los Perros“ for them?

 

No, the song is actually…yes why is the song actually called that? Because dogs bark…Hmmm… Actually this is more like a father – daughter number…

 

Sorry, but title and barking…

 

Yeah, dogs have always been part of the band. When Perales and I lived together, there were 7-8 dogs in the house on average. He collects them all. Everything that lives on the street and has 4 legs and is a dog. It is extremely difficult for dogs there, but in recent years, some things have changed positive in this area. And sometimes we just call the songs after certain moments. And here that was probably the case with the dogs. The song is about my dad, even if I hate to talk about it so openly that it concerns me personally. Then I look for metaphors, bridges and connections that fit to my father, and that’s Mexico, that’s also the dogs. And cars…more didn’t really get stuck with me.

 

„Two Worlds“ reminds me a little Chris Isaac´s „Blue Hotel“, and when I saw the video, I felt with the thought, confirmed.

 

Is that so? I don’t know the video, but I know Chris Isaac and the song of course.

 

The song itself, carries this vibe and in the video a bar lights up, also in matching neon blue…

 

„Titanic Blue“… that was a strip club, we just happened to pass it. Really yes? No, we didn’t do that on purpose. For me it was rather a small tribute to the Dire Straits, my favourite song „Six Blade Knife“. Everything reminded me more of that so far, but I will check it out, hahaha

 

„Lovers“ celebrates the 80s pop rock, wave,…

 

So I would say that the 80’s wave stories get a big influence from our bass player. He wrote the music for the song, also the lyrics come from him. Daniel (Barrera) is 10 years than us and absolute 80´s, Dark & Wave fan.

 

I understand „Mexico“ as an explanation to the country, as an homage…

 

Exactly in this direction… The text already speaks clearly that it is about a person who is far away. What another person doesn’t like. The generic term for it for me is „Mexico“, because it was always like that in my life (now, thank God, no longer knock on wood). There are just many people who have a problem with the fact, that I´m flying 3 times a year 10,000 miles to Mexico, and also does not land in the tourist area. I live there quite normally, like a rather middle-class Mexican lives, not in the 5 star resort. That makes the people at home more and more worried, that’s what the song is about.

 

And „Schönleinstraße“ is then the explanation for Berlin, or is there a human being behind it?

 

Uhhmm…both!

 

Hahaha, I know the spirit of the districts…

 

Hahaha, I can hardly hear it, haha. It was confusing for a moment because I was calling in Hessen and I expected another slang…but then it’s a Berlin dude again, hahaha

 

„Devil“, and also „Los Perros“, remind me a little bit of The Gathering, at the time of the album „How To Measure A Planet“, with Anneke van Giersbergen on the microphone.

 

To be honest, I didn’t really know the band or Anneke van Giersbergen until they booked us as support. Embarrassing, isn’t it? Haha… But I will listen to what you mean.

 

That’s no reproach, because the songs still speak the clear language of LEJANA.

 

That’s good, because we’re thinking about in which fan circles you can suggest the album. Our music is a mixture, which I didn’t know in the kind before, and there the question arises more often: Who would listen to LEJANA?

 

„Bullet“ is your current single and also a clip? Which bullet goes through who’s head, who´s heart…?

 

Well, actually all 3 singles / videos were released at the same time. I think you can put that under early childhood traumas, haha…

 

On Youtube you can still find a lot of material, which has not been released on CD. Among other things you can cover a lot of classics, and give them the LEJANA sound, without kicking the originals disrespectfully in the ass and keep the spirit of the songs alive…

 

We really enjoy playing these songs in our own way. They can be found at concerts in between and are also good as encores.

 

Concert is a good keyword, why not Frankfurt this time again?

 

We are not big earners with our musicians and it is just ´ne cost question. Now we want to see how things work in the 5 big cities, because bringing 6 Mexicans to Germany to get out with at least +/- 0 is not so easy in our current situation. I would also like to play in Marburg again, no question. And I also think that something will follow in 2019.

 

What are the highlights in the LEJANA band history so far?

 

Difficult…there are so many…for example my last Mexican trip; We presented our album in a theater, very small and nice, people had to sit, small stage…to play it in a way that people don’t stick to the stage in front of you and shout at you, sit well and have expectations, to play it like a showcase now, with really hard songs in the luggage like for example „The Dirty And The Beast“, where it’s always really going off, and you don’t really recognize any reaction because people are sitting down. But that was so emotional, it was my coolest experience to date. I realized that after 5 years of assembly line film and TV production, I became more professional in all areas, and when we managed to get people off their chairs in this little theatre anyway, I realized how good I became. People were clapping, some were crying…we had Mariachis on stage for „Schönleinstraße“, trumpets…it was very emotional. That was my most professional LEJANA experience so far. That doesn’t put many earlier moments into the pocket, because the tingling with 4 Mexicans + Tonmann in the van through Mexico, as the only woman there, is also simply unforgettable, because you experience new laughs every day, with which you could fill books.

 

What are the plans for the future with the acting? You went from from GZSZ with an open end…

 

I shot another series afterwards, but only episode by episode. At the moment I don’t even want to be hired anywhere, and I’m also shooting a Bavarian crime thriller in Munich. It’s fun, but it’s usually only 1-2 shooting days, and then again 2 weeks break. And I also urgently need the break in order to get other things on the chain that have been left behind in the 5 years of full-time acting. It’s a really busy job…go to the studio at 7am and go back at 7pm. You don’t feel like making music anymore. I wanted to get rid of that now, see what it’s like without it. But I wouldn’t say now that I’m going to check it off forever. Everything has its advantages and disadvantages.

 

I thank you for the very extensive conversation, that made me really happy. See you in Berlin!

 

No, come rather to Hannover. If you take the editorial staff with you and a few more buddies, we’ll fill up the location there as well. Tell another 200-250 people about it…

 

Sure, thanks. It’s also closer than Berlin, haha

 

This was a very nice 45 minutes small-talk with a cool young lady, who goes her way! The last minutes, coffee-less. Sorry Linda.

LEJANA „XII Bestias“ Review: https://www.metalglory.com/lejana-de-mex-xii-bestias/

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