HAMMABURG FEST 16-08-2019, Hamburg / Großmarkt; Lonely Spring, Emil Bulls, Clawfinger, Life Of Agony, Sisters Of Mercy

HAMMABURG FEST 16-08-2019, Hamburg / Großmarkt; Lonely Spring, Emil Bulls, Clawfinger, Life Of Agony, Sisters Of Mercy

📁 Live, Musik, Reviews 🕔26.August 2019
HAMMABURG FEST 16-08-2019, Hamburg / Großmarkt; Lonely Spring, Emil Bulls, Clawfinger, Life Of Agony, Sisters Of Mercy

Hamburg und sein Wetter, ging mir durch den Kopf, als ich erfuhr, dass ich zum Hammaburg Fest & Elb-Riot Festival gehen kann. Trotz Flieger, trotz rechtzeitiger Abreise, habe ich es natürlich nicht pünktlich zum Areal auf dem Hamburger Großmarkt geschafft, und kam erst rechtzeitig zu den Emil Bulls an. Ausverkauft war es zu dem Zeitpunkt nicht und der Großteil des Publikums ist locker der Ü-40 Generation zuzuordnen. Bei dem Billing kein Wunder. Die Emil Bulls gibt es seit 24 Jahren – sie sind Pioniere im Nu Metal / Alternative Metal Sektor; Life Of Agony gründeten sich auch bereits 1989 und verbanden die musikalische Basis Rock schon immer mir groovenden, grungigen, alternative uns heavy Momenten sowie hinreissender Melancholie, aber auch mit genug Biss in den richtigen Momenten. Clawfinger, Schwedens Exportschlager für unverblümten, eingängigen, melodischen und harten Rap Metal, und zur Krönung die Sisters Of Mercy. 1980 gegründet, gelten sie als eine Ikone des Gothic Rock, verbanden sie in ihrer musikalischen Karriere Stile wie Wave, New Wave, Dark Wave, Dark Pop, Rock und durch Einsatz von Synthies, fand man auch beim Electrovolk viele Anhänger. Lonely Spring sind die jüngste Band im Billling, 2014 gegründet, verschrieben sie sich dem modernen Emo Rocksound a la Billy Talent und My Chemical Romance, und können zurecht behaupten, dass ihr Sound einen Wiedererkennungswert besitzt. Schade, hätte ich gern live erlebt.

Die Emil Bulls zogen in der Nachmittagsonne auf der Bühne ihr Ding durch. Sie spielten einen guten Festivalmix, der einige Zuschauer auch ordentlich abgehen ließ, aber mir wirkte die Show etwas zu statisch. Ich habe von den Bullen schon bedeutend energischere Shows erlebt. Aber bisher nur in Clubs, nie auf der großen Bühne…vielleicht ist das das Problem. Was auch immer, schlecht war es nicht, aber auch keine Goldmedaille!

Umso größer meine Freude, dass ich in knapp 25 Minuten Umbaupause (und gute 45 Minuten Wartezeit am Merch; übrigens auch mit Karte zahlbar gewesen! Lobenswert, darf Schule machen!) wieder mal Clawfinger erleben kann. Zig Male gesehen, große und kleine Bühnen, immer einen Sack voll Hits im Schlepptau, und nie einem miesen Gig der sympathischen Schweden beigewohnt. Shirley Bassey´s „Goldfinger“ lud zur Bühne, bzw. die Band auf die Bühne, und „Prisoner“ machte klar, dass Zak Tell und seine Kompagnons ordentlich Spaß in den Backen haben und die Songs ebenso aggressiv spielen können, wie vor 25 Jahren. Aber auch immer noch mit dem gewissen Augenzwinkern viel Spaß verbreiten…und so erklärte Zak, dass es normal ist, im Alter eine Plautze zu haben!

Sehr gut, bin ich mit einverstanden! Der Rest des ersten richtigen Abriss an diesem Tag, bestand aus einer kleinen Best-Of Show, von mir auch immer wieder gern „kompatibles Festivalset“ genannt. Gern hätte ich auch noch „Pin Me Down“ gehört, aber wir haben ja keine Zeit…und irgendein Song fehlt ja immer. Fazit: Jungs, bitte kommt fix auf Clubtour zu uns! Das war schon mal richtig geil!

Galerie: https://www.metalglory.com/gallery/clawfinger-hammaburg-fest-16-08-2019-hamburg-grossmarkt/

Die Umbaupause für Life Of Agony nutzte ich, um mir mal das Gelände näher anzusehen, welches sich auch zusehends mehr und mehr füllte. Es gab Mampf und Getränke jede Art zu zivilen Preisen, ´nen fetten Merchstand mit dem sehr schönen Zeug der spielenden Bands sowie dem Festivalmerch. Sehr schade, dass Life Of Agony überhaupt nix dabei hatten und Clawfinger (trotz Altersplautze!) nur bis Größe L ihre coolen Jubiläumshirts anboten. Und der Andrang am Merch schien nicht abzureissen. Die Sisters of Mercy hatten extra Shirts mit dem Datum fertigen lassen, welches bestimmt einen rasend schnellen Ausverkauf erlebte.

Um kurz nach 20 Uhr betraten dann endliche meine Helden und Heldinnen die Bühne, um ein Feuerwerk an Hits und Emotionen abzufeiern. Mina Caputo und ihre Band entfesselten die anfangs reserviert wirkenden Hamburger, was wohl auch zu Beginn Minas leichte Unsicherheit erklärt. Aber es ging ratzfatz und Nummern wie „Weeds“, „Underground“, Scars“, „Love To Let You down“, „Other Side Of The River“, „My Eyes“ und „Empty Hole“, rissen nicht nur mit…sie verwandelten den Platz vor und auf der Bühne zu einem Siegeszug der New Yorker im Namen des Rock, und konnten mit jeder weiteren Minute mühelos punkten. Ich sah die Band zuletzt, als Mina noch Keith war und hatte im Vorfeld Überlegungen angestellt, wie das nun wohl vorgetragen und rübergebracht wird. Was ändert sich dadurch? Im Sound? Im Acting? Doch jegliche Bedenken und weiteres Fehldenken wurde von Beginn an zerstreut, denn Mina hatte das Geschehen ziemlich schnell im Griff und liess die Songs noch einen Zacken gefühlvoller, aber nicht weniger hart klingen. Den Abschluss bildete leider „River Runs Red“. Auch hier hätten es noch 2-3 Nummern mehr sein können. Aber ich war verdammt glücklich, dass ich Life Of Agony in wiedererstärkter Form erleben konnte. Ja, auch hier wünsche ich mir nochmal eine ausgiebige Tour.

Galerie: https://www.metalglory.com/gallery/life-agony-hammaburg-fest-16-08-2019-hamburg-grossmarkt/

Die Umbaupause für die Sisters Of Mercy zog sich ein kleines Weilchen, und wenn das Areal nicht ausverkauft war, dann stand es wohl kurz vor dem Sold-Out. Sänger und Mastermind Andrew Eldridge betrat mit seinen Mitstreitern die Bühne und wurden freundlich  vom Hamburger Publikum empfangen. Mit „More“ ging es los und dann ging es Schlag auf Schlag. Die Setlist ist wohl Andrews kompatibles Festivalset, denn die Songs gab es auch auf den vorigen Festivals bereits zu hören, doch andererseits, wollen denn die Fans und Follower wirklich etwas anderes als die bekannten Hits hören? Ich für meinen Teil könnte mir schon vorstellen, einige noch nie live gespielte Songs zu sehen / hören, aber: es geht ja nicht nur um mich und so wurden wohl alle Besucher zufrieden gestellt. „Amphetamine Logic“ hat aus meiner privaten Playlist gefehlt, wurde aber mit „Ribbons“, „Crash And Burn“, „No Time To Cry“, „Doctor Jeep…/ Detonation Boulevard“, „Alice“, „First And Last And Always“, „Marian“, „We Are The Same Susanne“, „Flood II“, „Dominion / Mother Russia“, „When You Don´t See Me“, „Lucretia…“, „Vision Thing“, „Temple Of Love“ und der Überhymne „This Corrosion“ mehr als entschädigt. Das Wetter spielte mit, der Sound war klar und fett und das Bühnenlicht passte sehr gut zu dem Programm der Sisters. Auch wenn es nicht immer verstecken konnte, dass das Alter an niemanden vorbeigeht… Doch letztendlich hat alles gepasst, gestimmt und sie hätten gern noch 2 weitere Stunden spielen können. Immer wieder faszinierend, dass eine Band, die seit fast 30 Jahren kein neues Album veröffentlicht hat, immer noch die Massen bewegt, und vor allem auch heute noch in den Clubs gespielt wird.

Galerie: https://www.metalglory.com/gallery/sisters-mercy-16-08-2019-hammaburg-fest-hh-grossmarkt/

Fazit: Ich kann nur hoffen, dass der Veranstalter eine neue Location finden wird, denn ein „Aus“ wäre nicht akzeptabel. Auch die Bandauswahl fand ich sehr gelungen, war man doch wohl bemüht, etwas für die „gesetzteren“ Jahrgänge auf die Beine zu stellen (?). Mein persönliches Highlight kann ich nicht wirklich ausmachen; Clawfinger waren für mich der erste Abriss an diesem Tag und zogen alle Register… Life Of Agony hat mich unglaublich gefreut, fit wiederzusehen… Und die Sisters Of Mercy hatten einen richtig guten Tag und legten einen Gig hin, der den ewigen Ohrwürmern den passenden Repskt zollt.

Sehr schade, dass ich Lonely Spring verpasst habe, werde aber bestimmt auf ´ner Clubtour die Gelegenheit haben. Warum die Emil Bulls mich diesmal nicht umgehauen haben, bekommt man vllt. mal mit den Jungs geklärt, weil sie eigentlich Wände zum Schwitzen und Wackeln bringen. Ich würde aber nicht behaupten, dass die beiden Bands fehl am Platz waen, wie einige Besucher angemerkt haben. Aber so ist das mit den Geschmäckern… Und sollte es für mich ein „nächstes Mal“ geben, dann einen Tag vorher die Anreise!

Die Freude wächst auf morgen – selber Ort, selbe Stelle, selbe Bühne: Elb-Riot Festival!

Hammaburg Fest 2019 mit:

Lonely Spring (Emo, Modern Metal)

FB – https://www.facebook.com/lonelyspring/

Emil Bulls (Alternative, Modern Metal, Nu Metal)

FB – https://www.facebook.com/EmilBullsOfficial/

Clawfinger (Rap Metal)

FB – https://www.facebook.com/clawfinger.net/

Life Of Agony (Rock, Grunge, Alternative)

FB – https://www.facebook.com/lifeofagonyfamiglia/

The Sisters Of Mercy (Wave, Rock, Gothic)

HP – http://www.the-sisters-of-mercy.com/

Hammaburg Fest

FB – https://www.facebook.com/hammaburgfest/

 

 

 

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