Grey Daze (USA) – Amends

Grey Daze (USA) – Amends

📁 Allgemein, Musik, Reviews, Tipp der Redaktion 🕔27.Juni 2020
Grey Daze (USA) – Amends

Drei Jahre ist es inzwischen her, dass eine der besten Stimmen verstorben ist. Am 20. Juli 2017 nahm sich Chester Bennington das Leben. Linkin Park war seine große Liebe, bereiste die Kontinente und war weltweit erfolgreich. Doch bevor er mit Linkin Park richtig durchstartete, gab er seine Stimme auf zwei Alben der Band Grey Daze zum Besten. Beide Alben sind unmöglich zu bekommen und gelten nicht umsonst zu den absoluten Raritäten. Es war immer ein Traum von Chester die Band nochmal zu reaktivieren und zu neuen Ufern aufzubrechen. Im Gedenken an Chester haben sich seine ehemaligen Bandmitglieder nun dazu durchgerungen einige Songs erneut einzuspielen und sie mit Chesters Gesang zu versehen.

Das Album beleuchtet die Anfänge von Chester Benningtons Karriere. Es erzählt die Ursprungsgeschichte von einer der einzigartigsten Stimmen der jüngeren Rockgeschichte. Zugleich schließt sich für die Jugendfreunde des Sängers damit der Kreis: Grey Daze vollziehen mit dem Release jene Wiedervereinigung, die Chester selbst wenige Monate vor seinem Tod angekündigt hatte. Die verbleibenden Bandmitglieder – Dowdell (Schlagzeug), Mace Beyers (Bass) und Cristin Davis (Gitarre) – sowie die Witwe Talinda Bennington und die Eltern des Verstorbenen fassten schließlich einen gemeinsamen Plan: Sie wollten dieses letzte Projekt, das Chester angestoßen hatte, in jedem Fall zu Ende bringen. Unterstützt wurden sie dabei von Tom Whalley, dem Gründer von Loma Vista Recordings (der in den Jahren, als Linkin Park bei Warner unter Vertrag waren, bereits eng mit der Band zusammengearbeitet hatte). Dowdell, Beyers und Davis machten sich also daran, die für sie zentralen Stücke von jenen zwei Grey Daze-Alben auszuwählen, die in den Neunzigern erschienen und bald danach in Vergessenheit geraten waren. Chesters Originalaufnahmen wurden neu gemastert, alle Instrumente neu eingespielt. Produziert von Jay Baumgardner, bekamen Grey Daze obendrein Unterstützung von etlichen hochkarätigen Kollegen: Unter anderem waren Brian „Head“ Welch und James „Munky“ Shaffer (von KORN), Paige Hamilton (Helmet), Chris Traynor (Bush, Helmet, Orange 9mm), LP (Laura Pergolizzi), Jamie Bennington, Jasen Rauch (Breaking Benjamin), Marcos Curiel (P.O.D.) und Ryan Shuck (Orgy) an den Aufnahmen beteiligt.

Bereist hier kann man diese unglaubliche Intensität, die Leidenschaft und völlige Hingabe erkennen, die Chester stets an den Tag gelegt hatte. Bedenkt man, dass Chester, als er bei der Band einstieg, noch ein Teenager war und mit gerade einmal 16 Jahren noch nicht einmal den Kinderschuhen entwachsen, erscheint es noch einmal unter einem anderen Licht und man kann diese Leistung nicht hoch genug würdigen. Die Songs bewegen sich recht viel im eher getragenen Sektor, lassen aber eine mehr als intensive Stimmung verströmen, berühren und rocken auf ihre ganz eigene Art. Beim Anhören wird deutlich, dass hier ein riesiges Talent seine ersten blutigen Anfänge nahm und man stellt sich ob der Klasse der Songs zwangsläufig die Frage, warum es diese Songs nie zu größerem Erfolg gebracht haben. Aber das kann nun posthum geschehen und man kann dieses Werk jedem Rock-Fan nur wärmstens ans Herz legen.

 

Fazit: Ein mehr als dicker Fisch, den man als Rock-Fan unbedingt sein Eigen nennen muss.

  1. Sickness
  2. Sometimes
  3. What’s In The Eye
  4. The Syndrome
  5. In Time
  6. Just Like Heroin
  7. B12
  8. Soul Song
  9. Morei Sky
  10. She Shines
  11. Shouting Out

 

Label: Loma Vista Recordings/Universal Music Group

VÖ: 26.06.2020

Laufzeit: 39:15 Min.

Herkunft: USA

Stil: Alternative/Grunge

Webseite: https://greydazemusic.com/

Facebook: https://de-de.facebook.com/realgreydaze/

 

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