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Gotthard & Magnum “European Tour”, 20.04.2022, Capitol, Hannover

Nach coronabedingten Verschiebungen konnte endlich das Konzert der beiden Hardrock-Schwergewichte stattfinden. Dementsprechend hatten sich 700 erwartungsfreudige Fans beider Bands

Gotthard & Magnum “European Tour”, 20.04.2022, Capitol, Hannover

Nach coronabedingten Verschiebungen konnte endlich das Konzert der beiden Hardrock-Schwergewichte stattfinden. Dementsprechend hatten sich 700 erwartungsfreudige Fans beider Bands in Hannovers Konzertclub Nummer 1 versammelt und wieder gemeinsam zu rocken.

Und Magnum legten gut los. Straighter Sound und eine gut aufgelegte Band präsentierten den Zuschauern eine Stunde lang ein breites Spektrum ihres Schaffens. Die seit 1972 aktiven Magnum, die am selben Tag noch einen Award für 50 Jahre ihres Bestehens bei ihrer Plattenfirma SPV erhielten (wir berichteten), um das Sanges- und Saiten-Duo Bob Catley und Tony Clarkin, spielten homogen und mit sichtlicher Spiellaune ihren Melodic-, Pathos-, Progressive- und Hard-Rock.

Das lag sicherlich auch daran, dass man die Band in Teilen verjüngt hat – unter anderem mit Bassist Dennis Ward und Lee Morris am Schlagzeug. Catley hatte zwar anfangs ein bisschen Probleme mit der Stimme, aber nachdem die Stimmbänder angewärmt waren überzeugte er. Und das mit 74 Jahren! Hut ab. Die zweijährige Auszeit schien vor allem Catley gut getan zu haben, konnte er so anscheinend seine Stimmbänder ausreichend kurieren. Neben Evergreens aus den 1970ern und 1980ern, darunter auch selten gespielte Songs, wie „Vigilante“ oder „Kingdom Of Madness“, waren natürlich auch neuere Songs zu hören. Die Fans zollten das mit gebührendem Applaus. Fast zu schade, dass sie nur eine Stunde spielten. Die Zeit verging wie im Flug und man ist gespannt, wann die Band als Headliner wieder durch deutsche Hallen ziehen wird.

Setlist Magnum:
Days of No Trust
Lost on the Road to Eternity
The Monster Roars
The Archway of Tears
The Flood (Red Cloud’s War)
All England’s Eyes
Vigilante
Kingdom of Madness
On a Storyteller’s Night
Sacred Hour


Nach einer halben Stunde Umbaupause legten dann Gotthard los. Nachdem die Männer aus Lugano zuletzt oft akustisch unterwegs waren, wurde auf dieser Tour wieder Strom und Rock aufgedreht. Mit dem aktuellen Album „#13“ geht es wieder auf die europäischen Bühnen. Mit neuen und bewährten, straighten und schnörkellosen Rocksongs, sowie melodischen Balladen spielte man sich und das Publikum warm.

Die Zuschauer feierten die Band zwar teils enthusiastisch ab und doch war immer wieder zu spüren, dass es Nic Maeder nie schaffen wird den leider viel zu früh verstorbenen Steve Lee zu ersetzen, das aber auch nie wirklich versucht hat. Dafür sind die Fußspuren einfach zu groß, war Lee doch vor allem ein sagenhafter Entertainer mit Charisma.

Einen kleinen Durchhänger gab es mit dem ABBA-Cover „SOS“ (vom aktuellen Album), das leider überhaupt nicht funktionierte. Drei Songs wurden akustisch dargeboten und bekamen begeisterten Beifall. Die Fans hatten sich offenbar sehr auf das Konzert gefreut. Zuletzt waren Gotthard vor knapp 5 Jahren in Hannover zu Gast, weshalb vielleicht auch deswegen der Enthusiasmus der Fans so hoch war. Die Schweizer haben professionell ihre Hits gespielt und gezeigt, dass sie auch nach 25 Jahren noch rocken können. Nic Maeder hat es inzwischen geschafft sich zu behaupten, konnte vor allem stimmlich überzeugen.

Aber so ein kleines bisschen mehr Enthusiasmus und Energie von der Bühne hätte dem Konzert durchaus gutgetan, wirkte doch zu vieles einstudiert und ließ dadurch ein wenig Leben vermissen. Unterm Strich war es ein Konzert, bei dem beide Bands es sichtlich genossen endlich wieder auf den Brettern stehen zu dürfen und vor allem ihrem Job nachzugehen.

Setlist Gotthard:
Intro
Every Time I Die
10.000 Faces
Hush (Joe South cover)
Missteria
Stay With Me
Top of the World
Feel What I Feel
The Call
SOS (ABBA cover)
What You Get

Master of Illusion
Let It Rain (partial, only piano and vocals)
Acoustic:
One Life, One Soul
Sweet Little Rock ’n‘ Roller
Mountain Mama
Electric
Remember It’s Me
Starlight
Bad News
Drum Solo (Flavio Mezzodi)
Lift U Up
Encore:
Heaven
Anytime Anywhere
Encore 2:
Quinn the Eskimo (The Mighty Quinn) (Bob Dylan cover)

Konzertbericht von: Jens-Peter Topp

Mehr Bilder gibt es hier: https://www.metalglory.com/gallery/gotthard-magnum-european-tour-20-04-2022-capitol-hannover/