FLYKT – “Charnel Heart“

FLYKT – “Charnel Heart“

📁 Allgemein, Reviews 🕔08.August 2019
FLYKT – “Charnel Heart“

FLYKT – “Charnel Heart“

Label: Folter Records

Laufzeit: 48:09 min

VÖ: 29.03.2019

Genre: orthodoxer Black Metal at it’s best

Die Herren von FLYKT sind alte Hasen und haben schon so manchen schwedischen Black Metal Acker bestellt. Auch auf ihrem im März erschienenen Debüt “Charnel Heart“ pflanzen sie uns einen orthodoxen und rasenden Black Metal in unsere Herzen, wie wir ihn aus dem hohen Norden kennen und lieben.

Hier gibt es die typischen Trademarks in einer verdammt hohen Qualität. Der Sound ist schön dreckig und verhallt, versinkt dabei aber nicht im Soundmorast, sondern gibt den Instrumenten und der Stimme ausreichend Raum und Präsenz. Und die wissen das zu nutzen. Die Riffs flirren gewohnt messerscharf und hell durch die Luft, oft mantraartig repetierend, können sich aber auch tonnenschwer und rostig über blutverschmierten Lehmboden wälzen. Das Schlagzeug hastet zumeist sich überschlagend in wütenden Blastbeats voran, unnachgiebig, energetisch, gnadenlos. In den richtigen Momenten bremst es sich aber auch wirkungsvoll herunter in einen zähfließenden Magmastrom, der sich massiv groovend durch auf– und abschwellende Riffkaskaden walzt und jegliches Leben unter sich begräbt. Darüber schwebt ein typisch krächzender Gesang wie ein böser Rabe, der sich aber auch mit manischer Wut und hassverzerrtem Schreien auf seine Opfer stürzen kann.

Die Frage: Ist das neu? ist im Bereich des orthodoxen Black Metal alter Schule so sinnlos wie obsolet. Wichtig ist viel mehr, ob es neuen Bands gelingt, das Genre mit interessanten Interpretationen des Gleichen am Leben zu halten. Und ja, FLYKT glückt es hervorragend, dem ewig bekannten Teufelsgesicht mit ihrer eigenen Schminke ein neues und schönes Antlitz zu geben. Denn bei aller Tradition und aller Verharrung im Bekannten gestalten die Herren ihre Musik stets spannend und mitreißend. Da watet „The Great Assassination“ tief durch den schlammigen Sumpf des Doom und erschafft die Atmosphäre einer dunklen Verdammnis, einer schneebedeckten Gebirgslandschaft, durch die sich die gebeugten Reste eines geschlagenen Heeres ächzend heimwärts schleppen. Da rumpeln in „Sent to Destroy“ beste Thrashriffs, während in „Derelict“ und „Cadaver of Doubt“ bester Black’n’Roll räudig krawallt. Und in all der dissonanten Gewalt erblühen immer wieder lieblichen Knospen gleich schwebende Melodien voller berührender Schönheit („The Great Collapse“, „Cadaver of Doubt“). Das alles wird im abschließenden „Charnel Heart“ nochmals zu einem kraftvollen schwarzen Koloss aufgetürmt, der garstige Raserei, Frostigkeit, Ingrimm, düstere Epik, Enthemmung, strenge Kontrolle hektische Manie und grazile Anmut in sich vereint.

Fazit: FLYKT legen mit ihrem Debüt „Charnel Heart“ ein Werk vor, das düsteren, stürmischen Black Metal in orthodoxer Vollendung bietet. Das ist nicht innovativ oder neu, das ist aber spannend und mitreißend in Szene gesetzt und strotzt vor Charisma, Attitüde und elementarer Kraft. So muss Black Metal sein. Wer Bands wie Watain, Gorgoroth, Tsjuder oder Carpathian Forest mag, der wird auch FLYKT in sein schwarzes Herz schließen können.

Liederliste:

1. Compendium of Sacrilege (4:47)
2. The Great Assassination (7:07)
3. As Hunters to Havoc (Diatribe) (6:05)
4. The Great Collapse (6:41)
5. Derelict (5:22)
6. Cadaver of Doubt (5:32)
7. Sent to Destroy (4:35)
8. Charnel Heart (8:00)

Quelle Bild: www.facebook.com/Folter-Records-167406606752748/

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