Dream Theater (USA) – Distance Over Time

Dream Theater (USA) – Distance Over Time

📁 Allgemein, Musik, Reviews, Tipp der Redaktion 🕔22.Februar 2019
Dream Theater (USA) – Distance Over Time

Mit ihrem letzten Album „The Astonishing“, einem reinen Konzeptalbum, haben die New Yorker Prog-Götter erneut die Fangemeinde gespalten. Das sind zum Einen die Altfans, denen die Band ohnehin nichts mehr recht machen kann, die immer noch dem Weggang von Mike Portnoy hinterher jammern und zum Anderen, die Fans, die in Dream Theater noch immer eine der besten Bands des Prog-Metals halten. „The Astonishing“ war anders als alles, was die Band zuvor gemacht hatte, war eine komplexe Story, die nach ganz eigenen Regeln auch musikalisch eine andere Herangehensweise erforderte. Dass dabei der Metal ein wenig zu kurz kam, lag ein Stück weit auf der Hand. Nun sind sie also wieder mit einem neuen Werk am Start und wollen zurück zu ihren Wurzeln. Doch kann das wirklich gelingen, wenn sich eine Band in den über dreissig Jahren ihrer Existenz immer weiter entwickelt hat?

Um es gleich vorwegzunehmen: Dream Theater ist mit „Distance Over Time“ ein Album gelungen, das die verschiedenen Welten der Band geschickt miteinander verwebt und ein eigenständiges Werk ist, das viele Genrekollegen in ihre Schranken verweist. Dabei ist es das härteste Album seit einer gefühlten Ewigkeit und sollte vielleicht auch die Allesverweigerer wieder zurück in die Spur bringen. Denn Dream Theater beweisen hier erneut, dass sie noch lange nicht zum alten Eisen gehören, noch immer ihr Handwerk verstehen. Aber auch gar nicht erst versuchen ein zweites „Images And Words“ abzuliefern, sondern sich am Zeitgeist orientieren, sich auf ihre eigene Entwicklung verlassen und dabei immer noch innovativ sein können. Allerdings muss man sagen, dass auch „Distance Over Time“ manchmal ein wenig zu gradlinig ausgefallen ist und die ganz großen Prog-Elemente fehlen. Aber das wäre Jammern auf hohem Niveau. Dem Album ist anzumerken, dass sich die Band geschlossen für den kreativen Prozess zurückgezogen hat und ganz auf sich allein gestellt in einer Männer-WG vor sich hinwerkeln durfte. Geschlossenheit und Kreativität sind den Songs anzumerken, was auch durch die amtliche Produktion unterstützt wird. Vielleicht schafft es das Album ja endlich die ganzen Spötter und Neider wieder zurückzuholen und zu zeigen, dass mit Dream Theater immer noch zu rechnen ist. Das Album hat zumindest das Zeug dazu.

 

Fazit: Nicht ganz back to the roots. Aber auf jeden Fall ein amtliches Prog-Metal Album mit Charme und Charakter.

 

  1. Untethered Angel
  2. Paralyzed
  3. Fall Into The Light
  4. Barstool Philosopher
  5. Room 137
  6. S2N
  7. At Wit’s End
  8. Out Of Reach
  9. Pale Blue Dot
  10. Viper King (Bonus Track)

 

Label: Inside Out Music

VÖ: 22.02.2019

Laufzeit: 60:52 Min.

Herkunft: USA

Stil: Prog Metal

Webseite: http://dreamtheater.net/

Facebook: https://de-de.facebook.com/dreamtheater/

 

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