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DISPYRIA – „Redemption Part 1 – Twisted World“

Genre: Fettester Bombast Melodic Metal mit Storyline und Progressive-Patina! DISPYRIA-Chefdenker Jürgen Walzer legt mit „Redemption Part 1 – Twisted

DISPYRIA – „Redemption Part 1 – Twisted World“

Genre: Fettester Bombast Melodic Metal mit Storyline und Progressive-Patina!

DISPYRIA-Chefdenker Jürgen Walzer legt mit „Redemption Part 1 – Twisted World“ den nunmehr vierten Teil seiner Dark Fantasy Megasaga vor. Und wie gewohnt gibt es eine dicht verwobene Mischung aus Geschichte, Musik und einer entsprechenden visuellen Umsetzung und einen ganzen Sack voll mehr oder weniger prominenter Gaststimmen, allen voran Savatage-Sänger Mister Zak Stevens. Nicht umsonst fielen und fallen daher auch ganz große Namen wie eben Savatage, Avantasia, Kamelot, Stratovarius, Ayreon oder Rhapsody of Fire. Freilich tummeln sich in diesem Haifischbecken des bombastischen, symphonischen, theatralischen, cineastischen Power und Melodic Metal auch unzählige Bands, die mit Tonnen von Zuckerguss und unsäglich nervenden Synthieteppichen und völlig überzogenem Operettengesang Ohr und Hirn verkleben und sich als mehr oder weniger dauerhaft ungenießbar gerieren. Es spielt also immer das Risiko mit, im künstlerischen Bemühen mit zu viel all der leckeren Zutaten den Brei zu verderben. Das vorweg: Diese Falle umschiffen DISPYRIA glücklicherweise gekonnt zu großen Teilen.

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Herr Walzer verfügt über großes kompositorisches Vermögen und kann dies auch in abwechslungsreiche, mitreißende und eingängige Lieder gießen. Die Refrains sind groß, die Lieder dynamisch aufgebaut und mit einer ausgewogenen Balance aus Komplexität und Eingängigkeit, das passt alles wunderbar. Dabei wird es nur in wenigem Momenten sehr zuckrig und auch etwas langatmig, zumeist gelingt es sehr gut, den symphonischen, mit Konservenstreichern angereicherten Melodic Metal mit einer gewissen Grundhärte zu versehen, vor allem aber durch die durchweg herausragenden Stimmen Musik und Story nahezu perfekt miteinander zu verweben. Was die beiden Damen Carolina Padrón und Sabrina Roth und die Herren Zak Stevens, Damiano Libianci, Carsten Schulz, Rob Lundgren und Dennis Ohler hier abliefern, ist grandios und hebt DISPYRIA nicht nur ob der durchdachten Geschichte hinter den Texten weit hinaus über all die Zuckerwatteklone und Kitschmeister des Genres. Ja, eine ordentliche Affinität zu Musical, großen Gesten, noch größeren Chören und einem zwar fetten, transparenten und raumgreifenden, aber auch ziemlich weichgespülten Sound – das Schlagzeug klingt dermaßen künstlich, dass es völlig egal ist, ob das Mensch oder Maschine verbrochen hat – muss die Hörerin und der Hörer mitbringen. Und auch die Freude an KI-generierten Videos ist vonnöten, um das Gesamtpaket goutieren zu können. Aber das ist es eben auch: ein detailreiches, spannendes, begeisterndes Opus aus Musik, Story und prachtvoller visueller Umsetzung wie aus TausendundeinerNacht, nur viel dunkler.

Fazit: DISPYRIA führen mit „Redemption Part 1 – Twisted World“ ihr bombastisches Düsterepos um den Protagonisten Josh Devon weiter. Das ist wieder Bombast Melodic Metal in Reinkultur, künstlerisch und handwerklich hochwertig, dazu emotional, düster und eingängig. Wer seinen Metal roh und dreckig mag – bitte weitergehen! Fans von opulentem, theatralischem und ordentlich ausschweifendem Metal nah an der Grenze zu Musical und Pop werden das Album vorbehaltlos lieben und schon jetzt den Fortgang der Geschichte herbeisehnen.

Liederliste:

  1. After Dawn (06:49)
  2. Nothing Without You (4:34)
  3. Master Of Mirrors (5:02)
  4. The Revelation (4:12)
  5. Father (3:51)
  6. David’s Nightmare (1:45)
  7. The First Of Its Kind (5:58)
  8. Light Of A Dream (3:59)
  9. Red Requiem (5:38)
  10. Twisted World (4:36)

 

Label: El Puerto Records

Laufzeit: 46:25 min

VÖ: 20.02.2026

Quelle & © Bilder/Info/Clips: Dispyria / El Puerto Records