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Cirex (USA) This Is Me – volume 2.

Das vorliegende Produkt könnte man auch als Dark Future Metal bezeichnen – eine Spielart, die elektronische Härte nicht als

Cirex (USA) This Is Me – volume 2.

Das vorliegende Produkt könnte man auch als Dark Future Metal bezeichnen – eine Spielart, die elektronische Härte nicht als Beiwerk nutzt, sondern als primären Treibstoff. Was seit dem Hype des Spiels Cyberpunk 2077 in aller Ohren ist wird hier einfach mal souverän weiterentwickelt und von Cirex perfekt auf eure Ohren transportiert. Die EP This is Me Volume 2 versteht sich als hochenergetisches Statement eines Projekts, das Drum and Bass, Industrial und metal-inspirierte Aggression zu einem futuristischen Sturm verdichtet – gebaut für Bewegung, Adrenalin und diese dunkle Underground-Ästhetik, die eher nach Neonlicht auf nassem Asphalt riecht als nach Wohnzimmer-HiFi.

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Hört hier das Werk an und verfallt in einen Adrenalinrausch

Zwischen Maschine und Muskel: Sounddesign als Waffe

Was bei Cirex sofort auffällt: Hier arbeitet jemand, der nicht nur „Beats baut“, sondern Klangräume konstruiert. Die Produktion der EP This is Me Volume 2 ist druckvoll, sauber separiert und gleichzeitig angenehm dreckig an den richtigen Stellen – verzerrte Texturen, bissige Transienten, breit stehende Synth-Layer, die wie Stahlträger im Mix verkeilt sind. Das Arrangement ist progressiv gedacht, eher in Szenen als in klassischen Songteilen: Spannungsaufbau, plötzliche Richtungswechsel, kurze Atempausen, dann wieder der Tritt aufs Gaspedal. Und genau dadurch entsteht dieser „Hard-hitting“-Charakter, den man nicht nur hört, sondern körperlich spürt. Metal-Feeling kommt hier nicht primär über Riffs, sondern über Komposition und Dynamik: Attacke, Kontrast, Hook-Äquivalent – nur eben mit elektronischem Werkzeugkasten.

„Adrenaline“: Das Herzstück mit Vollkontakt-Faktor

Eröffnend mit dem Herzstück der EP „Adrenaline“ macht Cirex unmissverständlich klar, dass Titel hier Programm sind. Heftige Bassparts und energische Drums jagen den Puls nach oben, während die metallische Kompositionslogik im Hintergrund die Strippen zieht: klare Leitmotive, punktgenaue Akzente, ein Spannungsbogen, der eher an eine Live-Dramaturgie erinnert als an Loop-Malerei. Die Drum-and-Bass-Anleihen wirken dabei nicht wie ein Genre-Zitat, sondern wie der Motor des gesamten Tracks – schnell, präzise, kompromisslos. „Adrenaline“ funktioniert wie ein Soundtrack für Egoshooter und für die nächste Party, aber auch für den ganz persönlichen Hörbereich: Kopfhörer auf, und plötzlich wird die Welt zur dystopischen Rennstrecke. Inhaltlich – obwohl instrumental – erzählt der Track vom Kontrollverlust im positiven Sinn: Dieses „Jetzt oder nie“-Gefühl, wenn Adrenalin die Vernunft überholt und alles auf Vorwärts gestellt ist.

Copyright: Cirex – Gepostet mit freundlicher Genehmigung durch den Künstler selbst

„Fractured“: Düstere Brüche, die neugierig machen

Mit „Fractured“ kippt die Stimmung in eine dunklere Ecke: weniger „Metal im klassischen Sinn“, dafür mehr Electro/UpTempo-Peitsche – aber gerade das macht den Reiz aus. Cirex zeigt hier, was mit Synthesizern möglich ist, wenn man nicht nur Notenfolgen stapelt, sondern Klangfarben als Storytelling nutzt. Das Sounddesign ist inspiriert, die Texturen wirken rissig, angespannt, aufgeladen – als würde der Track bewusst mit Brüchen arbeiten, um eine zersplitterte Zukunft zu zeichnen. Das Arrangement hält Überraschungen bereit: kleine Wendungen, unerwartete Cuts, rhythmische Haken, die den Hörer in dieses düstere futuristische Reich ziehen. Inhaltlich gelesen ist „Fractured“ ein Sound-Porträt von Zerfall und Neuordnung – nicht melancholisch, sondern aggressiv nach vorne, wie eine Stadt, die gerade neu verdrahtet wird.

„Halo“: Shooter-Flair, Dubstep-Glanz und kontrollierte Hektik

Inspiration ist auch das Stichwort, wenn es um „Halo“ geht: Beim Hören könnte man meinen, der Track sei vom legendären Egoshooter gleichen Namens angefixt worden – zumindest trägt er diese militante, high-tech aufgeladene Spannung in sich. Ordentlich Attack zum Einstieg, dann blitzen leichte Dubstep-Elemente im Mix durch, ohne den Fluss zu zerreißen. Das hektische Arrangement ist dabei bemerkenswert: schnell, aber nicht anstrengend, komplex, aber nicht chaotisch. Die einzelnen Elemente haben Platz zum Atmen, weil Cirex Frequenzen und Layer sauber staffelt. Gitarren schimmern hier und da als rhythmische Akzente durch und geben dem Ganzen einen griffigen Unterton – wie Metallspäne im Maschinenöl. Inhaltlich wirkt „Halo“ wie eine Kampfszene in Zeitlupe: Bedrohung, Fokus, Adrenalin – und dieser Moment kurz vor dem Einschlag, in dem alles kristallklar wird.

„Mars“, „Particle“ und „Quantum Stuff“: Reise durch die dunkle Zukunft

Als nächstes entführt uns Cirex auf den Mars und demonstriert erneut Vielseitigkeit: düsterer Grundton, hektischer Drive, Gitarren als Stromschläge im Arrangement – das Ganze wirkt wie ein actiongeladener Soundtrack, der Komplexität nicht scheut. Man hört progressive Rhythmik, die nicht nur „schnell“ sein will, sondern dramaturgisch arbeitet: Verdichtung, Entladung, erneuter Aufbau. Danach setzt „Particle“ einen anderen Fokus. Der Grundsound erinnert deutlich an Dark Electro oder Goth Electro – und genau das macht den Song so stark. Düstere Sphären aus dem Bass, Breakbeats als Antrieb, komplexe Drumlayer als ständiger Vorwärtsdrang: „Particle“ ist tanzbar, aber nicht „Party fluff“, sondern Clubmusik für Betonwände und Stroboskoplicht.

Copyright: Cirex – Gepostet mit freundlicher Genehmigung durch den Künstler selbst

Mit „Quantum Stuff“ schließt Cirex die EP This is Me Volume 2 so, wie man es sich wünscht: dramatisch klingende Synthesizer, der gewohnt metallastige Unterbau, dazu Doublebass-Anmutung und Breakbeat-Logik, die sich gegenseitig befeuern. Der Track bleibt hängen, weil die Komposition einen klaren Zielpunkt hat – ein Finale, das nicht ausfadet, sondern nachhallt. Inhaltlich wirkt „Quantum Stuff“ wie der Blick in ein Teilchenlabor der Zukunft: alles flackert, alles rotiert, und doch ergibt es Sinn, weil Struktur hinter der Wucht steht.

Wertung:

9 von 10 Punkten

Fazit: Dark Future Metal, der liefert

This is Me Volume 2 ist eine EP, die den Anspruch „high-energy, hard-hitting“ nicht als Marketingphrase behandelt, sondern als Produktionsdisziplin. Cirex überzeugt als Komponist und als Sounddesigner: Druck, Präzision, überraschende Arrangements und eine futuristische Klangsprache, die wie ein Upgrade dessen wirkt, was seit Cyberpunk 2077 ohnehin in vielen Köpfen herumspukt – nur hier eben ohne Cosplay, sondern mit Substanz. Wer elektronische Härte mit Metal-DNA sucht, bekommt kein loses Genre-Mashup, sondern eine kohärente, dunkle Zukunftsvision in Sound gegossen.

Tracks:

  1. Adrenaline
  2. Fractured
  3. Halo
  4. Mars
  5. Particle
  6. Quantum Stuff

Infos:

Titel: This Is Me Volume 2
Interpret: Cirex
Typ: Studioalbum
Herkunft: USA
Genre: Cyber Metal | Future Metal | Crossover
Label: Independent
Veröffentlichung: 12. Januar 2026

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