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Bericht: Nitrogods „Valley Of The Gods Tour 2026“, Special Guests Dust’n’Bones & The Nifties, 15.02.2026, Musikzentrum Hannover

The Nifties The Nifties sind ein punkinjected Rock’n’Roll Quartett aus Sarstedt – 1988 gegründet. Sie selbst sagen, dass ihr

Bericht: Nitrogods „Valley Of The Gods Tour 2026“, Special Guests Dust’n’Bones & The Nifties, 15.02.2026, Musikzentrum Hannover

The Nifties

The Nifties sind ein punkinjected Rock’n’Roll Quartett aus Sarstedt – 1988 gegründet. Sie selbst sagen, dass ihr Sound irgendwo zwischen Ramones, Turbo A.C.‘s und Gluecifer angesiedelt ist. Sie haben schon zusammen mit namenhaften Bands wie z.B. Beatsticks, LA Guns und Peter & The Test Tube Babies gespielt und waren Teil des Nordstadtfestes 2025.

The Nifties brettern los und spielen gleich erstmal ohne Zeit zu verlieren 4 Songs ohne Ansage durch. Ihre Songs sind eingängiger solider Punkrock ohne Schnick und Schnack, dafür aber mit einer ordentlichen Prise Rock’n’Roll. Für mich klingen die Songs etwas ähnlich, aber vielleicht liegt das daran, dass ich mich in dem Genre nicht so auskenne. Zum Schluss haben sie für 2 Songs noch 9 Minuten übrig und Sänger Matthias scherzt, dass sie diese ja dann doppelt spielen können. Sie machen ihre Sache wirklich gut und sind ein würdiger erster Opener an diesem Abend.

Setlist:

  • Punkinjected Rock n Roll

  • Fast Lane

  • Glasses High

  • I’ve met the devil

  • Tonight

  • We’re gonna hit

  • Fuel injected suicide machine

  • Motorcity baby

  • Destination sun

  • Fast, loud & dirty

  • Rock n Roll

  • Evil town

  • Torpedo girl

Dust & Bones

Dust & Bones gibt es seit 2000 und sie kommen aus dem Schwabenländle – genauer genommen aus Backnang. Stilistisch bezeichnen sie sich selbst als „High Energy Dirt Rock“ – riffiger Punk Rock, düsterer Heavy Rock mit Metal-Attitüden und kompromisslos dreckiger Rock’n’Roll. Als Besonderheit haben sie zwei stimmlich sehr unterschiedliche Sänger, was die Songs sehr abwechslungsreich gestaltet und ihnen immer eine neue Klangfarbe gibt.

Ihr letztes Album „Mission Back to the Forbidden Planet“ erschien 2024 und ihre Setlist enthielt auch hauptsächlich Songs der Scheibe. Auch sie nennen die Ramones als Referenz. Daneben aber noch Rose Tattoo, Danko Jones, Motörhead und Turbonegro.

Als Intro gibt es „Always look on the bride side of life“ – gefolgt von einem weiteren Countdown-Intro. Beim ersten Song „You are R’n’R“ steht Sänger Jens mit einem etwas gewagten weißen Elviskostüm auf der Bühne und teilt sich den Gesang mit Sänger Thorsten, der auch Bass spielt. Zum dritten Song „Say Hello“ kommt Sänger Jens dann umgezogen zurück auf der Bühne – jetzt mit Jeans, Shirt und Weste mit Rofa Aufnäher – hach die war großartig, ich will auch so einen!

Ihre Fans stehen mitsingend in der ersten Reihe – darunter auch ein Pärchen, welches den Tag vorher geheiratet hat – denen wird deshalb auch das Knef Cover „Für mich soll’s rote Rosen regnen“ gewidmet wird. Die Frontmänner wechseln sich gut bei den Ansagen ab und bei „Armageddon“ wird wieder erfolgreich zum Mitsingen animiert.

Den runden Abschluss macht ihr gleichnamiger Song „Dust & Bones“, bei dem das Publikum nochmal ordentlich den eigenen Stadtnamen „Hannover! Hannover! Hannover!“ mitshouten darf. Alles in allem eine gute Wahl als Tourbegleitung der Nitrogods, da sie auch stilistisch ausgezeichnet passen und ein ähnliches Publikum ansprechen.

Setlist:

  • Ur R’n’R

  • Remedy

  • Say Hello (to a bunch of idiots)

  • Fight the black dog

  • Für mich soll’s rote Rosen regnen

  • Shaky Mountains

  • This is not the end

  • We all gonna die

  • Armageddon

  • Get the world

  • Nail you tot he wall with Rock’n’Roll

  • Dust & Bones

Nitrogods

Gegründet von Henny Wolter (Ex-Primal Fear, Thunderhead) besteht das Trio noch aus Claus „Oimel“ Larcher und Klaus Sperling. Auf ihrem ersten Studioalbum waren die Gastmusiker Dan McCafferty (Nazareth) und Eddie Clarke (Ex-Motörhead) zu hören. Ihr Stil ist unverkennbar Rock, der durch Psychobilly, Punk und Blues beeinflusst ist. Besonderheit auf dieser Tour: Sie spielen drei neue Songs, die sie noch nie live gespielt haben.

Um die 170 Zuschauer sind mittlerweile im Musikzentrum und warten auf die Nitrogods – knapp vor den angekündigten 21:15 Uhr sind sie auf der Bühne und starten mit „Black car driving man“. Man merkt der Textsicherheit des Publikums an, dass viele sie definitiv nicht das erste Mal sehen. Ich selbst habe sie 2022 beim Strangriedfest in der Nordstadt das erste Mal erlebt und obwohl ich eigentlich komplett andere Musik höre: Die Drei sind richtig cool und machen einfach Spass!!!

Es ist wirklich eine Kunst, als Trio die Bühne derart zu füllen. Das liegt aber auch daran, dass alle Drei immer wieder mit dem Publikum interagieren – so fordert auch Klaus vom Schlagzeug aus immer wieder zum Klatschen auf. „Don’t call my name“ ist einer der Songs, die sie noch nie live gespielt haben – warum eigentlich? Denn der Song kommt richtig gut an. Es folgt das sehr eingängige „Boogeyman“ vom „Roadkill Bbq“-Album.

Was ist der Unterschied zwischen „Milli Vanilli“ und „Nitrogods“? Na? Gut, so einfach ist das auch nicht 😉 Nitrogods haben beim nächsten Song einen live Zwischenpart an der Bierflasche von „Klausi Sperling“ (mit „Kämmt David“ Shirt – großartig) – Scherz beiseite, aber es geht natürlich um Bands, die alles faken und nicht live spielen – „Lipsynch starz“. Dieser Teil nebst seiner Tanzeinlage ist fester Bestandteil jedes Sets und wird vom Publikum immer wieder gefeiert.

Der Song „Did Jesus turn water into beer“ – ist wohl die Wunschvorstellung der biblischen Begebenheit entsprungen, da Oimel anscheinend lieber Bier statt Wein trinkt… na vielleicht nicht nur seiner, im Publikum sind mit Sicherheit auch mehr Bier- als Weintrinker.

Es folgt der knapp 2min Song „Rotten sucker“ über das Älterwerden und die dreckige R’n’R Nummer „Get lost“. Da Ihnen schon öfter gesagt wurde, dass sie wie Motörhead klingen (finde ich auch) spielen sie jetzt auch einen, der so klingt – „Damn right“. Mit dem schönen „Whiskey wonderland“ wird es bluesig und den Abschluss des Sets macht „Kings of nothing“ vom aktuellen Album „Valley oft he Gods“ – ein perfekter Mitsingsong, bei dem der Publikums-Chorgesang auch komplett ohne Band klappt.

Die Zugaberufe lassen nicht lange auf sich warten und so gibt es noch 2x Nachschlag – was soll ich sagen? Ein gelungenes Heimspiel der Nitrogods! Und wer in Zukunft nichts verpassen will, geht einfach auf die Homepage der Band und klickt auf „Join the Nitrogang“!

Setlist

  • Black Car Driving Man

  • Valley of the Gods

  • At least I’m drunk

  • Rats & Rumours

  • Broke and Ugly

  • Don’t call my name

  • Boogeyman

  • Lipsynch Starz

  • Back home

  • Rancid rock

  • Left lane to memphis

  • Did Jesus turn…

  • Rotten sucker

  • Get lost

  • Damn right

  • Where have the years gone

  • Whiskey Wonderland

  • Kings of nothing

  • The haze

  • Wasted in Berlin

Bericht verfasst von Sandra Barclay. Mehr Bilder des Abends gibt es hier zu finden.