Bericht: Nick Cave & The Bad Seeds – Live Summer 2026 in Lingen, Open Air an der EmslandArena am 16.06.
Da fällt einem nicht viel ein, außer vielleicht: einmal mehr ein grandioses Konzerterlebnis, welches NICK CAVE mit seinen BAD
Da fällt einem nicht viel ein, außer vielleicht: einmal mehr ein grandioses Konzerterlebnis, welches NICK CAVE mit seinen BAD SEEDS -diesmal- in Lingen abgeliefert haben!
Vermutlich haben das zahlreiche Besucher dieses Open Air-Konzertes auch so erwartet, zumindest diejenigen, die das Glück hatten diese Band das ein oder andere Mal bereits erlebt zu haben?! Doch vielleicht gab es auch einige dabei, mich eingeschlossen, die es unter freiem Himmel vielleicht ein wenig anders erwartet haben?! Who know´s? Auch ein Nick Cave selbst hat da so eine andere Vorstellung von Konzerten unter freiem Himmel, der durchaus ein „Problem“-chen an den sommerlichen Temperaturen hatte sowie den dazu gehörenden Sonnenstrahlen, die hier durchaus etwas unpassend wirkten im Vergleich zu den rockig-„melancholischen“ Ansätzen der Songs und gar den Texten dieser wunderbar funktionierenden Band!
Aber wir wissen, Regen wäre ja auch keine gute Lösung.
Lingen an der Ems! OPEN AIR-Gelände an der EmslandArena – und auf der Bühne: NICK CAVE & THE BAD SEEDS!
Keine Vorband, kein Filmchen, kein Intro, kein Konfetti oder sonstiger Kram : GET READY FOR LOVE!!!
So ist es! So muss das sein!
Sound war durchaus überzeugend, mit einigen kleineren Ausfällen aufgrund der Lautstärke. Lichteffekte in Ordnung, aber bei dem hellen Sommertag nicht wirklich notwendig. Und die gesamte Performance, ob instrumental, Vocals oder das Acting von allen beteiligten in der Band als auch der Crew: einfach unbeschreiblich gut!
Völlig klar, bei der Professionalität, Erfahrung und der seit über zwei Jahren andauernden Welttournee im Rahmen des letzten Albums „Wild God“!
Diese Personen sind allesamt komplett auf sich eingespielt und voll konzentriert dabei.
Das Bad in der Menge ließ sich Nick Cave auch hier auf dem Open Air nicht nehmen. „Sein“ Bad in der Menge war diesmal nicht nur auf die ersten Reihen beschränkt, bei einzelnen Personen ließ er sich einmal mehr das Mikro halten, um einfach nur zu klatschen oder zwischendurch Autogramme zu geben, natürlich während des Songs! „Liebkosungen“, anhimmeln des Publikums: logisch – da fühlten sich wohl einige der etwas älteren Fans wie Teenies.
Aber das war nun mal nicht alles, denn bei „Mercy Seat“ ging Nick sogar durch die Meute in den ersten Reihen, ließ sich einfach treiben während der Performance, um bis zum ersten Wellenbrecher-Absperrung auch dort dann das Publikum abzuklatschen – und eben abzuholen. Wahnsinn.
Eines der besonderen Highlights des Sets war auch die Performance von „Henry Lee“; bei dem die Hauptvocals von Janet (einer der Backgroundsängerinnen) übernommen wurde. Eine Wucht dieser ausgenommen starken, tiefen Stimme – im Duett mit Nick Cave; WOW!
Songauswahl bei einem Nick Cave & The Band Seeds-Konzert zu hinterfragen lohnt sich vielleicht, aber bringt oft nicht viel. Zu viele Alben, zu viele Songs, zu viele geniale Ideen – und einfach ein extrem großes Aufgebot an Künstlern.
Aber auch hier gab es ein paar Überraschungen, als zu den Sets, die es am Anfang dieser Tournee (in den großen Hallen) gegeben hat. Dass sich dabei The Bad Seeds auch darauf einlassen Songs vom „Carnage“-Werk zu präsentieren, Hut ab. Und auch wenn noch zusätzliche Auswahlsongs angedacht waren, da sich Herr Cave das oft offen lässt, welcher Songs bzw. welche noch zusätzlich als Bonus gespielt werden, hat es bei der fast 150-minütigen Show überhaupt an nichts gefehlt. Zumal pünkzlich um 22 Uhr – noch im hellen- sowieso Ende sein musste!
Setlist in Lingen beim Open Air am 16.6.26:
Get Ready for Love – Abattoir Blues / The Lyre of Orpheus (2004)
From Her to Eternity – From Her to Eternity (1984)
Train Long-Suffering – The Firstborn Is Dead (1985)
Wild God – Wild God (2024)
O Children – Abattoir Blues / The Lyre of Orpheus (2004)
Tupelo – The Firstborn Is Dead (1985)
Carnage – Carnage (Cave/Ellis) (2021)
Joy – Wild God (2024)
Rings of Saturn – Skeleton Tree (2016)
Bright Horses – Ghosteen (2019)
Henry Lee – Murder Ballads (mit Julia/Jules) (1996)
The Mercy Seat – Tender Prey (1988)
Papa Won’t Leave You, Henry – Herny´s Dream (1992)
Red Right Hand – Let Love In (1994)
Jubilee Street – Push The Sky Away (2013)
Hiding All Away / White Elephant – Abattoir Blues/Carnage (2004/2021)
Hollywood – Ghosteen (2019)
The Weeping Song – The Good Son (1990)
Wide Lovely Eyes – Push The Sky Away (2013)
Into My Arms – The Boatman’s Call (1997)




