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Bericht: Myrath „Wilderness of Mirrors – Second Strike Tour 2026“, Support: Roses of Thieves, 23. September 2026, MusikZentrum, Hannover

Myrath verzaubern das MusikZentrum Hannover mit magischem Oriental Metal Wenn metallische Wucht auf orientalische Mystik trifft: Die tunesisch-französischen Progressive-Metal-Pioniere

Bericht: Myrath „Wilderness of Mirrors – Second Strike Tour 2026“, Support: Roses of Thieves, 23. September 2026, MusikZentrum, Hannover

Myrath verzaubern das MusikZentrum Hannover mit magischem Oriental Metal

Wenn metallische Wucht auf orientalische Mystik trifft: Die tunesisch-französischen Progressive-Metal-Pioniere von Myrath haben das MusikZentrum Hannover in eine Oase aus Sound und Emotionen verwandelt. Im Rahmen ihrer aktuellen Tournee bewies die Band eindrucksvoll, warum sie live zu den packenden Acts der modernen Metal-Szene gehört.

Roses of Thieves eröffneten den Abend um 20 Uhr für 40 Minuten. Die aus Ungarn stammende Band setzt auf einen energiegeladenen Metal-Stil voller keltischer Einflüsse. Ihr Set begann mit „Fend off the Dark“ und wurde mit „Be the Captain“ fortgesetzt, womit sie sofort das Interesse des Publikums weckten.

Auf halber Strecke ihres Auftritts präsentierten Roses of Thieves einen unerwarteten Klassiker: eine Coverversion von Sabrina Salernos Euro-Pop-Hymne „Boys (Summertime Love)“, und Publikum prompt zum Mitsingen animierte. Mit ihrem außergewöhnlichen Sound mit Gitarre, Schlagzeug, Geige und Akkordeon, aber ohne Bass (der gesampelt wurde), war das ein solider Auftakt.

Setlist:

Fend off the Dark

Be the Captain

Hymn of Hell

Once Upon a Time / Synonym for Blasphemy / The Viceroy

Keep the Night Inside

Boys (Summertime Love) (Sabrina Salerno cover)

Now You’re On

Taste of Freedom

The Last Thing

Not Your Fate

White Wolf

Schon vor dem ersten Ton, nach der 20-minütigen Umbaupause, war die Vorfreude auf Myrath im MusikZentrum Hannover greifbar. Als das Intro ertönte und die Band unter frenetischem Jubel die Bühne betrat, gab es kein Halten mehr. Myrath starteten druckvoll mit Songs ihres aktuellen Meisterwerks „Wilderness Of Mirrors“, das mit seiner gewaltigen Mischung aus progressiver Raffinesse und cineastischen Arrangements wie für die Bühne gemacht ist. Die Kombination aus harten Gitarrenriffs, treibenden Grooves und den traditionellen maghrebinischen Melodien packte das Publikum von der ersten Sekunde an. Sänger Zaher Zorgati brillierte in gewohnter Manier: Seine kraftvolle, emotionale Stimme trug selbst über die härtesten Riff-Gewitter hinweg und erzeugte immer wieder Gänsehaut.

Die Setlist bot eine perfekte Balance zwischen neueren Hymnen und Klassikern der Bandgeschichte. Songs von Meilensteinen wie „Tales of the Sands“ und „Born to Survive“ wurden vom Publikum textsicher mitgesungen. Das MusikZentrum bot genau den richtigen, intimen Rahmen für diese energiegeladene Show. Der Sound war transparent und druckvoll, wodurch sowohl die filigranen Keyboard-Teppiche als auch die harten Double-Bass-Attacken perfekt zur Geltung kamen.

Die Band zeigte sich extrem spielfreudig und suchte immer wieder den direkten Fankontakt, unter anderem sang Zorgati die erste Strophe von „Les Entfants du soleil“ im Publikum für alle Kinder, die in Kriegen gestorben sind und später die letzte Strophe von „Believer“ vor und für zwei Rollstuhlfahrern. Eine tolle Geste.

Setlist:

The Funeral

Born to Survive

Dance

Until the End (with Ivett Dudás/RoT)

The Clown

Through the Seasons

Tales of the Sands

Merciless Times

Still the Dawn Will Come

Edge of the Night

No Holding Back

Breathing Near the Roar

Soul of My Soul

Endure the Silence

Encore:

Les Enfants du soleil

Believer

Fazit

Myrath haben in Hannover ein musikalisches und emotionales Ausrufezeichen gesetzt. Wer Progressive Metal mit Herz, cineastischer Dramatik und kultureller Tiefe sucht, kommt an dieser Band live nicht vorbei. Ein absolut triumphaler Konzertabend, der den Fans in der niedersächsischen Landeshauptstadt noch lange im Gedächtnis bleiben wird.

Bericht verfasst von Jens-Peter Topp

Mehr Bilder der Show findet ihr hier.