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Bericht: Knorkator „Aller guten Dinge sind 30!“, 14.02.2026, Capitol Hannover

Knorkator – irgendwo zwischen Metal, subtilem Humor und Gesellschaftskritik angesiedelt, blödelten und bespielten gestern das ehrwürdige Capitol in Hannover.

Bericht: Knorkator „Aller guten Dinge sind 30!“, 14.02.2026, Capitol Hannover

Knorkator – irgendwo zwischen Metal, subtilem Humor und Gesellschaftskritik angesiedelt, blödelten und bespielten gestern das ehrwürdige Capitol in Hannover. 1400 Fans sind dem Ruf der Band gefolgt und so feierten sie zusammen mit der Band im ausverkauften Capitol 30 Jahre Knorkator. Ein Glück übrigens, dass die Band nicht 2010 den Hut nahm, sich eines Besseren besinnen konnte und doch weitermachte. Ansonsten hätte es diese Jubiläumstour wohl kaum gegeben.

Dass Knorkator keine Vorband benötigt, ist inzwischen hinlänglich bekannt und hat sich bis heute nicht verändert. 20:30 Uhr ging es dann auch endlich los, wobei den Zuschauern die Warterei mit etlichen kleinen Filmchen und Videos ordentlich verkürzt wurde. Bereits vorab war also klar, dass es ein Heidenspaß werden sollte, denn die Filmchen waren teilweise schon ordentliche Blödelei.

Unter einem Nebelschwall kam die Band dann schließlich auf die Bühne und hatte sofort die Fans auf ihrer Seite. Die typischen Verrenkungen von Stumpen sind inzwischen legendär und mit Sicherheit eines der wichtigsten Merkmale der Band. Fein in Lila gekleidet startete die Band mit „Das Unheil“ und gab damit das Motto des Abends vor.

 

Beim dritten Song durften die Fotografen dann auf die Bühne, ein kleines Ritual, das die Band schon seit einer Ewigkeit macht und dabei nicht selten die Fotografen auch liebevoll „demütigt“ und vorführt. Diesmal durften sie sich mit einer Poolnudel von Stumpen und Alf Ator „verprügeln“ lassen, bevor sie dann am Ende des Songs mit den deutlichen Worten „Jetzt aber runter hier.“ verabschiedet wurden. Ein Heidenspaß, den sich auch andere Bands einfach mal angewöhnen könnten, baut es so doch auch eine gewisse Nähe zu Band und Publikum auf.

Wer Knorkator kennt, weiß, dass es immer wieder zu Überraschungen kommt, mit denen niemand wirklich rechnet. Diesmal wurden auf der Bühne Spiegeleier gebraten – von beiden Seiten natürlich und anschließend dem Publikum zum „Fraß“ vorgeworfen. Okay, sie wurden auf einem Teller dargeboten und natürlich musste Stumpen auch vorher probieren – Mund auf, rein damit, zu heiß und wieder auf den Teller zurück gespuckt. Anschließend lief der Teller seine Runden durchs Publikum, fand irgendwann wieder den Weg zurück auf die Bühne, wo Stumpen den Rest dann an die Band verfütterte. Selten so einen Spaß in einem Konzert gehabt.

Doch es war natürlich nicht nur Blödelei, sondern auch ernste Töne fanden ihren Weg in das 2-stündige Set der Berliner, was für die Show auch gut war. Seit einigen Jahren sind die Sprösslinge von Stumpen und Alf Ator – Agnetha und Tim Tom – mit dabei und stehen jeden Abend mit auf der Bühne. Nethi, Stumpens Tochter, durfte mehrmals ihren Vater unterstützen und auch solo, wie bei „Ich Verachte Jugendliche“, singen, während sie sich sonst im Hintergrund hält und mit für den großartigen Satzgesang verantwortlich ist. Tim Tom spielt meist die zweite Gitarre, darf bei „Böse“ aber auch mal in die Rolle seines Vaters Alf Ator schlüpfen und ordentlich growlen, was er auch bravourös macht.

Überhaupt ist die Band eine gut geölte Maschine, die selbst dermaßen viel Spaß auf der Bühne hat, was sich in einem häufigen Grinsen widerspiegelt. Als dann nach 2 Stunden mit dem obligatorischen „Zähneputzen, pullern und ab ins Bett“ der Abend ein Ende nimmt, war klar, dass Knorkator wohl noch lange ihre Fans ordentlich mit Blödsinn und Musik verwöhnen werden. Ein grandioser Spaß, der am Ende auch nur fröhliche Gesichter erkennen ließ.

Setlist:

  1. Das Unheil
  2. Buchstabe
  3. Es kotzt mich an
  4. ISMUS
  5. Halb voll
  6. Hardcore
  7. Ich verachte Jugendliche
  8. Böse
  9. Extrawurst
  10. Ich bin ein ganz besond’rer Mann
  11. Alter Mann
  12. Eigentum
  13. DMT
  14. Unkraut
  15. Steh auf
  16. Liebeslied
  17. Für meine FansPlay Video
  18. Weg nach unten
  19. SchmutzfinkPlay Video
  20. Konflikt
  21. Du nich
  22. Warum
  23. A
  24. Wir werden alle sterbenPlay Video
  25. Zähneputzen, Pullern und ab ins Bett

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