Mötley Crüe (USA) – Too Fast For Love (45th Anniversary Edition)
Mötley Crüe – *Too Fast For Love*: Ein Debüt mit Benzin im Blut
Mötley Crües „Too Fast For Love“ ist kein Album, das höflich um Aufmerksamkeit bittet. Es tritt die Tür ein, dreht die Verstärker auf Anschlag und hinterlässt eine Mischung aus Haarspray, Schweiß und purem Rock ’n’ Roll. Zum 45. Jubiläum erscheint der Klassiker am 30. Oktober 2026 über BMG in einer neu remasterten Edition – und zeigt einmal mehr, warum dieses Debüt bis heute so einen legendären Ruf genießt.
Ursprünglich im November 1981 auf dem bandeigenen Label Leathür Records veröffentlicht, war „Too Fast For Love“ zunächst ein echtes DIY-Unternehmen. Von der ersten Pressung existierten gerade einmal 900 LPs. Doch die explosive Bühnenpräsenz der Band sprach sich in Los Angeles schnell herum. Mötley Crüe klangen wild, laut, rau und gefährlich – genau wie eine Band, die nicht darauf wartet, entdeckt zu werden, sondern sich ihren Platz selbst nimmt.
Musikalisch ist das Album eine herrlich ungeschliffene Mischung aus Hardrock, Glam und Punk-Attitüde. „Live Wire“ ist der perfekte Opener: treibendes Riff, Vince Neils markanter Gesang und ein Refrain, der sofort hängen bleibt. Auch „Too Fast For Love“, „Public Enemy #1“ und „Take Me to the Top“ zeigen, wie sicher die Band bereits damals mit großen Melodien und dreckiger Energie umgehen konnte. Nikki Sixx’ Songs sind direkt, frech und oft bewusst überdreht – aber gerade diese kompromisslose Haltung macht den Reiz aus.
Natürlich klingt die Platte nicht makellos. Die Produktion ist rau, stellenweise dünn und weit entfernt vom polierten Sound späterer Mötley-Crüe-Alben. Doch genau darin liegt ihre Stärke. „Too Fast For Love“ klingt nach kleinen Clubs, überfüllten Proberäumen und einer Band, die jederzeit auseinanderfliegen könnte. Die Ecken und Kanten gehören zum Erlebnis.
Die Jubiläums-Deluxe-Box erweitert diesen Blick auf die frühe Bandgeschichte deutlich. Neben der Leathür-Records-Fassung von 1981 und der überarbeiteten Elektra-Version von 1982 enthält sie Liveaufnahmen der Perkins-Palace-Konzerte, frühe Einblicke in Songs von „Shout At The Devil“ sowie eine bislang unveröffentlichte 5-Track-LP mit Demos aus den Sessions vom März 1981. Dazu kommen eine nachgebildete Demokassette, eine 7-Zoll-Single, ein 100-seitiges Fotobuch und weitere Sammlerstücke.
Fazit: Für Einsteiger reicht das Album allein. Fans bekommen mit der Box dagegen ein umfangreiches Zeitdokument. „Too Fast For Love“ bleibt ein ungestümes, charismatisches Debüt – nicht perfekt, aber vollkommen echt.
- Live Wire
- Come On And Dance
- Public Enemy #1
- Merry-Go-Round
- Take Me To The Top
- Piece Of Your Action
- Starry Eyes
- Too Fast For Love
- On With The Show
Label: BMG Rights Management
VÖ: 30.10.2026
Laufzeit: 35:46 Min.
Herkunft: USA
Stil: Glam Metal



