Sari Schorr (USA) – Running Wild
"Running Wild": Zwischen Soul, Blues und rebellischem Rock
„Running Wild“: Zwischen Soul, Blues und rebellischem Rock
Mit „Running Wild“ legt die New Yorker Sängerin Sari Schorr ihr bisher persönlichstes Album vor. Die Veröffentlichung erscheint am 9. Oktober in Europa und am 30. Oktober in den USA über Provogue / Artone Label Group. Schon die erste Single „Mr. In The Middle“ macht deutlich, wohin die Reise geht: Schorr klingt entschlossen, leidenschaftlich und jederzeit bereit, musikalische Grenzen einzureißen.
Im Zentrum des Albums steht ihre markante Stimme. Sie kann rau und kraftvoll losbrechen, aber ebenso verletzlich und beinahe intim wirken. Genau diese Gegensätze machen „Running Wild“ so spannend. Schorr verbindet Soul, Blues, Jazz und Classic Rock nicht nach einem festen Rezept, sondern lässt die Stile organisch ineinanderfließen. Mal erinnert die Instrumentierung an die großen Rockproduktionen vergangener Jahrzehnte, dann wieder rücken bluesige Gitarren oder jazzige Nuancen in den Vordergrund. Dabei setzt sie mit ihrer markanten und kraftvollen Stimme die Akzente.
Thematisch beschäftigt sich Schorr mit Trotz, Selbstfindung, Widerstandskraft und Verwandlung. Das klingt auf dem Papier zunächst vielleicht vertraut, doch die Sängerin verleiht diesen Themen spürbare persönliche Dringlichkeit. Ihre Texte wirken nicht wie allgemeine Durchhalteparolen, sondern wie Erfahrungen, die tatsächlich durchlebt wurden. „Running Wild“ ist ein Album über das Sich-nicht-Unterkriegen-Lassen – allerdings ohne die schwierigen Seiten des Lebens zu beschönigen.
Besonders überzeugend ist, dass Schorr ihrer Stimme und den Songs Raum lässt. Die Arrangements sind kraftvoll, aber nicht bloß auf maximale Lautstärke ausgelegt. Stattdessen entstehen dynamische Spannungen: ruhige Momente treffen auf explosive Refrains, schwere Gitarren auf soulige Melodien. Dadurch bleibt das Album abwechslungsreich und entwickelt einen eigenen Sog. „Mr. In The Middle“ funktioniert dabei als starker Einstieg in die Welt der Platte: treibend, eingängig und mit einer klaren Haltung.
Schorrs musikalischer Weg erklärt, warum ihr Stil so vielseitig klingt. In New York ließ sie die klassische Musik hinter sich und fand in der South Bronx neue Impulse. Sängerinnen wie Ella Fitzgerald, Etta James, Billie Holiday, Bessie Smith und Ma Rainey prägten ihr Verständnis von Ausdruck und emotionaler Wahrhaftigkeit. Gleichzeitig steckt in ihrer Musik die Energie des Rock. Nach ihrem Debüt „A Force of Nature“ von 2016 und den Alben „Never Say Never“ sowie „Live in Europe“ wirkt „Running Wild“ wie der konsequente nächste Schritt. Auch die Zusammenarbeit mit Robin Trower auf „Joyful Sky“ hat offenbar neue Facetten freigelegt.
Ganz ohne gelegentliche Übertreibungen kommt die Platte zwar nicht aus. Manche Passagen sind sehr groß produziert und setzen stark auf dramatische Wirkung. Doch gerade diese Unmittelbarkeit gehört zu Schorrs Persönlichkeit als Künstlerin. Sie möchte nicht distanziert oder glatt klingen, sondern ehrlich, laut und lebendig.
Fazit: „Running Wild“ ist damit ein überzeugendes Statement einer Sängerin, die sich nicht auf eine Stilrichtung festlegen lässt. Sari Schorr verbindet Bluestradition, Soulgefühl und Rockenergie zu einem emotionalen, selbstbewussten Album. Wer ausdrucksstarke Stimmen und handgemachte Musik mit Charakter schätzt, sollte diese Platte unbedingt ausprobieren.
- Mr. In The Middle
- Running Wild
- Monday Morning
- Man On Fire
- Cool Hand Rider
- Elevate
- Call It Freedom
- Better Day
- Afterglow
- Finding My Way
Label: Provogue / Artone Label Group
VÖ: 09.10.2026
Laufzeit: 43:58 Min
Herkunft: USA
Stil: Blues Rock



