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Maiah Wynne (CDN) – Into The Waves

Maiah Wynne – "Into the Waves": Zwischen Verletzlichkeit und Aufbruch

Maiah Wynne (CDN) – Into The Waves

Mit „Into the Waves“ legt Maiah Wynne ihr zweites Soloalbum vor – und beweist einmal mehr, dass intime Songwriter-Kunst durchaus groß und filmisch klingen kann. Nach ihrem gefeierten Debüt „Out of the Dark“ widmet sich Wynne den emotionalen Nachwirkungen von Trauma: der Unsicherheit nach schwierigen Zeiten, dem vorsichtigen Wiederentdecken von Hoffnung und der Frage, wie Heilung eigentlich funktioniert. Die Antwort fällt erwartungsgemäß nicht geradlinig aus. „Into the Waves“ bewegt sich zwischen Angst und Zuversicht, Rückzug und Verbindung, Zerbrechlichkeit und innerer Stärke. Internationale Bekanntheit erlangte sie mit Envy Of None, der Band um Alex Lifeson (Rush).

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Wynne hat das Album selbst geschrieben, produziert und größtenteils aufgenommen. Viele Songs entstanden unterwegs – in Hotelzimmern, mit einem Laptop und einer beeindruckenden Vielzahl an Instrumenten. Diese Entstehungsgeschichte hört man der Platte durchaus an: „Into the Waves“ wirkt persönlich, manchmal beinahe wie ein akustisches Tagebuch. Gleichzeitig ist das Album sorgfältig arrangiert und klanglich weit genug geöffnet, um über die private Perspektive hinaus eine große emotionale Wirkung zu entfalten. Justin Abel übernahm Mischung und zusätzliche Produktion, Alan Douches das Mastering.

Der Einstieg mit „Nothing Stays the Same“ macht das zentrale Thema sofort deutlich. Der Song verbindet eine nachdenkliche Grundstimmung mit einem melodischen Arrangement und wirkt wie eine musikalische Standortbestimmung. „Satellites“ und „In a Dream“ führen diese Atmosphäre weiter, wobei Wynnes Stimme stets im Mittelpunkt bleibt: klar, empfindsam und in den entscheidenden Momenten erstaunlich kraftvoll. Ihre Gesangslinien tragen die Stücke, ohne sich in den Vordergrund zu drängen.

Besonders reizvoll ist die stilistische Bandbreite des Albums. Folk-inspirierte Passagen treffen auf Alternative-Rock-Flächen, zarte Streicher und beinahe cineastische Klangbilder. „Creatures in the Night“ und „False Gods“ zeigen die dunklere Seite der Platte, während „Another Step“ bereits vorsichtig nach vorne blickt. „See the Water“ und „Underwater“ sind kompaktere, atmosphärische Stücke, die mit wenigen Mitteln eine starke Sogwirkung entwickeln.

Zu den emotionalen Höhepunkten gehört „Don’t Want to Say Goodbye“. Der fast fünfminütige Song nimmt sich Zeit für Abschied, Zweifel und die Angst vor Veränderung. „Breathe“ wirkt anschließend wie ein kurzer Moment des Innehaltens. Der Song ist schlicht, aber gerade deshalb wirkungsvoll. Mit „Don’t Wait“ folgt ein weiterer Höhepunkt, der die Spannung zwischen Zögern und Aufbruch musikalisch überzeugend einfängt.

Besonders charmant ist „Girl Dinner“. Das Stück wurde erst später aufgenommen, nachdem es sich live zu einem Publikumsliebling entwickelt hatte. Mitschnitte des mitsingenden Publikums verleihen dem Song eine unmittelbare, gemeinschaftliche Energie. Hier wird deutlich, dass Wynnes Musik nicht nur aus persönlicher Verarbeitung besteht, sondern auch eine Verbindung zu anderen Menschen schafft.

Unterstützt wird sie von mehreren Gastmusikerinnen und -musikern, darunter Cellistin Bethany Joyce, Geigerin Avelyn Reynolds, Gitarrist Brooks Berg und Drummer Randy Cooke. Auch Alex Lifeson ist mit einem Gastgitarrenbeitrag vertreten – eine schöne Verbindung zu Wynnes Arbeit als Sängerin von Envy of None.

Fazit: „Into the Waves“ ist kein Album, das schnelle Antworten liefern will. Seine Stärke liegt vielmehr darin, widersprüchliche Gefühle nebeneinander bestehen zu lassen. Maiah Wynne gelingt eine berührende, abwechslungsreiche, zerbrechlich wirkende und sehr persönliche Platte, die trotz ihrer Schwere nie hoffnungslos klingt. Ein sensibles Album über Veränderung, Heilung und den Mut, weiterzugehen.

  1. Nothing Stays the Same 4:05
  2. Satellites 3:33
  3. In a Dream 4:03
  4. Creatures in the Night 3:33
  5. False Gods 3:25
  6. Another Step 3:59
  7. See the Water 3:01
  8. Underwater 2:40
  9. Don’t Want to Say Goodbye 4:48
  10. Breathe 2:38
  11. Don’t Wait 4:43
  12. Girl Dinner 4:03 

Label: kscope Records

VÖ: 02.10.2026

Laufzeit: 44:28 Min

Herkunft: USA

Stil: Singer/Songwiriter

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