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Bericht: MARILLION – Germany 2026, Samstag, 11. Juli 2026 | Gilde Parkbühne Hannover

  Nach über 10 Jahren sind MARILLION wieder auf großer Sommertour durch Deutschland. Das Urgestein und Flaggschiff der Prog

Bericht: MARILLION – Germany 2026, Samstag, 11. Juli 2026 | Gilde Parkbühne Hannover

 

Nach über 10 Jahren sind MARILLION wieder auf großer Sommertour durch Deutschland. Das Urgestein und Flaggschiff der Prog Szene sollte das Beste aus 47 Jahren und 20 Studio-Alben präsentieren.

Marillion sind schlichtweg eine der besten (Prog-)Bands der Welt und werden diesem Ruf vollauf gerecht. Die Klasse aller Musiker ist unbestreitbar, und das Gesamtbild ist erstklassig. Natürlich gibt es immer Songs, die man gerne gehört hätte – aber dann stünden wir heute noch dort – die Songauswahl ist dennoch absolut sehens- und hörenswert.

Sänger Steve Hogarth ist ein absolut brillanter Entertainer, der nach wie vor jede Menge Energie auf die Bühne bringt und mit einer grandiosen und ausdrucksstarken Stimme glänzen kann. Diese Energie wurde ihm leider in Frankfurt zum Verhängnis und er fiel von der Bühne. Zum Glück blieb er unverletzt. Daher schränkte er seinen Aktionsradius in Hannover etwas ein, testete dennoch mal die Wiederstandskraft der vor der Bühne stehenden Boxen. Nach dem zweiten Song wendete er sich zum ersten Mal ans Publikum, auch auf deutsch. Seine launigen Ansagen lockerten die Atmosphäre auf. Seit Anfang des Jahres befindet sich die Band im Studio um ein neues Album einzuspielen, was ihnen laut Hogarth mit den Jahren immer schwerer fällt. Mit „Ribbons and Lace“ wurde den Zuschauern ein neuer Song präsentiert, der „schon fast fertig ist“.

Gitarrist Steve Rothery und Schlagzeuger Ian Mosley sowie Bassist Pete Trewavas bilden das Rückgrat von Marillion. Wer sagt eigentlich, dass das Alter eine Rolle spielt? Schon mehr als beeindruckend was die Band ablieferte. Die übliche Besetzung, bei der Keyboarder Mark Kelly nicht vergessen werden darf, wurde überraschend um den Elektronik-Perkussionisten Andy Gangadeen erweitert, was sich definitiv als echter Gewinn erwies.

Das Publikum war sehr begeistert. Hier und da wurde leidenschaftlich mitgesungen, aber es waren auch einige Zuschauer anwesend, die sich auf ihre ganz eigene Art ganz entspannt amüsierten und andächtig der Musik lauschten. Das ist nicht zuletzt auch auf den ganz ausgezeichneten Klang zurückzuführen. Jedes einzelne Instrument, jede noch so feine Nuance ist klar und deutlich zu vernehmen, was vor allem bei einer Open Air Kulisse nicht immer der Fall ist.

Schon seit Jahren beschränkt sich die Band auf nur sehr wenige Songs der Fish-Ära, was man so sicher auch erwarten darf, denn die Marillion, die auf der Bühne stehen, sind eine komplett andere Band. Heute bewegt sich die Band mehr im Art-Rock, bietet vor allem viele lange ausschweifende Instrumentalpassagen, bei denen vor allem Steve Rothery und Mark Kelly ihr Können in den Vordergrund stellen. Doch niemand scheint etwas zu vermissen, wobei die paar Songs der Fish-Ära natürlich schon deutlich abgefeiert werden.

Was Hogarths Stimme für den Gesang, ist das einfühlsame Spiel von Rothery für den Gesamtsound. Nicht selten erinnert er mit seinem Ton an David Gilmour, spielt jeden Ton mit purer Emotion, was sich dann auch beim Konzert in der mit etwas mehr als 2000 Zuschauern nur mäßig gefüllten Parkbühne deutlich zeigt.

„The Great Escape“ gehört zu den absoluten Fan-Favoriten und wurde großartig gespielt. So sieht Emotion aus. Klasse pur. Danach verließen die Männer unter lautem Applaus die Bühne. Zwei großartige Stunden waren wie im Flug vergangen.

Setlist:

Splintering Heart

The Crow and the Nightingale

Easter

You’re Gone

Out of this World (Tour Debut)

Ribbons and Lace

Sounds That Can’t Be Made

Seasons End

Care (I) Maintenance Drugs

Care (II) An Hour Before It’s Dark

Care (III) Every Cell

Care (IV) Angels on Earth

The Space… (Tour Debut)

Encore:

Hotel Hobbies

Warm Wet Circles

Afraid of Sunlight

Encore 2:

The Great Escape

Fazit: Marillion-Fans sind sehr treu, und angesichts der Erfolge der Marillion-Konzerte auf der ganzen Welt wird das auch noch viele Jahre so bleiben. Wir hatten einen fantastischen Abend.

Bericht verfasst von Jens-Peter Topp.

Mehr Bilder des Abends findet ihr hier.