Sodom (D) – Get What You Deserve
Die Wandlung und Entwicklung einer Band kann man am besten an älteren Scheiben nachvollziehen. Manchmal entwickelt sich eine Band
Die Wandlung und Entwicklung einer Band kann man am besten an älteren Scheiben nachvollziehen. Manchmal entwickelt sich eine Band in eine komplett andere Richtung, als einst und manchmal ändert sich im Laufe der Jahre am eigentlichen Stil kaum etwas. Sodom veröffentlichten 1994 mit „Get What You Deserve“ ein Album, das nicht unumstritten war. Dieses Album erscheint nun in einer neuen Auflage.
Neben dem originalen, durchaus strittigen Hotelzimmer-Cover, sind sowohl die zensierte Version mit Bandfoto als auch die ursprünglich geplante Version mit einem Knarrenheinz-Gemälde des Kultkünstlers Andreas Marschall Teil des Pakets, das als Doppel-LP, 3-fach CD und als opulente 5-fach LP-Box erscheint. Anfang der Neunziger wehte ein anderer Wind im Musik-Dschungel. Klinische und sterile Sounds waren an der Tagesordnung und Baumwollhemden tragende Rowdies standen als Musiker auf den Bühnen der Welt. Da traf ein klassisches und trockenes Thrash-Metal Album nicht unbedingt den Nerv der Zeit. Andy Brings: „Damals wollten alle Bands plötzlich irgendwie Pantera oder Machine Head sein. Unglaublich clean, steril und meßbar perfekt. Wir nicht. Konnten wir nicht, waren wir nicht, wollten wir nicht!“ Bandchef Tom Angelripper ergänzt: „Wir wollten mit Get What You Deserve eher zu unseren Wurzeln zurück. Mehr Venom und Motörhead zulassen. Andys Punk-Roots kamen auch noch stärker durch, was bei mir damals offene Türen einrannte. Kurze Songs, maximal auf die Fresse, wie es sich gehört!“ Andy Brings, der für den Remix und das Remaster der Neuauflage verantwortlich war, weiter: „Ich wollte das Album, das im Original schon kaum Zutaten und null Ballast hat, noch weiter auf das absolute Maximum reduzieren. Keine Samples, keine Tricks, nur eine sehr angepisste Band auf einem kreativen und energiegeladenen Höhenflug.“ „Wir sind vor über 30 Jahren mit dem Album gegen den Strom geschwommen und tun es heute wieder. Nichts klingt wie diese Platte und das macht mich sehr stolz. ‚Get What You Deserve‘ war, ist und bleibt die Musik-gewordene Anti-Haltung. Mein persönliches Lieblingsalbum von Sodom!“, so Tom Angelripper. Und so klingt das wohl punkigste Sodom Album 32 Jahre nach seiner eigentlichen Veröffentlichung erstaunlich frisch und bleibt dabei roh, rau und keineswegs perfekt. Aalglatt? Das sollten andere Bands machen und sich dabei den damaligen Trends anbiedern. Sodom wollten exakt den Gegenpart bieten, wollten ein Album veröffentlichen, das direkt in die Magengrube tritt. So bietet „Get What You Deserve“ 32 Jahre später noch immer, nicht zuletzt auch aufgrund des präzisen und wuchtigen Drumspiels von Atomic Steif, der im August letzten Jahres mit 57 Jahren überraschend verstorben ist, einen rauen und derben Höhepunkt im langen Schaffen der Ruhrpott-Thrasher und sollte in keiner vernünftigen Metal-Sammlung fehlen.
LP1 – Get What You Deserve
Get What You Deserve
Jabba The Hutt
Jesus Screamer
Delight In Slaying
Die Stumme Ursel
Freaks Of Nature
Eat Me!
Unbury The Hatchet
Into Perdition
Sodomized
Fellows In Misery
Tribute To Moby Dick (Instrumental)
Silence Is Consent
Erwachet!
Gomorrah
Angel Dust
LP2 – Get What You Deserve (Blitzkrieg Remix)
Get What You Deserve
Jabba The Hutt
Jesus Screamer
Delight In Slaying
Die Stumme Ursel
Freaks Of Nature
Eat Me!
Unbury The Hatchet
Into Perdition
Sodomized
Fellows In Misery
Tribute To Moby Dick (Instrumental)
Silence Is Consent
Erwachet!
Gomorrah
Angel Dust
LP3 – Aber bitte mit Sahne (2026 Remaster & Schweinskopf Remix*)
Aber bitte mit Sahne
Sodomized
Abuse
Skinned Alive ’93
Aber bitte mit Sahne*
Sodomized*
Abuse*
Skinned Alive ’93*
DVD – Reincarnation Live 1993Live In Traunreut, Germany 1993
Live At Metal Blast, Netherlands 1993
Silence Is Consent raw video shoot & interview
Label: BMG Records
VÖ: 27.02.2026
Laufzeit: 164:05 Min.
Herkunft: Deutschland
Stil: Thrash Metal



